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Sängerin Youn Sun Nah: Ich träume davon, in Pjöngjang zu singen
Act

Die Teilung ihrer Heimat ist offiziell kein Thema für den südkoreanischen Weltstar Youn Sun Nah. In einem Roman der aus Korea stammenden Österreicherin Anna Kim bildet die tragische Geschichte des Landes den Hintergrund.

30-06 18.06.2017, 21:50
1. Vielleicht

sollte man sich klarmachen woher der Hass in Nord Korea auf alles US Amerikanische beruht:
In a 1984 interview, Air Force Gen. Curtis LeMay, head of the Strategic Air Command during the Korean War, claimed U.S. bombs "killed off 20 percent of the population" and "targeted everything that moved in North Korea."
"Most Americans are completely unaware that we destroyed more cities in the North then we did in Japan or Germany during World War II... Every North Korean knows about this, it's drilled into their minds. We never hear about it," historian and author Bruce Cumings told Newsweek by email Monday.

http://www.newsweek.com/us-forget-korean-war-led-crisis-north-592630

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movfaltin 19.06.2017, 10:58
2. Tja...

Da hat die Sängerin aber die Rechnung ohne die südkoreanische Gesetzeslage gemacht. Es ist - etwas anders als damals bei der DDR - nicht Nordkorea, das Südkoreaner von der Einreise abhält, sondern es sind südkoreanische Gesetze, die jedem Bürger Südkoreas die Einreise in den Norden verwehren. Zwar würde auch Nordkorea die Zureise reglementieren und Einreisende Südkoreaner erstmal "aufwendig" checken, aber eben so wie bei bspw. US-Amerikanern auch. Derzeit ist "südkoreanisch" die einzige Nationalität, die - durch eigene Gesetzeslage - nicht nach Nordkorea darf.

Im Süden wird genauso wie im Norden tatsächlich befürchtet, der andere Part könne sich in Teilen des gesellschaftlichen Systems als überlegen erweisen. Immerhin strebt Nordkorea zumindest nach außen eine Wiedervereinigung an; so heißt etwa die Partei von Herrn Kim sinngemäß "Partei für die Wiedervereinigung". Im Süden ist das Bestreben nach einer Wiedervereinigung in den letzten zwei Dekaden hingegen drastisch zurückgegangen. Grund sind neben den wirtschaftlichen Diskrepanzen auch harte propagandistische Anschwärzungen, Verhöhnungen und Verunmenschlichungen der Nordkoreaner. Leider gehört auch das zu den Verfehlungen in den koreanisch-koreanischen Beziehungen. In Nordkorea hingegen hetzt man vielmehr über die USA und stellt diese als barbarisch und unmenschlich dar.

Eine freie Aggression des Nordens gen Süden ist vor allem durch den Koreakrieg noch in den Köpfen drin; klar, könnte sich ganz eventuell irgendwann ähnlich abspielen, vor allem im Wettstreit der Systeme, aber derzeit weist - zumindest ohne äußeren Anlass - wenig bis nichts darauf hin, dass ein Einmarsch von Norden aus gen Seoul oder Busan erfolgt.

Eigentlich sind die Voraussetzungen für eine Wiedervereinigung gar nicht so ungünstig. Wenn der Süden nicht extreme Hetzpropaganda betrieben hätte und nicht beide Systeme in Konkurrenz stünden (im Süden der recht freie Markt, im Norden der bemutternde Staat). Und wenn Kim mit einer Amnestie rechnen könnte anstatt mit irgendwelchen ostentativ drakonischen Strafen um Leben und Tod.

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