Forum: Kultur
Sprache der Flüchtlingspolitik: Monsterworte
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Sprache macht den Menschen zum Menschen. Es sei denn, sie reduziert ihn auf eine Zahl. Genau das passiert aber gerade in diesem Moment mit den Geflüchteten.

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heuweilermer 08.07.2018, 08:13
1. Werteverweigerung?

Ich bin der Meinung, die Politik soll sich nach den Interessen der Einwohner richten, nicht nach imaginären „Werten“. Hinter „Werten“ stehen meist Ideologien, und mit „Werten“ können auch die größten Verbrechen gerechtfertigt werden. Wenn die Politiker wieder anfangen, unsere Interessen zu formulieren, statt von „Werten“ zu schwafeln, dann halte ich das für einen großen Gewinn, auch für die Klarheit der Sprache.

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hevopi 08.07.2018, 08:14
2. Sehr geehrter Herr Diez,

ich stimme Ihnen in Bezug auf Humanität und Mitverantwortung in vielen Fällen zu. Wir dürfen aber auch nicht die Realität aus den Augen verlieren. Sie wissen, dass wir in allen armen Ländern eine dramatische Steigerung der Geburtenrate haben, dass von der Entwicklungshilfe z.B. nach Afrika (in 10 Jahren 1 Billionen Dollar) nur ein sehr geringer Anteil bei den armen Bürgern ankommt, viele dieser Länder hochkriminell sind (natürlich auch weil vielen Menschen zur Versorgung ihrer Familien nur der Diebstahl als Alternative bleibt), die Schlepper-Mörder inzwischen die Maffia-Gruppe Nr. 1 sind, sie in den Dörfern die Menschen belügen, nur um abzukassieren. Es ist leider nicht neu, dass Menschen leider immer noch nicht eine "Sozialrinde" im Gehirn haben und viele Egoisten nur an sich selbst denken. Es ist aber auch realistisch, dass Politiker in einer Demokratie für ihre Bürger Verantwortung tragen und es einfach unrealistisch ist, allen Flüchtlingen helfen zu wollen. Eine wirkliche Lösung der Probleme gibt es leider nicht. Auch in der EU sind die Meinungen weit voneinander getrennt. Als Realist fällt mir nur eine Lösung ein: Hilfe für die armen Menschen vor Ort und zwar nicht in Form von Zahlungen (werden ja unterschlagen) sondern durch den Einsatz von Spezialisten mit den nötigen Hilfsgütern, die diesen Menschen helfen, ihre Landwirtschaft und auch das Handwerk zu stabilisieren, damit sie in ihrer Kultur ein annehmbares Leben haben. Das gleiche gilt für die medizinische Versorgung (Ärzte ohne Grenzen), nicht die wenigen Spezialisten noch nach Europa schleusen, die werden vor Ort gebraucht. Leider hat unsere Politik auf ganzer Linie versagt, ob es nun die Asyl-Fehler, Aufnahme von Kriminellen oder auch die irrwitzige Verschleuderung der Steuern sind, so geht es nicht. Ich hoffe in der Zukunft, Entscheidungen werden nicht mehr von unfähigen Politikern getroffen, sondern von humanen Wissenschaftlern, die nicht nur dummes Zeug quatschen.

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fanasy 08.07.2018, 08:17
3. Niemand

der Spon liest, würde einen Menschen ertrinken lassen. Seenotrettung ist richtig, ehrenhaft und menschlich. Ich verstehe aber nicht, wieso die Flüchtlinge statt 30 km an die Küste 400 km nach Italien gerettet werden. Das ist Schleppertum und führt dazu, dass sich immer mehr Afrikaner auf diesen gefährlichen und tödlichen Weg machen. Und ja, die Mehrheit der Europäer lehnt wirtschaftsbegründete Flucht ins Paradies EU ab.

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marclohner 08.07.2018, 08:20
4.

Meine volle Zustimmung zu diesem Artikel. Die Verrohung in der Gesellschaft und die Fokussierung auf egoistische Motive werden immer schlimmer, von Jahr zu Jahr. Ich schäme mich, gerade in Europa zu leben.

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Osservatore 08.07.2018, 08:34
5. Absaufen der Werte

Europas "Werte" saufen mit jedem einzelnen Menschen erneut ab, den man im Mittelmeer ertrinken lässt. Aber das "Absaufen der Werte" hat nicht mit der sog. Flüchtlingskrise begonnen. Es ist ein Prozess, der mindestens (wieder) seit einem Vierteljahrhundert läuft. Denn auch bei uns lässt man Menschen seither "absaufen". Die Folgen können wir alle in den verschiedensten Bereichen sehen - wenn wir es denn wollen...

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pirin4 08.07.2018, 08:41
6. Danke!

In Zeiten, in denen selbst die Kanzlerin ihre Sprache unter Druck von außen ändern muss und Ängste vor Flüchtlingen und Machtverlust (CDU/CSU, SPD) vorherrschen ist es mutig die Sprache der Vernunft und Menschlichkeit zu sprechen und zu schreiben. Vielen Dank dafür!

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flaps25 08.07.2018, 08:49
7. Man sollte sich mal mit den Fluchtursachen beschäftigen

Es geht um politische Instabilität, Misswirtschaft, Ungleichverterteilung, Überbevölkerung und dergleichen mehr menschengemachter Probleme. Gelöst werden muss das vor Ort. Wenn viele nach Europa flüchten ist das keine Lösung sondern führt hier zu diversen Problemen. Niemand wird gezwungen in ein unsicheres Boot zu steigen und aufs Mittelmeer hinauszufahren. Die permanente Agitation von SPON, „uns“ eine moralische Schuld anzuhängen, zuletzt mit immer drastischeren Formulierungen, wird allmählich wirklich unerträglich.

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kaffeepause9h30 08.07.2018, 08:57
8. Bleiben Sie doch bitte sachlich, Herr Diez.

Sie müssen zwischen Flüchtlingen und Migranten unterscheiden. Wer vor Krieg und Verfolgung "flüchtet", findet im nächst sicheren und befriedeten Nachbarland eine Aufnahme. Wer weiter wandert, verändert seinen Status, wird vom Flüchtling zum Migrant. Es wird hier der Eindruck erweckt, Menschen seien solange auf der "Flucht", bis sie in Deutschland angekommen sind. Das ist falsch! Die Genfer Flüchtlingskonvention Art.31 besagt, daß das Zielland, in dem ein Asylantrag gestellt wird, vom Flüchtling nicht frei unter allen Ländern dieser Erde ausgesucht werden kann. Das Land seiner Zuflucht muß im unmittelbaren Umfeld seiner Bedrohung liegen. Es muß das erste sichere Land in der Nachbarschaft sein. Und bei dieser Festlegung geht es nicht darum, die Verantwortung für Krisen auf wenige Staaten abzuschieben. Daß sich entfernte Staaten wie Deutschland, Dänemark oder Schweden bereit erklären, begrenzte Kontingente aufzunehmen ist ja unbenommen. Ebenso gehört es zur Pflicht der Staatengemeinschaft den UNHCR und die Nachbarstaaten von Krisengebieten mit allen Recourcen zu unterstützen. Das Recht der Flüchtlinge auf Heimkehr ist zu wahren! - Alles andere, Herr Diez, wäre eine weltweite Förderung des Exodus gen Norden und stünde im krassen Gegensatz zu Geist und Buchstaben des Völkerrechts!
Deshalb ist die rechtliche Unterscheidung von Flüchtling und Migrant keine Spitzfindigkeit und auch kein Zeichen von Kaltherzigkeit. Wenn ein Flüchtling aus eigener Entscheidung die sicheren Nachbarländer Jordanien oder Türkei verläßt, in dem er als Flüchtling Aufnahme gefunden hat, verändert er seinen Status. Er positioniert sich anders und wird zum Migranten. Er kann dann nicht mehr unter dem "besonderen Schutz" der Genfer Flüchtlingskonvention stehen!

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mr.hans1960 08.07.2018, 09:01
9. Man sollte

endlich ein Einwanderungsgesetz einführen,wie es andere Länder auch haben.
Dann weis jeder der hierher kommen möchte woran er ist.
Aber das kriegen gewisse Deppen ja nicht auf die Reihe.

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