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Referendum in der Türkei: Wie antwortet man auf "evet"?
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Die türkischen Wähler in Deutschland haben mehrheitlich für Erdogan votiert. Wie soll die hiesige Mehrheitsgesellschaft darauf reagieren? Alle rausschmeißen? Lächerlich machen? Ignorieren? Besser nicht.

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IntelliGenz 18.04.2017, 14:33
0. Fakten beachten bitte!

Leider ist das meiste was wir hier über "von den in D lebenden Türken" geschrieben lesen, TOTAL FALSCH !!!
Die Zahlen wurden verdreht und damit die Wahrheit verbogen und geleugnet.
Es handelt sich um circa 10 bis 15% der in Deutschland lebenden Türken, die mit "Ja" gestimmt haben.
3,5 bis 3,8 Millionen leben hier. Nur 1,4 Millionen haben noch einen türkischen Pass und sind wahlberechtigt.
Die Wahlbeteiligung lag bei 50% das heisst, es haben maximal 700,000 Türken überhaupt gewählt.
Von diesen 700,000 haben 63,1 % mit Ja gestimmt, macht 441.700 Erdogan Fans
der Umkehrschluss ist eher: die GROSSE Mehrheit der in Deutschland lebenden Türken mit türkischem Pass sind entweder erst gar nicht wählen gegangen oder haben sich zu unseren Freiheiten und zu unserer Demokratie bekannt – nämlich 958.500 Türken von 1,400.000 – das sind 68,5% der wahlberechtigten Türken.
Die ÜBERWÄLTIGENDE Mehrheit der bei uns lebenden Türken, nämlich 2 Millionen, hat es vorgezogen, sich erst gar keinen türkischen Pass ausstellen zu lassen und erfreuen sich eines deutschen Passes, um in dem Land ihrer Wahl frei und demokratisch regiert zu leben

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Listkaefer 18.04.2017, 14:40
1. Türkei und Europa?

Tausende brüllen in einem roten Fahnenmeer für die Todesstrafe. Sie bewundern einen "starken Mann", für den alle Kritiker Verräter und Terroristen sind. 40000 im Gefängnis. Die Justiz gleichgeschaltet und in Erdogans Hand. Das Parlament willfährig und entmachtet. Es befremdet, wie der Mann auf dem Podium steht und gegen "Feinde" in aller Welt pöbelt. Er beschwört das "Türkentum" und träumt von der Größe seines Landes unter den Osmanen. Er führt sein Land zurück in den dumpfen Islam, den er über seine emigrierenden Landsleute nach Europa exportieren will. Der Mann ist nicht allein, sondern wird von Millionen unterstützt. D i e s e Türkei ist uneuropäisch und hat in Europa keine Zumunft.

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keinschweizer_leider 18.04.2017, 14:42
2. Fassungslos!

Es packt mich das blanke Entsetzen über die Bundesregierung, die EU und das Abstimmverhalten von ca. 30% der Türken in Deutschland. Eigentlich sollte man glauben, dass irgendjemand was aus der deutschen und europäischen Geschichte gelernt haben sollte. Stichwort "Chamberlain" für die Suchmaschine. Auch zu googeln oder eben mit anderer Suchmaschine "Machtergreifung 1933".
Erdowahn wird jeden Widerstand rigeros niederhalten. Man kann nur hoffen, dass kein Bürgerkrieg daraus entsteht. Man vergleiche nur seine Reden gestern.

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acyonyx 18.04.2017, 14:43
3. Alles relativ!

Bei dem 3/4 Ergebnis der türkischen Staatsbürger in Deutschland muß man noch beachten, daß da auch Kurden, Alevitten und Aramäer mitgestimmt haben, die aus rein existenziellen Gründen wohl gegen Erdogan stimmen mußten!!!
Dann wird das Ergebnis noch viel gruseliger!

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menton 18.04.2017, 14:44
4. keine Personenwahl!

Was immer wieder auffiel, wenn man Interviews mit "evet" Anhängern im Fernsehen sah, war dass es diesen offenbar überhaupt nicht darum ging, über was dort abgestimmt wurde, sondern ausschließlich darum, ob sie "für" oder "gegen" Erdogan sind. Dass es um eine Verfassungsänderung ging, deren Wirkung von der Person Erdogan zunächst einmal unabhängig ist, schien hier keine Rolle zu spielen.

Vielleicht finde ich hier nur Vorurteile bestätigt, die ich habe, aber mir erschien es immer so, als wären diese Wähler nicht von politischen Motiven geleitet sondern lediglich "Fans" von Herrn Erdogan, die genauso gut Fans eines Fußballers oder Popstars sein könnten, sich aber nunmal Erdogan ausgesucht haben und alles "toll" finden, was dieser so macht. Dazu passt auch der Erdogan-Verherrlichungs-Film, der kürzlich in die Kinos kam und augenscheinlich genug Dumme gefunden hat, denen diese Art von Filmen gefällt...

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protoscorsair 18.04.2017, 14:44
5. Was will uns diese Kolumne sagen?

Ich habe irgendwie nicht verstanden, was wir nun nach Ansicht der Autorin nun tun sollen. Meine Denkweise ordne ich dem Konsequentialismus zu. Ich glaube also daran, dass Menschen für ihre Entscheidungen und Handlungen die volle Verantwortung haben und mit den Konsequenzen leben müssen. So habe ich wenig Mitleid mit Trump wählern, die aus einmal feststellen, dass sie nach Obamacare Abschaffung ohne Versicherung dastehen. Was mich am Votum der türkischen Wahlberechtigten am meisten stört ist also, dass hier Menschen eine Entscheidung getroffen haben, von der sie nicht betroffen sind. Warum auch immer. Sie können weiter am Herd der deutschen Demokratie sitzen, sich versammeln, organisieren und schreiben was sie wollen. Gleichzeitig schränken sie das Recht ihrer Landsleute ein mit der Zustimmung zum Erdogansystem ein. Das die Deutschtürischen "JASAGER" nun ein wenig schief angegeuckt werden, ist wohl ein geringer Preis .

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hazebuster 18.04.2017, 14:44
6. klasse

Wow, super, wir müssen weiterkämpfen? Das ist ihre super Lösung? Mann da wäre ja keiner drauf gekommen.
Außerdem klingt das zwar toll und super-heroisch ist aber nichts als eine leere Worthülse. Sie spielen sich auf zu einer Art moralischer Instanz (Und das in jedem Artikel) und ich wette in ihrer Vorstellung fragen sich alle bei solchen Fragen zuerst: Was würde Margarete Stokowski, die starke kämpferische Frau tun?
Ein Tipp : Dem ist nicht so
Beim Lesen ihrer Artikel muss ich mir immer wieder vor Fremdscham die flache hand vor die Stirn kloppen und laut seufzen

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Skeptiker99 18.04.2017, 14:46
7. Weiterkämpfen, klar und Überzeugungsarbeit leisten auch klar

aber was das Thema Wahlrecht für nicht EU-Ausländer bei Kommunalwahlen betrifft hat das Ergebnis der Abstimmung meine Meinung geändert. Ich bekomme Bauchschmerzen, wenn ich daran denke, dass die ganzen Idioten, die mit Ja gestimmt haben in Deutschland irgendwelchen politischen Einfluss erhalten sollen.

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coyote38 18.04.2017, 14:48
8. Von der Geschichte überholt ...

"Weiterkämpfen" ... jawohl ...^^ --- Wie wäre es denn, wenn "wir" (also die "Super-Libertären", die "Alles-Versteher und -tolerierer", die "Für-alles-Verständnis-haber" und die "Bis-zur-Selbstaufgabe-Existenzverleugner") überhaupt erst einmal ANFANGEN würden zu kämpfen ...? Eine freiheitlich-demokratische Grundordnung muss wehrhaft sein und sich selbst schützen und verteidigen können. Immer nur "weiche Welle" bringt auf Dauer gar nichts. Wehrhaft gegen "rechts", "links" und jedweden Rückfall in die religiöse Steinzeit ... DAS sollte für eine Demokratie oberstes GEbot sein ... und zwar mit ALLER gebotenen und gegebenenfalls notwendigen Härte. --- Währenddessen macht die "Generation Stokowski" Lichterketten, Frauenkreise, Teekränzchen, Häkelstunden und glaubt, dass die wesentlichen Probleme der Welt mit Frauenquote und Gendertoiletten zu lösen sind. --- Nein ... NULL TOLERANZ denen gegenüber, die unsere Grundwerte ausnutzen, um diese Grundwerte mit Füßen zu treten ... DAS - und NICHTS anderes - ist die Parole der Stunde.

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