Forum: Kultur
Religion : Hat Gott als System versagt?
REUTERS

Religion wurde lange missbraucht, um zu unterdrücken. Dabei ist Gott doch einfach das Gute, das in unserem Inneren mit dem Bösen kämpft. Oder?

Seite 34 von 65
syracusa 26.12.2015, 21:25
330.

Zitat von nobody_incognito
Wären Sie halbwegs vernünftig, wüssten Sie, dass es ohne Gott gar nicht geht. Die Wurzel der Unvernunft ist die Todesangst - aus der kommen Sie nicht raus ohne Gottvertrauen.
Meine Existenz beweist das Gegenteil.

Beitrag melden
nobody_incognito 26.12.2015, 21:25
331. Ruh

Zitat von zufriedener_single
Eine wesentliche Eigenschaft des Denkens ist das Erschaffen und verändern von Konzepten. Alles, was man über Gott sagen kann, ist ein Konzept. Insofern ist jede Diskussion über Gott genau das: "Über" - und geht damit ganz von selbst am Kern der Sache vorbei. Und dennoch ist klar, daß es so was wie einen "Gott" geben muß, denn sämtliche Erklärungsversuche können eines nicht: Sie können nicht erklären, was die Ursache dafür ist, daß es überhaupt etwas gibt. Ein Physiker mag einwenden: Doch! Es kann "etwas" aus "nichts" entstehen. Jedoch: Was ist die Ursache dafür, daß das so ist? Darauf liefert die Physik keine Antwort. Was bleibt? ... Gott Oder: Man läßt es einfach so sein. Dann hat man auch seine Ruh'.
Entweder Gott *ist* oder er/sie *ist* nicht. Beides ist völlig unabhängig davon was wir darüber denken, bzw. es obliegt der Eigenverantwortung zu einer objektiv richtigen Sicht zu kommen. Das Ego macht aber objektives Sehen unmöglich, also wäre es eine Grundvoraussetzung sich von der Egomanie und dem Narzissmus befreit zu haben. Davon sind die meisten aber noch Lichtjahre entfernt. Vllt. ist die Befreiung davon auch die eigentliche Antwort auf alle Probleme.

Beitrag melden
syracusa 26.12.2015, 21:28
332.

Zitat von novoma
Nur ist der Gott, den einige Physiker für möglich halten, nicht gerade ein Ebenbild desjenigen, der in den verschiedenen Religionen beschrieben wird. Eher eine Art himmlischer Knöpfchendrücker, der, nachdem er den Urknall ausgelöst hat, in die Versuchsanordnung nicht mehr groß eingegriffen hat.
Mit genau diesem Knöpfchendrückergott ist die katholische Kirche ja überaus glücklich, weshalb sie offiziell ja die Urknalltheorie bevorzugt unterstützt.

Ich kenne keinen Theologen, der ernsthaft an irgendwelche Wundermärchen glaubt, wie sie in der Bibel beschrieben werden. Aber mir ist klar, dass es solche reichlich gibt.

Beitrag melden
klmo 26.12.2015, 21:32
333.

Zitat von Attila2009
Ja die Wissenschaftler haben noch Grenzen. Wir wollen ja doch nichts Unmögliches verlangen dass die schon alles wissen, obwohl die schon weit voran geschritten sind. Und hier kommt wieder das Platzhaltersymbol "Gott". Gott ist nur dort wo die Wissenschaft noch nicht war. Nachdem er früher über den Wolken schwebte hat Er sich heute schon hinter die letzten Geheimnissse des Universums zurückziehen müssen und sollten wir die auch noch entschlüsseln werden wir ihn dort auch nicht finden. Muss das Universum eigentlich irgendwie entstanden sein oder war es schon immer da, aber verändert sich laufend nach uns noch unbekannten Gesetzmäßigkeiten ? Kommt irgendwann nach dem Urknall der "Big Crash" oder stirbt es einfach den Kältetod, wir wissen es nur (noch ) nicht.
Wir liegen nicht so weit auseinander. Zitiere dazu Friedrich Schleiermacher (Über die Religion): "Nicht der hat eine Religion, der an eine heilige Schrift glaubt, sondern der, welcher keiner bedarf und wohl selbst eine machen könnte."
Ihre Religion sind die Wissenschaften. Sie glauben, Sie implizierten das Wissen in eigener Regie. Dabei bedienen Sie sich nur wissenschaftlichen Erklärungsmodellen.
Dazu Hoimar von Ditfurth:
"Welch unglaubliche Arroganz steht doch hinter der gedankenlosen Selbstverständlichkeit, mit der wir davon ausgehen, dass das Universum, dass die Geschichte der Natur und dass die Evolution des Lebens auf der Erde 13 Milliarden Jahre lang ohne Geist, ohne schöpferische Phantasie, ohne Intelligenz haben auskommen müssen, weil es uns noch nicht gab."

Beitrag melden
nobody_incognito 26.12.2015, 21:36
334. Stimmt

Zitat von syracusa
Meine Existenz beweist das Gegenteil.
JedeR ist sich selbst ein Gottesbeweis oder des Gegenteils. Dann wird uns der Tod eben zu Gnostikern machen - jedenfalls würde ich mir auf eine Existenz "hier" nichts einbilden^^. M.E. ist es eh nur Illusion/Maya oder eine Art bewusstseinserweiterndes Fegefeuer. Ergo ich persönlcih glaube an gar kein Leben vor dem Tod. ;-)

Beitrag melden
kyon 26.12.2015, 21:37
335. Stimmt nicht!

Zitat von Oihme
Das ist sogar eine der Kernaussagen des Katholizismus. Nach dem Schöpfungsakt greift Gott nur noch über den freien Willen des Menschen in den Lauf der Welt ein.
Nun, nach den Zeugnissen im Alten Testament hat "Gott" nach der Schöpfung noch reichlich mitgemischt. Und dann hat er sich eine Jungfrau genommen und mit ihr einen Sohn gezeugt, um diesen dann aus Liebe zu den Menschen zu opfern. Dann hat er den heiligen Geist in die Welt geschickt, um den Willen der damaligen Jünger und beispielsweise heute den Willen der Kardinäle bei der Papstwahl zu lenken.

Beitrag melden
syracusa 26.12.2015, 21:37
336.

Zitat von Oihme
Ich glaube, Sie verwechseln hier "Religion" mit dem, was wir unter der gesellschaftlichen Institution "Kirche" verstehen.
Nein, mit "Religion" meine ich das, was wir wir gemeinhin unter Religion verstehen. Und das hat nichts mit "Kirche" zu tun (die gibt es z.B. im Islam gar nicht). Kirche ist eine Organisation von Menschen, die sich gegenseitig zum Glauben an bestimmte Dogmen verpflichten. Religion hingegen ist die ins Transzendente transformierte, mythisch überhöhte Summe der sozialen und ethischen Regeln für das Zusammenleben von Menschen in einer Kultur.

Jäger-Sammler-Kulturen waren in der Regel und über viele Hunderttausende von Jahren Animisten. Im Animismus fehlt die mythologische Überhöhung und in gewissem Maß die Übertragung ins Transzendente. Dafür werden im Animismus natur"wissenschaftliche" Erkenntnisse und Aberglaube verknüpft. Aberglaube ist was anderes als religiöser Glaube, und der Unterschied besteht wiederum in der Verknüpfung mit Naturbeobachtungen. Ohne analytische Naturwissenschaften fehlt die Möglichkeit, empirische Erfahrungen in bestätigte Kausalbeziehungen einzuordnen. Das erledigt dann mehr oder weniger treffsicher der Aberglaube.

Beitrag melden
Nabob 26.12.2015, 21:39
337. Gott ist Hoffnung auf Besserung des Bestehenden,

entwickelte sich unabhängig voneinander in allen Kulturen und stand als Sammelbecken für alles, was man sich nicht erklären konnte und kann.

Dann erkannte man die machtbezogene Missbrauchsmöglichkeit und redete den Menschen ein, der Herr müsse sich erst einmal erbarmen, uns überhaupt ernst zu nehmen und kassierte und kassierte und mordete in anderen Kontinenten, schaffte das schlechte Gewissen an und die geistige Abhängigkeit, bis die Aufklärung die Trennung von Staat und Kirche forderte.

Seither wird uns beigebracht, dass wir ertragen sollen und nicht kämpfen, uns lieber demütigen lassen sollen, als sich zu wehren.

Gott verblieb als ein Begriff des Altertums bis in die Gegenwart und gegenwärtig predigt ein Jesuit den Verzicht des Konsums inmitten der Goldklunkern.

Gott ist eine Erfindung des Menschen, sollte es Gott geben, kann es nur der selbst befohlene tägliche Arschtritt sein, um sich darauf zu besinnen, nicht das Schwein zu werden, welches in seiner Art um uns herum immer verbreiteter wird - und dafür zahlen eir Kirchensteuern.

Herr, erbarme Dich unser!

Beitrag melden
syracusa 26.12.2015, 21:40
338.

Zitat von Attila2009
Viel schlimmer, das wäre Science Fiction. guter Gedankenansatz von Ihnen bei der Frage nach dem Warum. Warum sollte ein Schöpfer sich diese heidenarbeit machen ?
Ist Gott ein Heide?

Interessante Frage: glaubt der Gott der Christen an sich selbst? Wozu braucht er denn sonst die Menschen, als sich in dieser Frage Gewissheit zu verschaffen?

Alternative Antwort: Gott braucht den Menschen aus demselben Grund, aus dem der Mensch RTL2 braucht.

Beitrag melden
Atheist_Crusader 26.12.2015, 21:42
339.

Gott hat als System nicht versagt. Auf die selbe Art wie ein Ochsenkarren nicht als Transportmittel versagt hat. Zu ihrer Zeit haben sie das getan, wofür sie erfunden wurden: Volksberuhigung, Moral und gesellschaftliche Ordnung bzw. Warentransport.

Beiden wurden nur einfach vom Fortschritt überholt.

Beitrag melden
Seite 34 von 65
Diskussion geschlossen - lesen Sie die Beiträge!