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Rekord: Basquiat-Gemälde für 110 Millionen Dollar versteigert
AFP

Der Verkäufer hatte 1984 für 19.000 Dollar ein Werk des New Yorker Künstlers Jean-Michel Basquiat erstanden - nun ging es für 110 Millionen an einen japanischen Sammler. Es ist ein Auktionsrekord für einen US-Künstler.

neanderspezi 19.05.2017, 13:44
1. Moderne Kunst ist ein besonderes Ding, gelegentlich hat sie einen

Immerhin scheint dieser afroamerikanische Künstler Basquiat ein Hauptmotiv zu haben, mit Totenkopf bestückte Zombies. Dem Käufer dieser großartigen Zombiedarstellung möchte man wünschen, dass er sich tagtäglich stundenlang diesem überwältigenden Bild aussetzen kann. Wenn er es lang genug durchhält, wird er eines Tages vermutlich ähnlich dreinschauen und sicher wird er dann herausgefunden haben, was der Künstler eigentlich damit darzustellen beabsichtigte, wenn bei ihm überhaupt ein derartiger Wunsch bestanden haben mag, was bezweifelt werden darf. Der Käufer dieser Kunst darf sich aber durchaus subjektiven Erklärungen hingeben, um sich der dafür bezahlten Millionen unentwegt zu vergewissern.

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Knossos 19.05.2017, 16:22
2.

Zitat Neanderspezi: "Der Käufer dieser Kunst darf sich aber durchaus subjektiven Erklärungen hingeben, um sich der dafür bezahlten Millionen unentwegt zu vergewissern."

Er und der Schwarm Pilotfische, die seit Kashoggi ein anhaltend fröhliches Erntedankfest für lau feiern und Nippes-Rekorde jagen, welche in Kreisen pervertierten Absahnens als Anstecknadel für groteske Prasserei gelten. Je abstruser und gegenstandsloser die Einkäufe, desto größer die Anerkennung für sinnlos ausgegebene Summen.
Deshalb auch darf es sich bei Ersteigerung moderner Kunst nicht um Schöpfungen aus dem Bereich nachweislicher Fertigkeit handeln, sondern muß bildhaft aussehen, als ob Elefanten für eine Tüte Erdnüsse mit Farben hantiert hätten.

Erst mit aufsehenerregender Nichtigkeit des Objekts hat man unzweideutig bewiesen, daß Not der Welt am Allerwertesten vorbeigeht, besser noch, nicht groß genug sein kann, um die eigene Glücksträhne gebührlich zu unterstreichen. Den Aufstieg in den soziopathischen Olymp
In Dokus zum sozialen Aktivismus der Milliardärsgilde wird gezeigt, wie Individuen von opulenter Industrie der Pilotfische nach sinnfreien Objekten astronomischer Investition suchen lassen, um als Nächste im Wettbewerb des Aberwitzes zu punkten. Wer hingegen über längere Zeit keinen spektakulären Treffer extraordinärer Verschwendung landet, ist eigenem Bekunden nach aus dem Rennen und wird mit Zweitrangigkeit bestraft.

Für solchen Zirkus kranker Eitelkeit wird der Planet ausgewrungen, wie ein Wischlappen. Und Milliarden Schafe schauen zu und staunen, während opportune Nassauer des Schauspiels ihnen etwa erklären, sie hätten "noch nie so viele Emotionen in einem Gemälde gesehen", als ob sie nicht die entfernteste Wahrnehmung von mindestens 40 000 Jahren brillanten Kunstschaffens hätten.
Man betrachte nur einmal, welch vitale Kunst schon vor weit über 30 000 Jahren in der Chauvet-Höhle vollbracht wurde, und dann schaue man zurück auf das Groß der modernen "Kunst" aus linkischen Händen von Menschen, die offensichtlich als Kind nicht an Stift und Papier herankamen. Je ungelenker das Werk, desto mehr Nachweis der Liquidität für den Käufer.
Denn wir alle wissen, was unbeholfener Kladderadatsch einmal wert sein wird. Als verschwendetes Material und gehandelter Nachweis exzessiver Dekadenz und Verachtung des Verstands und der Anteilnahme in einer asozialen Ära.

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Shulma Shmoller-Shmopp 19.05.2017, 16:38
3. Gut geschult

Dieses Bild hat eine asiatische Qualität. Es kehrt, wenn man so will, heim. Der Käufer handelt mit sehr gut geschultem Auge.

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