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Sinfonische Kunst: Die Reize der Überraschung
Christian Wind

Zwei sehr unterschiedliche Dirigenten greifen beherzt zu. Der eine bei Schubert, der andere bei Mozart. Alles altbekannt? Christoph König und Herbert Blomstedt präsentieren stürmische Überraschungen.

Bluemax 13.08.2018, 12:14
1. Überflüssiger Schubert

Königs Aufnahme ist schlichtweg langweilig und hat nicht wirklich Neues zu bieten. Wie so viele Neuaufnahmen, die krampfhaft Neues entdecken wollen und kläglich scheitern. Wer weiß, wie lange es noch dauern wird, bis jemand Furtwänglers bisher unerreichte Interpretation der "Großen" C-Dur-Symphonie übertreffen wird.....ich vermute noch sehr, sehr lange. Furtwängler fand genau die richtige Balance zwischen klassischer Form und romantischem Geist, der diesem Werk innewohnt (etwas, was der Autor des obigen Artikels dem Werk abspricht und damit leider seine mangelhafte Kenntnis preisgibt). Der späte Schubert war, wie auch Beethoven ein Schwellenkomponist, eine Brücke zwischen Klassik und Romantik. Das ist für sehr viele Interpreten eine Stolperfalle. Entweder wird auf Biegen und Brechen "klassifiziert" oder ein schwülstiger romantischer Brei zelebriert. Ich weiß auch nicht, warum der Autor gerade Kempes zugegebenermaßen solide Interpretation (aber eben auch nicht mehr) als Referenz anführt. Ganz nett, aber da gibt es Überzeugenderes von Kempe.

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cremuel 13.08.2018, 12:33
2. ??

"So klingt der 4. Satz der g-moll-Sinfonie nicht wie ein versöhnliches Resumé, […]"
So darf er nie klingen und wo wäre die Aufnahme, auf der er so klingt? Das ist nur wieder ein Beispiel der enervierenden Standardfigur "Hier klingt alles anders als vorher, weil seit 1791 noch keiner darauf gekommen ist, wie es klingen muss."
Totzdem Danke für den Hinweis auf Blomstedts Aufnahme, die ich mir sehr gerne anhören werde.


Schuberts 9. (oder 8.)...da beginnt jetzt wirklich seit zwanzig Jahren jede Rezension damit, dass es nun alles anders klingen würde (bei Harnoncourt, bei Immerseel etc.pp.) Wen interessiert das? Wer Schubert liebt, weiß doch, dass das Quatsch ist. Wer sich nicht für Schubert interessiert, den wird das doch völlig kalt lassen.


Bitte, bitte, bitte: Motten Sie doch diese rhetorische Figur ein, sie bringt IMO überhaupt nichts.

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jautaealis 13.08.2018, 20:05
3. Es ist eine Beleidigung jeglichen ästhetischen Empfindens, ...

... die Wolfgang Amadé Mozartschen Machwerke als Kunst zu bezeichnen! Gleich in welcher Interpretation sie erklingen: Sie werden stets stümperhaft instrumentierte Flickenteppiche stereotyper Vulgarismen bleiben, die in aller Regel mit einem hässlichen großen akustischen Tintenfleck anheben...

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helisara 13.08.2018, 20:50
4.

Zitat von jautaealis
... die Wolfgang Amadé Mozartschen Machwerke als Kunst zu bezeichnen! Gleich in welcher Interpretation sie erklingen: Sie werden stets stümperhaft instrumentierte Flickenteppiche stereotyper Vulgarismen bleiben, die in aller Regel mit einem hässlichen großen akustischen Tintenfleck anheben...
Für Leute wie Sie, gibt es ja noch so viel zur Auswahl: Helene Fischer, Bushido, Modern Talking, Andrew Lloyd Webber....

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cremuel 14.08.2018, 09:53
5.

Zitat von jautaealis
... die Wolfgang Amadé Mozartschen Machwerke als Kunst zu bezeichnen! Gleich in welcher Interpretation sie erklingen: Sie werden stets stümperhaft instrumentierte Flickenteppiche stereotyper Vulgarismen bleiben, die in aller Regel mit einem hässlichen großen akustischen Tintenfleck anheben...
Das hat was, finde ich. Da man Mozart eigentlich nur 24/7/365 preisen und verehren kann, finde ich diesen Ausbruch irgendwie rührend.
Nur der Tintenfleck...Erstens hat Mozart immer perfekte Partituren geschrieben und zweitens fängt er nicht selten leise an. Soll aber vielleicht eine Verbeugung vor Mozarts Kanons und Bäsle-Briefen sein?

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