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Streaming-Revolution bei Kinofilmen: Vernetflixt
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In Hollywood bahnt sich eine Video-on-Demand-Revolution an: Schon bald könnten Blockbuster parallel zum Kinostart als Stream erscheinen. Die Folgen dürften verheerend sein.

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steingärtner 21.04.2017, 07:33
1. Egal wo

Wer sieht sich diesen immer gleichen CGI-Mist überhaupt noch an ? Effekte um der Effekte willen. Superhelden xyz gegen Aliens zyx. Und dann ein Jahr später nochmal umgekehrt. New York und das Weiße Haus tausende male in Schutt und Asche gelegt und/oder von Superirgendwas mit US-Army Hilfe wieder erettet. Gewalt, Gewalt und noch mehr Gewalt und hirnlose Zerstörung. Gähn. Und dann noch Schnitte im zehntel Sekunden Abstand, so dass man Gefahr läuft epileptische Anfälle zu erleiden. Vergesst es.
Von mir aus streamt oder zeigt also diese Grütze umsonst. Open Air auf einer Müllkippe wo es hingehört. Müll bleibt Müll auch mit 100 Lautsprechern und Popkorn zum Cola-Eimer.
Ich schau mir nur noch Filme aus "biologischer" Herstellung an. So mit richtigen normalen Menschen und wenn es passt auch noch mit etwas Handlung. Gab es früher schon mal. Ihr habt es in der Hand.

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spon-1175545706660 21.04.2017, 07:40
2. Generationswechsel oder Ende einer Kunstform

Der Beitrag spricht mir aus der Seele. Ich bin 69 geboren und "das Kino gegenüber" gehörte zu meinem Leben seit ich 6 Jahre alt war.

Dass das Arthouse-Kino inzwischen auf den Streaming-Diensten stattfindet, ist ein Generationswechsel. Siehe "The Night of" als m.E. eines der besten "Kinoerlebnisse" der letzten Jahre.

Klassisches Unterhaltungskino wurde in den letzten Jahren von den Studios nur noch kommerziell ausgeschlachtet: Auch wenn die heimische Technik des Durchschnittskunden den Multiplexkinos immer näher kommt, würde die Tonqualität der deutschen Synchronisation von Blurays immer weiter vernachlässigt (es wird fast ausschließlich die DVD-Spur verwendet).

Eine vergleichbare Qualität von Kinofilmen über Streaming und Bluray, die preislich ein Niveau hat, könnte m.E. das Kino als Kunstform retten. Eine reine Vermarktung des Contents mit niedriger Qualität und maximieren Gewinn werden Kinos nicht überleben.

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5b- 21.04.2017, 07:44
3. Die Zeit wird es zeigen

Ich gehe für Filme in das Kino von denen ich mir denke, dass es sich lohnt. Auch wenn jene Filme zeitgleich als Leih- oder Streamverskon konsumierbar wären, würde ich in das Kino gehen. Mein Problem ist, dass ich nicht so viel Zeit habe. Bis ich welche finde, sind die Filme oft schon wieder aus den Kinos raus.
Ein Gegenmodell wäre eher Kino-On-Demand. Ich würde es vorziehen einige Filme im Kino zu sehen als zu streamen. Eine passable Heimkinoanlage ist mir zu teuer und zu aufwendig. Theoretisch kann man mit einem großen 2K Fernseher und passend gewähltem Betrachtungsabstand eine ähnlich immersiven optischen Eindruck Erlangen. Ob dem aber wirklich so ist, kann ich nicht sagen. Es ist schon etwas besonderes, wenn man einen Film mit vielen zur gleichen Zeit sieht.

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crazy_swayze 21.04.2017, 08:22
4.

Der Artikel schiebt unterschwellig den Entwicklern neuer Konzepte den schwarzen Peter zu, sieht die "Magie" des Kinos gefährdet.

Was verkannt wird: Die Kino-Produktionen wurden über die Jahre immer schlechter und einfallsloser - Fast and Furious 8 (Acht!), Saw Teil 10(?), Transformers 5, wer will für so etwas noch ins Kino?
Die Zahl der Filme, die man sich potentiell im Kino anschauen wöllte, nahm über die Jahre rapide ab.
Warum soll ich 10 Euro fürs Ticket und nochmal weitere 10 Euro für Popcorn und Cola bezahlen, um dann einen halbgaren Verschnitt eines bestenfalls mittelmäßigen Erstschinkens zu sehen?

Die Branche hat mit ihrer Einfallslosigkeit selbst dafür gesorgt, dass eine Konkurrenz per Stream entstanden ist, und dass sich die Kunden die Wartezeiten auch nicht mehr gefallen lassen.
Das Kundenverhalten hat sich geändert - nun heißt es anpassen, oder untergehen.

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Hypocrist 21.04.2017, 08:28
5. Unabhängig

Ich bin mittlerweile ein Fan des Streaming-Formats. Allein die zeitunabhängige Verfügbarkeit ist für mich ein großer Zugewinn.
Wobei mich eher die Serien interessieren - ich mag es, wenn sich eine Story und ihre Figuren entwickeln kann. Und wenn ich Dank Netflix Lust auf mehr habe, dann gibt es zwei, drei... Folgen am Stück.

Kino ist für mich seit Jahren nur noch punktuell interessant. Liegt (meiner subjektiven Meinung nach) an fehlenden interessanten Geschichten, oft geht man auf Nummer sicher und produziert Fortsetzungen. Zudem trägt die begleitende Klientel, mit der man sich mitunter den Kinosaal 'teilen' darf, nicht unbedingt zum gesteigerten Filmgenuß bei. (Das mag in sog. Programmkinos anders sein, ich spreche hier lediglich vom 'Mainstreamkino'.)

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krokodilklemme 21.04.2017, 09:03
6. Unverständliche Fristen

wenn es darum geht, dass die Frist zwische Kino und Streaming kürzer wird - da bin ich dafür.
Mit war schon früher völlig unverständlich, warum man auf einen Film, den man im Kino verpasst hatte, mehrere Monate warten musste, bis er auf DVD oder VoD verfügbar war. Jetzt bin ich in Berlin natürlich auch mit einer großen Zahl an Kinos gesegnet, aber die normale Dauer, die Filme (teils auch Blockbuster) hier im Kino laufen bewegt sich zwischen 2-3 Wochen. Warum nicht einen Monat später den Film per Streaming anbieten.
Und die Kinos, die ja schon seit den 60er sterben, müssen ihr Geschäftsmodell anpassen (wie so viele andere Branchen auch). Hier können sie in ausgewählten Kinos, Livekonzerte, Fußballspiel, den sonntägliche "Tatort" sehen. Klar ist aber auch, das klassische Kino wird es schwer haben - in den großen Städten ist sicher immer noch genug Zuschauerpotenzial auch für Kunstkino, Filme in Originalsprache etc; in ländlichen Gebieten eher weniger.
Und natürlich ist Streaming extrem bequem, bietet tolle neue Formate und ist preislich extrem attraktiv.

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ibotob 21.04.2017, 09:10
7. So sieht's aus

Wie von meinen Vorrednern bereits zutreffend festgestellt: Wer nur noch Mist produziert und diesen zu überteuerten Preisen anbietet, braucht sich nicht zu wundern, wenn bei gebotenen Alternativen die Kunden abspringen. Ich denke jeder kennt und schätzt die im Artikel erwähnte Magie des Kinos. Es gibt sogar Filme, die ausschließlich im Kino gut sind, wie zum Biespiel Avatar oder Gravity. Auch wenn ich nur ein oder zwei Mal im Jahr ins Kino gehe (zum einen zu teuer, zum anderen werden auch einfach nicht viel öfter gute Filme gezeigt, die das viele Geld wert sind), möchte ich es nicht missen und hoffe, dass die Filmemacher die Zeichen der Zeit erkennen und nicht mehr nur bewährte Konzepte ausschlachten bis zum geht nicht mehr. Anderenfalls war's das dann mit den Kinos und der darin möglichen Magie.

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Hosterdebakel 21.04.2017, 09:19
8. Nun,

Zitat von krokodilklemme
wenn es darum geht, dass die Frist zwische Kino und Streaming kürzer wird - da bin ich dafür. Mit war schon früher völlig unverständlich, warum man auf einen Film, den man im Kino verpasst hatte, mehrere Monate warten musste, bis er auf DVD oder VoD verfügbar war. Jetzt bin ich in Berlin natürlich auch mit einer großen Zahl an Kinos gesegnet, aber die normale Dauer, die Filme (teils auch Blockbuster) hier im Kino laufen bewegt sich .....
das Kinosterben in den 60ern hatte doch andere Ursachen als heute. Damals begann (in Deutschland) der Siegeszug des TV während heute ein Großteil der Filme technisch sehr aufwendig produziert ist und diese Produktion sich nicht "in dem Kino an der Ecke" so einfach wieder geben lässt. Die ehemaligen sogenannten kleinen Kinobetreiber sind in den meisten Fällen (was mittlere und kleinere Städte angeht) meistens am immensen Kostenfaktor gestorben den die Modernisierung mitgebracht hat. Ebenso sind die Verleihpreise der Filme immens gestiegen. Daher auch die inzwischen meistens kurze Laufzeit in den Kinos. Wenn es viel ist vielleicht 4 Wochen. Ich kann mich noch an meine Jugendzeit erinnern da wurde in der Zeitung noch beworben "12. Erfolgswoche im Kino" und ähnliches, gibt es heute nicht mehr. Streaming ist eher uninteressant, wenn man nicht gerade eine recht kräftige Leitung hat. Dann doch lieber die Verwertungskette so setzen, dass DVD/BluRay 3 Monate nach Kinostart im jeweiligen Land verfügbar sind. Dann nochmal 3 Monate später Streaming. So würde sich die Industrie auch nicht ganz so viel selbst den Ast absägen auf dem sie sitzt.

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2cv 21.04.2017, 09:22
9. Kino vs. Heimkino

Eines vorweg - wir wohnen in bequemer Reichweite zu einem Multiplex Kino und haben daheim in eine schöne Heimkino-Anlage investiert - es stehen also passende Auswahlmöglichkeiten zur Verfügung.

Zunächst der Blick auf die Technik bzw. Sound: Heimkino mit Dolby 5.1 etc. ist technisch möglich, wird aber nicht von allen Anbietern (Sky, Netflix etc.) ausgestrahlt bzw. von den Set Top Boxen an den AV-Receiver bzw. an die Boxen weitergegeben - zumeist aus angeblich "lizenzrechtlichen Gründen". Dem "wahren" Sound-Erlebnis stehen i.d.R. Hersteller-Inkompatibilitäten gegenüber und man versucht sich mit halbgaren Lösungen auf Raumklang. Im Kino hingegen ist es noch schlimmer - meist kommt der Sound dort nur von vorn - ich kann mich nicht daran erinnern, mal einen Ton von hinten ("a la 5.1") gehört zu haben - und diesbezüglich höre ich seit einem Jahr bewusst im Kino hin. Noch schlimmer sind dort die basslastigen Soundeffekte: zumeist so katastrophal überzogen, daß es einem schon bei all dem "CGI-Sound" weh tut....

Dann der Blick auf die Optik: Heimkino - ausreichend gut: in einem Abstand von 4 und mehr Metern sind die Auflösungen von TV oder Projektor gut und einzelne Pixel nicht mehr zu erkennen. Lediglich einige "überschminkte", prahlerisch vermarktet als "aktive Bildverbesserungs" Einstellungen im TV, die viele Hersteller per default einschalten, müssen abgeschaltet werden, um ein vernünftiges Bild zu erhalten. Schnelle Bildschwenks werden gut dargestellt. Letztere sind im Kino nahezu unerträglich, gerade bei 3D-Formaten, das Ruckeln bei Schwenks tut wirklich dem Auge weh! Wieso wird hier nicht in bessere Projektor-Technik investiert??

Was die FIlme selbst angeht, so kann ich mich der Kritik der Foristen nur anschließen. Es zählen zunehmend weniger Charakterdarstellungen und "vernünftige" Schnitte, sondern nur noch Effekt, Bumsknall und x-fache Remakes.... einfach nur abtörnend.

Konsequenz für uns: Klassiker bewusst daheim schauen, und einen perfekten Abend inszenieren. Gute Darsteller mit Profil (Armin Müller-Stahl: einfach gigantisch - Hochachtung!) oder Drehbuch-Autoren wie Bernd Eichinger ("Das Parfum"). WIr geniessen, und überlassen den Rummel und Marketinghascherei anderen. Nicht zuletzt auch aus einem Grund - 50 Euro pro Film "kannibalisieren" andere Möglichkeiten. Ich habe nur ein Gehalt, was ich ausgeben kann. Und mir sind die Möglichkeiten vielfältiger Ausgaben lieber, als nur einem einzigen alles Geld in den Rachen zu werfen.

Viel Spass - Filmindustrie. Sucht Euch andere, die auf euer Effekthascherei und "noch-mehr-Marge-machen" reinfallen. Eure Gier wird Euch noch teuer zu stehen kommen. Danke. Nein.

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