Forum: Kultur
Sängerin Judith Holofernes: "Immer diese Doomsday-Rhetorik!"
Marco Sensche

"Ich bin das Chaos", brüstet sich die Sängerin Judith Holofernes auf ihrem neuen Album. Ein Gespräch über mediale Untergangs-Szenarien und mit welchen Werten sie sich dagegen schützt.

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Schroekel 16.03.2017, 17:16
0. ebenso ...

... richtig wie einfach: "Wenn jemand da ist, der Hilfe braucht, und ich kann helfen, dann helfe ich." Vollste Zustimmung und Unterstützung, danke, Frau Holofernes, manchmal muss man die einfachsten Sachen einfach auch nur aussprechen. Dem entspricht ein ungeschriebenes, aber seit Jahrhunderten gültiges und grundsätzlich praktiziertes Gesetz auf den sieben Weltmeeren. Wenn jemand in Seenot ist, und ich kann helfen, dann helfe ich."

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santoku03 16.03.2017, 17:45
1.

" Ich bin ja total gerne auf Twitter, da verändern sich Dinge in einem wahnsinnigen Tempo. Es passiert irgendetwas, kein Mensch weiß, was genau passiert ist, noch nicht einmal die Polizei, die dabei war. Aber wie schnell dann plötzlich jeder zu wissen meint, wer der Böse ist! Ich finde es faszinierend, wie man zugucken kann, wie sich binnen Stunden auf ein Narrativ eingeschossen wird. Am Anfang ist ganz kurz alles offen, dann macht's Schwupp und alle wissen genau, was war. Und nach 24 Stunden kommt dann die Irritation, dass etwas doch nicht ins Bild passt - und alle gehen betreten mit den Füßen scharrend aus dem Raum."
Und wie dumm muss man sein, um von solchem Mist fasziniert zu sein?

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sarkasmis 16.03.2017, 18:00
2. Helfen?

Als Judith Holofernes ihr Kind in den Kindi bzw. die Schule schicken musste, hat sie unumwunden in der Presse zugegeben, dass sie es nicht auf eine Einrichtung mit hohem Migrantenanteil schicken will. Wenn sie jetzt von "helfen" spricht, ist das eine dreiste Doppelmoral. Von wem sollen die Kinder auf Brennpunktschulen denn z.B. normales Hochdeutsch und westliche Umgangsformen lernen, wenn nicht von deutschen Kindern?
Hier hätte Frau Holofernes helfen können und sie hat es nicht getan.

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Die Happy 16.03.2017, 18:25
3.

Zitat von sarkasmis
Als Judith Holofernes ihr Kind in den Kindi bzw. die Schule schicken musste, hat sie unumwunden in der Presse zugegeben, dass sie es nicht auf eine Einrichtung mit hohem Migrantenanteil schicken will. Wenn sie jetzt von "helfen" spricht, ist das eine dreiste Doppelmoral. Von wem sollen die Kinder auf Brennpunktschulen denn z.B. normales Hochdeutsch und westliche Umgangsformen lernen, wenn nicht von deutschen Kindern? Hier hätte Frau Holofernes helfen können und sie hat es nicht getan.
Schon Fake News oder einfach nur eine falsche Unterstellung?!

So stellt sich der Sachverhalt wirklich dar, nämlich genau umgekehrt.
Zitat H. in der taz:
Auf unserer Einzugsgebietsschule haben 98 Prozent der Kinder einen Migrationshintergrund. Wir hätten unser Kind da hingegeben, aber die wollten gar nicht, dass unser Kind auf diese Schule geht. Die Direktorin selbst sagt, sie bemüht sich nicht mehr um deutschsprachige Kinder. Die, die dabei am meisten verlieren, sind die Kinder mit Migrationshintergrund.

http://www.taz.de/!5050041/

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hegoat 16.03.2017, 18:46
4.

Ich find's immer toll, wenn Menschen ohne Geldsorgen, die in einer bevorzugten Lage wohnen und deren Umfeld großteils auch nur aus reichen Menschen besteht, allen anderen erklären wollen, wie die Welt funktioniert und wie man sich zu verhalten habe. Wer jeden Tag Angst um seinen Job haben muss und froh ist, wenn er einmal im Jahr mit seiner vierköpfigen Familie für eine Woche an die Nordsee fahren kann, der hat andere Sorgen als die gutbetuchte Frau Holofernes. Nämlich: Irgendwie über die Runden kommen. Und da ist den meisten das Hemd näher als die Hose. Und schlaue Ideen von Menschen, die sich ihren Postmaterialismus leisten können, brauchen sie gar nicht.

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flesh 16.03.2017, 19:03
5.

Zitat von Die Happy
Schon Fake News oder einfach nur eine falsche Unterstellung?! So stellt sich der Sachverhalt wirklich dar, nämlich genau umgekehrt. Zitat H. in der taz: Auf unserer Einzugsgebietsschule haben 98 Prozent der Kinder einen Migrationshintergrund. Wir hätten unser Kind da hingegeben, aber die wollten gar nicht, dass unser Kind auf diese Schule geht. Die Direktorin selbst sagt, sie bemüht sich nicht mehr um deutschsprachige Kinder. Die, die dabei am meisten verlieren, sind die Kinder mit Migrationshintergrund. http://www.taz.de/!5050041/
Und Sie sind sicher, daß mit "(..) in der Presse (..)" genau dieses Interview für die taz gemeint ist? Nicht etwa eines für die SZ aus dem September 2010? Und auf welche Schule gehen ihre Kinder jetzt eigentlich?

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bordstein 16.03.2017, 19:59
6. das lese ich so nicht

Zitat von hegoat
Ich find's immer toll, wenn Menschen ohne Geldsorgen, die in einer bevorzugten Lage wohnen und deren Umfeld großteils auch nur aus reichen Menschen besteht, allen anderen erklären wollen, wie die Welt funktioniert und wie man sich zu verhalten habe. Wer jeden Tag Angst um seinen Job haben muss und froh ist, wenn er einmal im Jahr mit seiner vierköpfigen Familie für eine Woche an die Nordsee fahren kann, der hat andere Sorgen als die gutbetuchte Frau Holofernes. Nämlich: Irgendwie über die Runden kommen. Und da ist den meisten das Hemd näher als die Hose. Und schlaue Ideen von Menschen, die sich ihren Postmaterialismus leisten können, brauchen sie gar nicht.
Ich habe mehr das Gefühl, dass Frau Holofernes in diesem Interview ihre Sicht auf die Dinge äußert und nicht versucht anderen Menschen die Welt zu erklären. Außerdem finde ich auch keine Beobachtung, die nicht auch auf einen Menschen zutreffen könnte, der jeden Tag seine Arbeit verlieren könnte. Eigentlich bezieht sich gar nichts auf den von Ihnen unterstellten Postmaterialismus.
Sie fordern also, dass sich Menschen die nicht direkt existenziell bedroht sind nicht mehr äußeren dürfen? Und da Sie ja unterstellen, dass den anderen das Hemd näher ist als die Hose, sie also angeblich extrem selbstbezogen sind, wäre das, was sie zu sagen haben für andere Menschen auch nicht sehr interessant.
Damit wäre endlich Stille im Äther.

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chwe 16.03.2017, 20:12
7.

Zitat von Die Happy
Schon Fake News oder einfach nur eine falsche Unterstellung?!
sueddeutsche.de: Sie wollen nicht, dass Ihr Kind in der Schule einer Minderheit angehört?

Holofernes: Es geht mir um den Grad. Bei einer Schule mit einem Anteil von 60 Prozent wäre ich sofort dabei. Das sind in Kreuzberg die Schulen, vor denen die Eltern Schlange stehen.

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vox veritas 16.03.2017, 20:29
8.

Liest sich alles gut und ist auch grundsätzlich richtig. Trotzdem ersetzt das "Jetzt helfen" nicht das langfristige denken. Das kommt m.E. leider viel zu kurz.

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