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Quote: Nur 4,79 Millionen Zuschauer für "Tatort"-Experiment
ARD

90 Minuten, gedreht in nur einer Kamerafahrt: "Die Musik stirbst zuletzt" war eine außergewöhnliche "Tatort"-Episode - und begeisterte die Kritik. Die Zuschauer blieben aber weg.

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maxbee 07.08.2018, 05:15
100.

Zitat von Sonia
Die Thematik, wie Schweizer Bürger, Schweizer Banken, zu riesigen Vermögen durch jüdische Bürger auf der Flucht kamen, in so eine primitive Geschichte verpackt wurde mit zweitklassiger Besetzung, ließ mich immer wieder überlegen, abschalten oder .....
Dass "Schweizer Bürger, Schweizer Banken, zu riesigen Vermögen durch jüdische Bürger auf der Flucht kamen" existiert alleine in Ihrer Phantasie. Historisch ist solches jedenfalls nicht belegt. Kann es auch nicht, da auswanderungswillige Juden ihre Vermögen gar nicht ausser Landes bringen durften/konnten, sondern diese vom deutschen Staat beschlagnahmt wurden. Sie müssen sich daher eine andere Geschichte ausdenken, um andere Nationen am Unrecht zu beteiligen, das den Juden von Deutschen angetan wurde.

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zorngibel 07.08.2018, 05:37
101.

Wie aussagestark sind die Einschaltquoten eigentlich - werden die Abrufe aus der Mediathek auch erfasst?

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maxbee 07.08.2018, 05:46
102.

Zitat von jens.kramer
Das erste Mal nach langer Zeit, dass ich einen Tatort wieder vom Anfang bis zum Ende geschaut habe. Wahnsinn, wie perfekt und faszinierend dieser Krimi rüberkam. Man war völlig drin, auch meine Frau war begeistert. Irgendwie alles auf den Punkt, ohne Gimmicks, keine Soundbrühe, Schauspieler super Top, Kamera Top, Handlung und Thema Top. Wie gesagt: Wahnsinn. Dieser Film wird mal Kult, ein Klassiker, jede Wette.
Genauso ging es mir auch! Zufällig reingezappt, da ich ansonsten keine Tatorte und sonstige deutsche Krimiserien mir mehr antue. Fade Storys, schlecht gespielt - einfach billig gemachte Dutzendware. Einige Wenige könnten allerdings als Slapsticks durchgehen. So z. B. die mit der Tatort-Kommissarin, welche mit offen getragener Pistole - oder ist es gar ein Colt? -, engen Jeans und Lederjäckchen durch irgendeine deutsche Großstadt tigernd ihre Fälle löst. Dagegen wirkte dieser Tatort aus Luzern nicht wie ein Film, sondern wie eine reale Geschichte bei der man als Zuschauer direkt daneben stand. Einziger Schwachpunkt war m. E. der Kommissar mit seinem Fan-Shirt und seinen Badeschlappen.

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2623 07.08.2018, 07:43
103. Absetzen? Welch ein Fehler

Das war ein rundum gelungener Tatort. Tolle Arbeit. Danke.
Ach so, ich weigerte mich, bei diesem schönen Abendwetter Fernseh zu schauen. Gestern dann via Mediathek auf der Terrasse, wahrscheinlich haben dass noch viele andere so gemacht, dann stimmt auch die Zuschauerzahl.

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28zwei27 07.08.2018, 08:35
104.

Zitat von Überfünfzig
Wer setzt sich bei 30°C ins überhitzte Wohnzimmer und glotzt freiwillig Betreutesdenken-TV? Vielleicht auch mal ein Erklärungsversuch!
Gut gemacht! Erst dachte ich an eine Beleidigung aller Tatort-Zuschauer - dann sah ich die Uhrzeit ihres Beitrages ;-)

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rennflosse 07.08.2018, 10:28
105. Lücken in der Story

Ein ganzer Spielfilm in einer einzigen Kamerafahrt: Das klingt zumindest interessant, irgendwie innovativ und künstlerisch und so zog es ja auch Kritiker in den Bann, die das gleich begeistert beklatschten.
Der Normalseher vermag sich vorzustellen, dass die Choreografie eines solchen Films sehr genau durchgeplant werden muss und kann den organisatorischen und handwerklichen Aufwand goutieren.
Andererseits erinnert das natürlich an private Videos, die nach dem selben Muster - mit nur einer Kamera - gedreht werden.
Und überhaupt zeigt sich hier wieder einmal: hinter der gefeierten Innovation könnte am Ende eine kleine miese Sparmaßnahme stecken. Schließlich wurden Personal und Technik eingespart.

Wegen der einen Kamerafahrt hatte die Geschichte deutliche Schwächen. So konnte die Kommissare zwar ein wenig Hintergrundaufklärung leisten, den Täter aber nicht ermitteln. Der stellte und richtete sich selbst, nachdem er zuvor dem Kommissar Flückiger ausgebüxt war. Wohl um die Zeit zu füllen, sonst wäre der Tatort zehn Minuten früher zu Ende gewesen. Und das war nur eine von vielen Ungereimtheiten.

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cater 24567 07.08.2018, 11:22
106. Denkfehler

Ich weiß, der Spiegel wird's NIE kapieren, aber ich versuchs trotzdem nochmal: Die Zahl der Zuschauer eines bestimmten Tatortfilms kann von der grundsätzlichen Beliebtheit der Schauspieler, von dem Ankündigungstext, vom Wetter, von der Jahreszeit abhängen - ABER NIE von irgendwelchen Inhalten des jeweiligen Films selbst, denn den kennen die Menschen nicht. Ich kann den Unsinn nicht mehr lesen: Die Einschaltquote belegt, dass das ein schlechter Film war - die Einschaltquote sagte etwas anderes als die Kritiker etc. Das ist debiler Kinderkram - kein Journalismus.

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hman2 07.08.2018, 13:37
107.

Zitat von cater 24567
Ich weiß, der Spiegel wird's NIE kapieren, aber ich versuchs trotzdem nochmal: Die Zahl der Zuschauer eines bestimmten Tatortfilms kann von der grundsätzlichen Beliebtheit der Schauspieler, von dem Ankündigungstext, vom Wetter, von der Jahreszeit abhängen - ABER NIE von irgendwelchen Inhalten des jeweiligen Films selbst, denn den kennen die Menschen nicht.
Au weia. Natürlich kann ein Zuschauer den Inhalt kennen oder ausreichend abschätzen: Anhand der Trailer, der Vorankündigung, der Kritiken, anhand von EPG/VT, anhand anderer Zuschauer, die über andere Kanäle den Film früher sehen konnten, und nicht zuletzt aufgrund von Erfahrung in der Vergangenheit mit den involvierten Künstlern. Ich muss mir einen Til-Schweiger-Tatort nicht erst ansehen, um zu ahnen, dass man wieder kein Wort versteht was er redet, und dass er wie bekloppt rumballert.

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ripley99 07.08.2018, 16:37
108.

Zitat von rennflosse
Andererseits erinnert das natürlich an private Videos, die nach dem selben Muster - mit nur einer Kamera - gedreht werden.
Also ich sehe zwischen diesem Tatort und dem vielfachen Kamera-einfach-Mitlaufenlassen-Käse bei Youtube & Co genau gar keine Gemeinsamkeiten. An Maxbee (#102): Diese Kommissarin ist schon lange Geschichte. Ihnen empfehle ich die noch ausstehenden Polizeirufe mit dem ausscheidenden Matthias Brandt, da müßten noch 2 oder 3 kommen und die früheren waren alle qualitativ über Durchschnitt.

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mac4me 10.08.2018, 16:27
109. Ich habe...

...ihn nicht gesehen, finde aber das Konzept mutig und was ich darüber gelesen habe, hat mich überzeugt. Gegen solcherlei Fernsehunterhaltung würde ich nie rhetorisch zu Felde ziehen, da akzeptiere ich auch die Ausgabe der Gebührengelder.

Mich stört etwas anderes: die Fixierung auf die Quote anstatt auf den Programmauftrag. Dabei hat dies einen ganz einfachen und profanen Grund: es wird in diesem Bereich so exorbitant viel verdient, dass nur mit einer hohen Quote die Abwehrschlacht gegen das Dauerfeuer aus der Gesellschaft gewonnen werden kann. Es ist nicht nur der Intendant, der mehr verdient als die Bundeskanzlerin, auch einfache Redakteure und erst recht die bekannten Gesichter haben unverschämt hohe Bezüge - bei praktisch Arbeitslosenrisiko null.

Es ist der Tanz ums goldene Kalb, sich das zu erhalten. Und es ist die Pflicht der Gesellschaft, das zu reduzieren, über kurz oder lang. Sonst ist die Haushaltsabgabe auf Dauer nicht zu halten, und das wäre auch gut so.

Die Hälfte und dafür kein politisch einseitiges Fernsehen mehr und die Konzentration auf den Programmauftrag – das wär’s. Diesen Programmbeitrag könnte sich jeder leisten und die Bezahlung der Macher wäre immer noch fair.

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