Forum: Kultur
Renten-Talk bei "Hart aber fair": "Ganz großes Kino"
WDR/ Klaus Görgen

Hubertus Heil hat seine neue Grundrente durchgebracht - zumindest bei "Hart aber fair". Argumente gegen das Modell "Respekt für Rentner" drangen in Frank Plasbergs Runde nicht durch.

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dragondeal 12.02.2019, 04:35
1. Ich denke,

man sollte die generelle Regel "Wer mehr eingezahlt hat, bekommt auch mehr raus." beibehalten. Dabei kann man ja durchaus ein Minimum und ein Maximum definieren.

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dasfred 12.02.2019, 05:08
2. Jetzt wildert die SPD im Revier der FDP

Da wanzen sie sich an die Millionen Zahnarzt Gattinnen ran, die mal formal als Teilzeitkraft eingestellt wurden und nun trotz Vermögen mit der Gießkanne beschenkt werden. Könnte man fast Glauben. Wenns nicht so schlimm wäre. Mehr Geld für Minirentner gegen Soli Abschaffung für die zehn Prozent der höchsten Einkünfte. Da kann man drüber Diskutieren, sollte aber beachten, dass jede Position ein anderes Demokratieverständnis repräsentiert.

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ronald1952 12.02.2019, 05:40
3. Manchmal frage ich mich schon

was diese talk shows eigentlich bringen sollen? Fakt ist doch hier bei uns in Deutschland stimmt das ganze System nicht. Nur wenn jeder ich meine wirklich jeder seine Steuern und Sozialabgaben bezahlen würde dann würde es hier stimmen. Aber Beamte Industrie und viele andere müssen oder machen es nicht mit Billigung der Politik. Würden alle Ihren Obolus bezahlen wäre mehr als genug Geld vorhanden um alles Bezahlen zu können. Solange es keine Gleichstellung beim Bezahlen gibt, wird die Waagschale immer zugunsten der Nichtzahlenden ausschwingen, dass heißt es bleibt beim alten.Vielleicht wäre es mal an der Zeit für solche Ziele auf die Strasse zu gehen, aber ich weis das gehört wohl in die Traumwelt! Zum Respekt für Rentner muss ich eines sagen da selbst schon Rentner haben wir natürlich den Respekt der anderen Verdient, denn wir haben in unserem Leben unseren Teil dazu beigetragen und unseren
Finanziellen Teil auch getragen, für die Allgemeinheit in einem langen Arbeitsleben egal was man gearbeitet hat! Das zu hinterfragen ist blanker Unsinn.
schönen Tag noch,

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neutralfanw 12.02.2019, 06:44
4. Warum

wurden die Spitzensteuersätze seit Ende der 1990er Jahre so stark reduziert. Es gab Zeiten, da haben sich Großverdiener in Zeitung-Annoncen namentlich zur Zahlung von höheren Steuersätzen bereiterklärt. Dann hätten wir heute sicher eine andere Diskussion. Man sollte den Vorschlag der SPD nicht gleich verteufeln. Erst denken, dann reden. Einzelheiten prüfen, Nachteile und Möglichkeiten abwägen und dann demokratisch abstimmen. Das nenne ich Regierungsarbeit.

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Pela1961 12.02.2019, 07:23
5. Endlich hats mal einer gesagt -

es geht nicht um die Finanzierbarkeit, es geht um die Prioritäten. Vogel machte klar, dass ihm die Entlastung auch der absoluten Spitzenverdiener wichtiger ist als die Bezahlung einer Grundrente ohne Bedürftigkeitsprüfung, wirft H. Heil aber Klientelpolitik vor. FDP wie sie leibt und lebt. Mich würde auch mal interessieren, warum die FDP und die CDU sich eigentlich so vehement gegen eine Offenlegung der Nebeneinkünfte von Parlamentariern in transparenter Art und Weise wehren, wenn es doch gar nicht schlimm ist, sich "nackig" zu machen. Die beiden Herren neben Herrn Plasberg wirkten gestern jedenfalls nicht so, als ob sie viele Argumente gegen die Grundrente hätten. Gebetsmühlenartig haben sie nur immer wiederholt, dass eine Bezahlung aus Steuermitteln falsch wäre. Als ob sie etwas anderes gesagt hätten, wenn die Beiträge erhöht werden sollten. Dann hätte Vogel wohl noch mehr aufgeschrien. Die wollen einfach nicht, dass es diese Rente gibt. So blöd sich das anhört - das ist mal eine völlig neue Art der Neiddiskussion, das kam gestern sehr gut rüber. Aber wie armselig ist das eigentlich, auf jemanden neidisch zu sein, weil er doch tatsächlich 1000 Euro Rente im Monat nach 35 Arbeitsjahren bekommen soll? Und der Blödsinn von den vielen Menschen, die dann auf einmal nur noch halbtags arbeiten gehen - wie sollen die heute leben?

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k.u.m. 12.02.2019, 07:32
6.

Ja, so weit sind wir, dass die Meinung fast widerspruchslos geäußert werden kann, dass es doch wohl nicht zumutbar sei, erarbeitetes Geld für die eigene Alterssicherung einzusetzen. Hier muss der Sozialstaat ran, und na klar, ohne jede Prüfung, ob ein echter Bedarf besteht.

Frau Bentele setzte mit einem kleinen Schlusssatz dem Ganzen die Krone auf: Man könne auch ruhig mit der Rente unter 35 Jahren Erwerbstätigkeit beginnen. Na klar, am besten der Staat zahlt Rente bereits nach dem Schulabgang. Woher das Geld dann kommen soll? Erstens fragt danach doch ohnehin niemand, und zweitens haben wir doch noch die Superreichen. Aber mit denen ist es, wie mit einer Talsperre. Wenn man pausenlos zu viel Wasser entnimmt, ist sie irgendwann leer, und ohne starken Regen bleibt die das auch.

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liberaleroekonom 12.02.2019, 07:37
7. Die Ungerechtigkeiten der Respekt-Rente

Den Hauptkritikpunkt an Herrn Heils Respekt-Rente hat SPON leider garnicht erwähnt. Es geht um all die "fleißigen und tüchtigen Leute, die das Land am Laufen halten", die leider keine 35 Versicherungsjahre aufweisen können und nach seinem Modell komplett leer ausgehen. Warum hier die SPD nicht erkennt und wahrhaben will, dass das Basis-Rentenmodell der FDP, das die tatsächlich erworbenen Rentenansprüche als Grundlage nimmt, die weitaus bessere und gerechtere Variante ist, erschließt sich mir nicht.

Selbst die Muster-Rentnerin Frau Holtkotte würde mit dem Basis-Renten-Modell der FDP signifikant mehr Rente erhalten, als mit der Heilschen Respekt-Rente. Und das nicht deshalb, weil es für den Steuerzahler noch teurer ist, ganz im Gegenteil. Es ist wesentlich günstiger als der SPD-Vorschlag zu finanzieren, weil es die Altersarmut gezielt angeht und bedarfsgerecht angewendet soll.

Letztlich ist die Bedürftigkeitsprüfung aber doch ein Nebenschauplatz. Will ich viel Geld des Steuerzahlers mit der Gießkanne verteilen, stocke ich alle geringverdienenden Rentner ohne diese Prüfung auf; verwende ich das zusätzliche Geld des Steuerzahlers gezielt nur für diejenigen Rentner wo auch Bedarf besteht (also tatsächlich Altersarmut droht oder vorliegt), reichen selbstverständlich weitaus geringere Summe aus. Und im Endeffekt bekommen diese dann sogar mehr Rente als nach dem Gießkannenprinzip.

Ich vermute fast, die SPD hat bewusst soviele Ungerechtigkeiten in ihr Modell eingebaut und die Finanzierung so hochgeschraubt, damit sie bloß nicht in Verlegenheit kommt es tatsächlich anwenden zu müssen. Wer Lebensarbeitsleistung erst mit vollen 35 Versicherungsjahren zubilligt und den Unterschied zwischen Vollzeit und Teilzeit im bestehenden Rentenmodell verwischt (also die tatsächlich erworbenen Rentenpunkte vernachlässigt) macht meines Erachtens irgendetwas grundlegend falsch.

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so-long 12.02.2019, 07:55
8. Warum

wird der erwähnten Reinigungskraft keine entsprechende Entlohnung gezahlt? Dann würde das komplette Lohngefüge im Krankenhaus explodieren, sodass drei Tage später die Krankenkassenbeiträge erhöht werden müssten. Das wäre die nächste Baustelle. Und alle sagen: Danke SPD. Das will man tunlichst vermeiden.
Vermutlich ist die Reinigungskraft alleinstehend. Warum? Zu zweit sieht man nicht nur besser, es geht auch besser. Vielleicht ist sie geschieden? Es ist seit langem eine Binsenweisheit: einmal geschieden ist wie einmal abgebrannt.

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Alter Falter 12.02.2019, 08:01
9.

Ich habe Probleme, einer SPD Glauben zu schenken, dass es ihnen um das Wohl der Rentner geht. Einer SPD, die Millionen Rentner mit der nachträglichen Doppelverbeitragung von Betriebsrenten und Direktversicherungen enteignet hat. Es ist in der Tat so, dass diese Partei nicht nur durch Hartz IV, sondern eben auch durch dieses Gesetz, durchgesetzt von Genossin Ulla Schmidt, millionenfachen Zuspruch verloren hat.

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