Forum: Kultur
Streit mit Zeitungsverlegern: ARD-Vorsitzende Wille zieht selbstkritisch Bilanz
DPA

Zum Ende ihrer Amtszeit als ARD-Vorsitzende blickt Karola Wille kritisch auf ihr Schaffen - und bedauert, dass sie den Disput mit den Zeitungsverlegern nicht beilegen konnte.

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syracusa 27.12.2017, 15:22
1. mehr Demokratie wagen

Ja, ich moniere schon seit Jahren eine sehr unzulängliche Kooperation zwischen ÖRR (der eben kein Staatsfunk ist, sondern ein Bürgerfunk!) und Presse. Dabei könnte gerade der ÖRR dazu beitragen, dass die Printmedien, die im Internet bislang noch kein tragfähiges Geschäftsmodell gefunden haben, nicht nur langfristig überleben können, sondern sogar zu einer Stärkung demokratischer Verhältnisse beitragen können.

Ich denke dabei an die in vielen Regionen Deutschlands geradezu antidemokratische Verfilzung der oft zu Meinungsmonopolen entarteten lokalen Tageszeitungen mit der Lokalpolitik. Hier, im Bereich der regionalen Presse und der lokalen Politik ruht die Zukunft unserer Demokratie, und die ist massiv bedroht. Gemeinsam mit Printmedien und freien Journalisten könnte der ÖRR hier ein vollkommen neues Medium schaffen, in dem sich bisherige Printmedien, Radio, TV und Internet zu neuen Einheiten verknüpfen. Sinnvoll wäre es IMO, in diesem Bereich die im deutschen ÖRR stattfindende Binnenpluralität zugunsten einer Außenpluralität beispielsweise nach niederländischem Vorbild aufzugeben. Damit würde im Bereich der Lokalmedien das Potential vieler freier Bürgerorganisationen nutzbar gemacht werden.

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ernstmoritzarndt 27.12.2017, 16:18
2. Kritisch? Selbstgefällig!

Die Oberen der Öffentlich - Rechtlichen Sendeanstalten führen sich mit ihren Gehältern, der Art ihres Wirtschaftens und dem Umgang mit der Wahrheit wie Dudezfürsten auf. Wenn die Öffentlich - Rechtlichen die wesentlichen Probleme nicht lösen können, werden sie über kurz oder lang der Kritik der Bevölkerung zum Opfer fallen: 1.) Das Finanzgebahren ist unerträglich. Die Posten- und Pöstchenschiebereien sind nicht zu fassen. 2.) Damit geht einher die unheilvolle Melange zwischen Parteipolitik und den Öffentlich - Rechtlichen. Es kommen hinzu andere institutionelle Gruppierungen wie Gewerkschaften und Kirchen. Was haben die Fürsten dieser Organisation im Rundfunk zu suchen? Weshalb kommt einer von den Evangelen da rein, kleinere Kirchen werden nicht berücksichtigt. Gleiches gilt für katholische Vertreter. Mit welcher Begründung und welchen Wahlverfahren werden diese Personen, die nichts anderes zu tun haben, als Rücksicht auf ihre Entsender zu nehmen, in die Aufsichtsgremien implementiert? 3.) Völlig unzulänglich ist die Aufsicht über die Art und Weise der Berichterstattung. Ja, bei Köln hat man ein einziges Mal begriffen, daß die Berichterstattung grundverkehrt war. Was geschieht in anderen Bereichen? Ich denke an die generelle Ausländerproblematik. Oder, warum wird beispielsweise der frühere Unternehmer Schlecker in aller Breite der Öffentlichkeit mit großen Bildern "zum Fraß vorgeworfen", während zum Schutze des größten Kinderschänders oder sonstigen richtigen Verbrechers jedes Foto verpixelt wird? Ist das ordnungsgemäße Berichterstattung? Weshalb wird bei der einen Gruppe von Straftätern regelmäßig von "mutmaßlichen" Tätern gesprochen, bei anderen werden die Namen genannt und Verbrechen als solche eindeutig und klar benannt? 4.) Wann wird "die Politik" endlich dazu übergehen, die Rechtsaufsicht und - nicht zuletzt - die Finanzaufsicht über die Öffentlich - Rechtlichen einer substantiellen Kontrolle unterziehen, die auch greift? Also nicht irgendwelche abgehalfterten Politik der hinteren Reihen, die nochmal zur Erlangung einer Rente für ein paar Jahre dorthin versetzt werden. 5.) Wann wird endlich zwischen den klassischen Verlegern und dem Öffentlich - Rechtlichen Bereich ein Gleichklang des Wettbewerbes hergestellt? Mit welcher Begründung muß an sich bei ARD und ZDF (wo man bekanntlich in der ersten Reihe sitzen soll) stundenlange Werbesendungen ansehen, die sich diese Sender vergolden lassen, während die Privatsender die Grundkosten mit der Werbung bezahlen lassen müsse, während die Öffentlich - Rechtlichen diese Grundkosten von den Beitragszahlern im Wege des Zwangsbeitrages hereinholen. Fragen, über Fragen, die von keinem Politiker beantwortet werden. Warum wohl?

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vantast64 27.12.2017, 16:27
3. Hatte sie nicht die alleinerziehende Mutter ins Gefängnis gesteckt,

weil diese nicht am Staatsrundfunk teilnehmen wollte und auch keinen Empfänger besaß? Diese kam ins Schuldnerverzeichnis,
verlor ihren Job, ihr Leben wurde das Rundfunkunrecht ruiniertund kein Politiker empört sich, weil diese den Staatsfunk zum
Machterhalt brauchen.

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hauschildbrutillot 27.12.2017, 18:07
4. @syracusa

Die Zukunft der Printmedien ( und des Rundfunks) liegt nicht in einer noch weiteren Regionalisierung. Das ist mit Verlaub schlicht Unsinn. Was soll aus dem lokalen/regionalen Bereich dauernd berichtet werden: vom Kaninchenzüchterverein? Außerdem übersehen Sie, dass eine Ausdehnung der dieses Bereichs durch gravierende Abhängigkeiten begrenzt wird. Eine kritische Berichterstattung wirkt sich sehr schnell auf das Anzeigenvolumen aus. Die Regionalisierung im öffentlich-rechtlichen Rundfunk hat auf Druck der regionalen Politiker und Wichtigtuer zu absurden Sendungen geführt, nicht zuletzt etwa beim Tatort. Zu hinterfragen ist vielmehr die etwas seltsame Kooperation, z.B. beim sog. Rechercheverbund etwa zwischen SZ, NDR und WDR. Ob das mit den Rundfunkgesetzen vereinbar ist, sei dahingestellt.
Meine Meinung: in einer immer komplizierter werdenden Welt können Zeitungen und andere Printmedien nur überleben, wenn Sie den Lesern fundierte Hintergrundinformationen liefern, die diesen ermöglichen, sich selbst ein Bild zu machen. Das bedeutet: nicht kürzere, sondern längere Artikel, keine Einsparungen mehr bei den Journalisten, für deren Zukunftssicherung ebenfalls gesorgt werden muss.

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nordlicht123321 27.12.2017, 20:04
5. Grundversorgung

Müssen es dutzende Radiosender sein? Muss es eine so üppige Altersversorgung sein? Warum Werbung? Warum nicht mehr Transparenz?
Es gibt zwei Dinge in Deutschland, welche sich nie ändern. Der Zwangsbeitrag und die Besserstellung von Beamten gegenüber Arbeitern und Angestellten.Die Lobby ist zu stark.

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maphry 27.12.2017, 20:08
6. @ernstmoritzarndt

Was Sie fordern ist Hetze, und eine Entwürdigung der Menschen. Es ist immer erschreckend, wie Menschen wie sie sich erdreisten zur Menschenhass aufzurufen. Verpixelung von vermeintlichen Straftätern ist ein Menschenrecht, jedes Medium was diesem nicht nachkommt sollte mit hohen Strafen belegt werden. Und "mutmassliche" Täter sind nun einmal bis zum Gerichtsbeschluss ein Fakt. Was sie wollen ist eine Vorverurteilung, eine populistische Entmenschlichung von Straftätern. So etwas darf man nicht zulassen und muss mit allen rechtlichen Mitteln bekämpft werden.

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zdophers 27.12.2017, 20:49
7. Ganz genau,

@vantast64, das war Karola Wille. Eine ARD-Voritzende ist nämlich auch befugt als Polizist, Richter, Kerkermeister und was weiß ich was Ihre Vantasie noch alles her gibt, zu fungieren.

Mannmannmann, Foristen schickt das Arbeitsamt ...

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okav 27.12.2017, 22:01
8. Das Problem der öffentlich Rechtlichen kann man am Tatort ablesen

Selbst ein einfacher Krimi verkommt heutzutage zu einem Erziehungsprogramm, dass die Politik flankiert und die deutschen auf die gewünschten Bahnen lenken soll, damit der Wahnsinn weitergehen kann, der diesem Land nicht nur den Zusammenhalt raubt, sondern auch seine Identität, Kultur und die letzten Selbsterhaltungstriebe zerquetscht, bis ein dumpfer Wischiwaschi Brei übrigbleibt, der nicht mehr weiß wo er herkommt und wohin er will. Dann wird der wehrlose Brei überrollt von einer neuen Clan- und Gewaltgesellschaft und alle werden sich naiv wundern, wie das nur passieren konnte. Das Land ist nicht nur zur Plünderung freigegeben sondern wie Sarrazin scheinbar früh erkannt hat zur Abschaffung. Die Berichterstattung über die Kölner Sylvester Nacht war kein zufälliger Fehler sondern ein Beleg, wie versucht wird sich die Wirklichkeit hinzubiegen, damit der Mainstream seine Ideologie getriebene Weltsicht nicht überdenken muss, lieber wird die Wirklichkeit angepasst oder uminterpretiert damit man seine Friede, Freude, Multikulti Matschepampe Theorie weiterleben kann, mindestens bis die Probleme bis in die Penthouseetagen vordringen und man sich den Wirklichkeiten nicht mehr entziehen kann, die der Normalbürger mittlerweile jeden Tag zu spüren bekommt und das nicht nur auf der Domplatte.

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ernstmoritzarndt 28.12.2017, 00:39
9. Irrtum bei Marphy

Es wurde nicht gefordert, Angeklagte generell zu decouvrieren, sondern beanstandet, daß Schlecker bloßgestellt wurde und man bei klassischen Kriminellen deren Persönlichkeitsrechte peinlich genau beachtet.

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