Forum: Kultur
Streaming: Wie Spotify Musik zur Monokultur macht
Getty Images

Haben Sie sich schon mal gefragt, wie Spotify Ihre Playlists kuratiert? Was Ihnen gefallen soll, bestimmen Algorithmen. Echte Individualität spielt dabei keine Rolle - das ist ein Problem.

Seite 1 von 13
scooby11568 21.05.2018, 08:46
1. Wenn man keinen eigenen Musikgeschmack hat...

und sich permanent nur über Playlists volldröhnen lässt, dann passiert so etwas eben. Irgendwie müssen die ja befüllt werden. Ich höre, worauf ich Lust habe und bis auf Guns 'n Roses und Die Ärzte habe ich da alles. Sicher gibt es Künstler, die ich noch nicht kenne und die da auch fehlen. Aber wenn ich nach der Arbeit nach Hause fahre, dudelt in SWR 3 der gleiche Mainstreammist wie morgens. Wie eine Endlosschleife. Ganz ohne Algorithmen.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
multimusicman 21.05.2018, 08:51
2. Jemand der wirklich musikbegeistert ist nutzt

die von Spotify vorgeschlagenen Playlists nur zusätzlich und sucht sich seine Musik selbst zusammen und erstellt sich seine Playlists selbst, wie Millionen User von Spotify und AppleMusic.
Nur der Autor scheint davon noch nichts gehört zu haben....
Was der Autor beschreibt spielt sich im musikalischen Mainstream ab.
Ich selbst kann Spotify aus der Sicht des Nutzers, sowohl als Kreativer und als Konsument beurteilen: Musikhören macht wieder Spaß, egal ob Neues oder Altes.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
oli h 21.05.2018, 08:56
3. Nicht so neu

Mir hatte mal jemand, der in der Musikindustrie arbeitet, vor bestimmt 15 Jahren schon gesagt, dass bei einem "Pop-Hit" nach 30 Sekunden der Refrain gekommen sein muss, sonst heisst es umschreiben, da der Radiohörer andernfalls die Aufmerksamkeit verliert. Anspruchsvollere Musik war aber vor Spotify schon ein Nischenmarkt.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
robho 21.05.2018, 09:01
4. Das Ende der Labels...

Die Musikindustrie tickte schon immer so. Neu ist nur, dass ein Algorythmus keine Fehler macht im Gegensatz zu einem Musikproduzenten. Viele legendäre Alben und Innovationen sind bekanntlich zufällig entstanden. Persönlich kaufe ich nach wie vor Musik in den wenigen Recordstores die es noch gibt. Keine "intelligente" Playlist kann die ersetzten !

Beitrag melden Antworten / Zitieren
vollzeitpoltiker 21.05.2018, 09:01
5. Massengeschmack

Warum sind solche Songs auf den Playlists mit den meisten Followern ?
Aus dem selben Grund, warum sie im Radio laufen, weil sie der Masse gefallen, wer einen anderen Musikgeschmack hat für den war es noch nie so einfach neue unbekannte Künstler zu entdecken

Beitrag melden Antworten / Zitieren
ip2018 21.05.2018, 09:02
6.

".....(Dennis Pohl)....Ging um 2008 nach Berlin, studierte ein bisschen Kulturwissenschaft und Geschichte und kam schließlich über die englischsprachigen Literaturseiten der „Lodown" zum Schreiben. Ging 2013 als Praktikant zur „Spex" und wurde dort 2016 nach einer Station bei der "Frankfurter Rundschau“ Redakteur. Seit 2016 schreibt er zudem regelmäßig für das Kulturressort von "Spiegel Online". Interessiert sich ansonsten hauptsächlich für Fußball und legt nicht auf...."

https://www.radioeins.de/programm/sendungen/soundcheck/kritiker/dennis-pohl.html

Das konnte ich mir nicht verkneifen. Nach seiner Vita zu googlen. Und dann war mir klar, bei dem Werdegang ("studierte ein bisschen Kulturwissenschaft und Geschichte"), daß er nicht kapiert, wie Algorithmen arbeiten. Vorschlag Herr Pohl: stellen Sie sich jemanden ein, der Ihnen Ihre Playlisten zusammenstellt. Nur so erreichen Sie "Echte Individualität" und sind sicher, daß "in einer Art Playlist-Apartheid" nicht schwarze Künstler von weißen getrennt werden.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
anselmwuestegern 21.05.2018, 09:03
7. schwierig

Auch früher musste ich in spezielle CD-Läden gehen, um bestimmte Musik zu finden, die etwas abseits des Mainstream rangierten.
Die Grossen Märkte hatten zwar eine sogenannte independent-Abteilung, aber auch da gab es nur Mainstream-independent-labels.
Ich finde es schade und werde wohl weiterhin CDs kaufen müssen, weil ich vieles nicht streamen kann.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
uzsjgb 21.05.2018, 09:05
8.

Zitat von scooby11568
und sich permanent nur über Playlists volldröhnen lässt, dann passiert so etwas eben.
Genau so ist es. Da dürfte sich Spotify aber kaum vom Radio oder ähnlichem unterscheiden. Die meisten Menschen interessieren sich nicht wirklich für Musik, sondern wollen sich meistens nur von gefälliger Musik berieseln lassen. Wenn Spotify das gut hinkriegt ist ja wenig dagegen zu sagen, denn diese Leute würden doch sowieso kein Interesse an einem individuellen Musikgeschmack haben.

Anscheinend habe ich Spotify sehr gut auf meinen Musikgeschmack trainiert, denn in meiner wöchentlichen Playlist bekomme ich regelmässig die merkwürdigsten und obskursten Dinge vorgeschlagen. Oft mit Hörerzahlen unter 1000, selten über 1 Million. Letztens war sogar eine Zamrock-Band dabei: Amanaz. 70er-Jahre Rock aus Sambia. Vorher nie von gehört und ohne Spotify hätte ich das wohl auch nie entdeckt. Und so geht das weiter.

Für mich persönlich ist Spotify genial, weil ich dort immer auf Entdeckungsreise gehen kann.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
dagobert65 21.05.2018, 09:05
9. Guter Artikel

Ich nutze oft und gerne Spotify und das die Mixtapes etwas fantasielos sind ist mir auch schon aufgefallen. Wenig erwartbar, dass es bei Apple-Music oder Amazon anders läuft. Soundcloud, klar geht auch. Aber was mache ich den jetzt?

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Seite 1 von 13