Forum: Kultur
Sean Spicer bei den Emmys: Die unwillkommene Erinnerung
DPA

Was Trumps Ex-Pressesprecher Sean Spicer bei den Emmys zu suchen hatte? Sein Auftritt war fürchterlich - aber notwendig. Denn er erinnerte daran, dass die TV-Branche mitverantwortlich für Donald Trumps Aufstieg ist.

murksdoc 18.09.2017, 14:01
1. Zero-News

Und was genau hat Spicer gesagt?

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Palisander 18.09.2017, 14:05
2. Warum fürchterlich?

Er hatte nur einen Satz zu sagen und es zeigt doch wie eine gute Demokratie funktioniert. Sich selber nicht zu ernst nehmen und Menschen auch ein Chance zu geben. Es ist wirklich nervig wie sich hier eine Gesellschaft anmasst der Hüter von richtig und falsch zu sein. Woher nimmt besonders die deutsche Gesellschaft im Augenblick dieses stoische Selbstbewusstsein welches die Fakten so auslegt wie es ihrem Weltbild passt? Es ist eine neue Form des Linksfaschismus der eine Sprache und eine Aufforderung pflegt die nichts mehr mit Freiheit und freiem Denken zu tun hat. Hier werden Meinungen vorab klar manifestiert mit der Unterschrift: "So ist es richtig, und solltest du auch nur ansatzweise diese Haltung hinterfragen bist du ein Nazi". Wie arm ist das denn? Und wohin bringt das die Gesellschaft? Ist euch das eigentlich klar? Egal ob in sozialen Netzwerken oder in den Medien, es herrscht eine Stimmung der Angst. Die Vernunft und das Nachdenken wurden wohl komplett abgeschalten.

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Papazaca 18.09.2017, 14:14
3. Die Sender, die Trump hochgejubelt haben sind NBC und CBS. Nur die?

So, so, die schuldigen Sender an Trumps Erfolg sind NBC wegen Trumps Serien "The Apprentice" und "The Celebrity Apprentice" und CBS wegen der Berichte über Trumps Wahlkampf. Und natürlich CNN wegen Dauerberichterstattung über Trump. Das stimmt. Aber nur zum Teil.

Ein wichtiger Punkt sind natürlich die konservativen Medien wie Fox News, Breitbart etc. Aber der für mich wichtigste Punkt sind auch alle Medien, die Trump in tiefer Feinschaft verbunden sind. Trump und die liberalen Medien (wie New York Times, Washington Post, Guardian, SZ, SPON etc) sind doch das Superbeispiel, wie Medien von ihrem erklärten Feind Trump in einem geradezu symbiotischen Verhältnis voneinander profitieren. Trump garantiert eben hohe Auflagen. Die New York Times hat Abos und Auflage deutlich gesteigert. Die Wahrheit ist also komplexer.

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NewYork76 18.09.2017, 15:40
4. Schrecklich

Der Auftritt von Spicer gestern war einfach nur schrecklich. Dieser Mann hat fuer seine Karriere seine Seele verkauft. Wer die Luegen eines Menschen wie Trump verbreitet und auch noch verteidigt, der kann sich doch jetzt nicht hinstellen und mit ein paar Witzchen die ganze Geschichte weg lachen!

Natuerlich ist fuer die Medien und die TV-Branche ein Donald Trump eine Goldgrube. Und das kann man durchaus kritisieren.

Trotzdem war Spicer's Auftritt einfach nur widerlich. (genauso uebrigens wie seine Auftritte bei diversen Late Night Talkern)...

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whitewisent 18.09.2017, 15:46
5.

Zur Erinnerung, das war dort Gestern ein Showevent über die Preisverleihung für Unterhaltungskünstler und Unterhaltungssendungen! Dort tagte nicht der inoffizielle Rat der Fünften Gewalt im Staat, wo sich Spicer eingeschmuggelt hat. Er tat das einzig richtige nach US-Verständnis, was diesen Tiefschlägen von SNL und McCarthy gerecht wurde, aufstehen, weitermachen, und je mehr man in den Schlamm haut, umso mehr Menschen werden einem den Respekt zollen, der nötig ist. Hat nur noch gefehlt, daß er "I will survive" sang. Denn es ist auch Mobbing, wenn es von linksliberalen Künstlern kommt, und nicht die Freiheit der Kunst, andere Menschen fertig zu machen. Denn wenn man die ernst nimmt, muß man auch seinen Auftritt als Teil dieser Kunstfreiheit betrachten und tolerieren.

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fisherman 2 18.09.2017, 15:57
6. Zu denken gebendes macht eben nachdenklich

Zitat von Palisander
Er hatte nur einen Satz zu sagen und es zeigt doch wie eine gute Demokratie funktioniert. Sich selber nicht zu ernst nehmen und Menschen auch ein Chance zu geben. Es ist wirklich nervig wie sich hier eine Gesellschaft anmasst der Hüter........
Die Reaktion manch einem/er im amerikanischen Publikum und tausende Zuschauer vor den Fernsehgeräten bei diesem Event war, dass ihnen das Lachen im Halse stecken blieb. Denn es hat eben nichts mit Demokratie zu tun, wenn ein ehemaliger Pressesprecher mit einem saloppen Hahachen verkündet, dass seine anmaßenden und komplett verlogenen alternativ Darstellungen der Wirklichkeit vor einer freien Presse nichts weiter waren als ein böser Scherz. Da wurden Journalisten/innen vor laufender Kamera von Spicer belogen oder in die Schranken gewiesen. Das werden Sie vermutlich nicht mitbekommen haben wenn Sie CNN nicht ab und zu gekuckt haben. Es ist eben kein deutsches Besserwissertum oder Linksfaschismus, auch in Amerika nicht, wenn kritisch über kritikwürdigem berichtet wird – denn es ist eben (unter anderem) eine freie Presse die in einer Demokratie für Freiheit und Aufklärung sorgt. Und keine Angst, Sie sind bestimmt kein Nazi wenn Sie das alles hinterfragen, das ist schließlich Ihr gutes Recht und Ihre Entscheidung.

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Kunstgriffe 18.09.2017, 19:48
7.

Schöner Artikel.

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sven2016 19.09.2017, 05:55
8.

Ach herrje: amerikanische Late-Night-Shows und Moral...

Geschäftsprinzip ist hohe Einschaltquote, es ist Big Business.

Dafür tut man Alles, und wenn da Einer ist, der zuverlässig Gags liefert, ist das sehr willkommen.

Diesen Bereich der Medien sollte man nicht zu sehr überbewerten. Kritische Presse findet man woanders. Hier wird Geld mit moderner Unterhaltung und Übertreibung gemacht. Wenn es der Zuschauer so will.

Die Anderen haben Hannity und Alex Jones. Auch keine echten Journalisten.

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