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Sprechen über Rassismus: Wie Worte die Realität verfälschen
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Es sind nicht weiße Dänen, die in Deutschland Opfer von Übergriffen werden - "Ausländerfeindlichkeit" ist deshalb der falsche Begriff. Mit ihm verfestigt man Ausgrenzung.

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anke Weig 06.09.2018, 08:01
1.

Absolut richtig. Klares Denken nur mit klarer Sprache!

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option@l 06.09.2018, 08:07
2. Es ist zunächst mal die Presse...

...die gebetsmühlenartig den Begriff „ausländerfeindlich“ benutzt, während z. B. Pegida sich selbst als islamkritisch bezeichnet. Aber ausländerfeindlich macht sich in reißerischen Überschriften wohl besser und vernebelt gleich mal, worum es den dort Aktiven eigentlich geht. Sicherlich nicht um weiße Dänen oder Touristen. Gleiches ist schon bei der wunderbaren Wandlung vom „Zigeuner“ über „Roma und Sinti“ zum „bulgarischen und rumänischen Staatsbürger“ versucht worden. Nur: mit PC Sprachverwirrung löst man das Problem nicht.

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s.schaefer 06.09.2018, 08:08
3. Bravo

Sollten wir alle, aber auch alle Redaktionen beherzigen!
Präzise Formulierungen, Beschreibungen und Beobachtungen sind gefordert. Das Geschwafel vieler Akteure sollten Medien und Öffentlichkeit nicht einfach übernehmen.

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jujo 06.09.2018, 08:11
4. ....

Alles schön und gut, vielleicht auch alles richtig. Nur vergißt der Autor, das ihn nur wenige verstehen werden. Wir sind hier nicht in einem philosophischem Seminar, sondern in der Lebenswirklichkeit. Denn die die es angeht machen diese feinen Unterscheidungen nicht. Herrn Langers Zielgruppe ist vielleicht in Richtung Precht zu verorten aber nicht in Richtung Bachmann.

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paul_a.stevens 06.09.2018, 08:14
5. Genau!

Dem Beitrag ist nichts zuzufügen. Absolut auf den Punkt gebracht. Es ist immer wieder erstaunlich, wie unachtsam wir mit unserer Sprache umgehen und nicht merken, dass Sprache unsere Gedanken und letztlich unser Verhalten formt.

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mantrid 06.09.2018, 08:16
6. Deutschland über alles

Wer sich mit dem Text aller Strophen des Deutschlandliedes und seiner Entstehungsgeschichte befasst, kommt der Antwort auf die Frage nach dem Deutschsein deutlich näher. Das gemeinsame Identifikationsmerkmal war die deutsche Sprache, keine Religion, keine Enthie, nichts anderes. "Von der Maas bis an die Memel. Von der Etsch bis an den Belt." bezeichnete den damaligen Verbreitungsraum der deutschen Sprache. Und "Deutschland über alles" meinte nie über anderen Staaten zu stehen, sondern das die gemeinsache "Sache" Deutschland über kleinstaatlichen Denken, Relegion, Stammesdünkel usw. stehen sollte. Deswegen wird sich auch in dem Lied auf Zusammenhalt und Kultur bezogen. "Mia san Mia" passtgenauso wenig in dieses Bild wie Parallelgesellschaften, elitäres Denken oder die Scharia, denn das alles ist mit "Einigkeit, Recht und Freiheit" und "Brüderlichkeit" völlig unvereinbar.

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C.Rainers 06.09.2018, 08:17
7. Beiderseitig

Mal ein Beispiel: Anfang der Neunziger war ich mal im Urlaub auf Kuba. Mit uns im Hotel war auch ein farbiger Hamburger. Sprach deutschh ohne Akzent. War zwar ein wenig reserviert uns gegenüber,aber na jaa. Wir waren gerade auf Kuba und lernten schwarze Kubaner kennen, da wandelte sich dieser Hamburger zu einem Rassisten. Auf einmal hing der nur noch mit farbigen Kubanern ab und man hatte das Gefühl er lästerte auch über seine "Landsleute". Genau die gleiche Erfahrung habe ich auch in Afrika gemacht.
Mit anderen Worten Rassismus ist immer eine Frage des Ortes an dem man sich befindet. Nur in Deutschlandmacht man sich aber einen (zuviel) Kopf drum. Woanders ist das eben so. Ich könnte auch ein Beispielaus dem Tierreich bringen (komme vom Bauernhof) von schwarzen und weißen Schafen. Schmeißt man ein schwarzes Schaf zwischen weiße Schafe, die das nicht kennen, stehen die weißen Schafe in einer Ecke der Weide, das oder die schwarzen auf der anderen Seite und das dauert bis die sich beschnuppern. Kein Witz,selbst erlebt

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peeka(neu) 06.09.2018, 08:22
8. Was der Bauer nicht kennt...

Fremdenfeindlichkeit trifft es schon, denn es geht im Prinzip gegen alle, die dem Hassenden fremd sind. Das können Menschen mit dunklerer Hautfarbe als der Durchschnitt sein, das können Obdachlose und Behinderte sein, das können Menschen mit der falschen Frisur sein, wie Punks in den 1970er und 1980er Jahren erleben durften. Es können Menschen sein, die anders riechen oder Menschen die eine andere sexuelle Ausrichtung haben und diese nicht verstecken.
Vom Betrachter aus sind diese Menschen "fremd", und gegen einige dieser Menschen, die ihm vielleicht besonders bedrohlich vorkommen oder gegenüber denen er ein Überlegenheitsgefühl hat, wendet der eine oder andere dann Gewalt an.

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fr1987 06.09.2018, 08:22
9. Bezeichnend

Ist es nicht bezeichnend, dass nachdem erst gestern eine semantische Debatte über das Wort "Hetzjagd" noch abgelehnt wurde und heute früh - als ob davon abgelenkt werden sollte - die ganz großen Teller dafür aus dem Schrank geholt werden? Ich laufe bei keiner Demo mit, habe nichts gegen In- wie Ausländer, jedenfalls nicht aufgrund der ihnen anhaftenden Stereotype, wähle niemals extrem und dennoch, lieber SPIEGEL, bringst du es fertig, mich mehr zu "den anderen" zugehörig zu fühlen lassen. Schlicht aufgrund der Tatsache, dass das Gefühl, veralbert zu werden sich mit jedem meinungsmachenden Artikel mehr und mehr verfestigt. Ich wünschte Politik und Medien würden die Distanz zueinander wahren und anstatt sich der eigenen Verantwortung auf Kosten einfacher Bürger zu entledigen, selbige zu schultern und damit unangenehme Fragen zu stellen, unangenehme Antworten zumindest zum Diskurs zuzulassen und diese nicht, wie es bisher geschieht, unter dem Vorwurf von Xenophobie, Völkelei und dergleichen von Beginn an kategorisch auszuschließen.

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