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Surf-Memoir "Barbarentage": Ein Mann und das Meer
privat

Von wegen Funsport: Surfer sind wie Sisyphos im Neoprenanzug, auf niemals endender Suche nach der richtigen Welle. William Finnegan, Journalist und Surfer, hat darüber ein preisgekröntes Buch geschrieben.

Papazaca 08.05.2018, 07:46
1. Surfen als Beispiel für Hingabe

Ich werde das Buch lesen. Weil mich Surfen immer fasziniert hat obwohl - oder weil - ich nie gesurft habe. Hat sich einfach nie ergeben. Aber Surfen steht für mich für diese absolute Hingabe, vergleichbar mit Bergsteigen, Marathon laufen, Klettern, Reisen, etc.

Diese Hingabe ist faszinierend und auch abschreckend. Sie suggeriert Leben und Begeisterung, ist aber oft Stress und Vergeblichkeit. Und auch das Genießen kommt oft zu kurz, die Obsessionen dominieren.

Was aber so faszinierend ist: Diese Ersatzreligionen vermitteln Intensität, Zugehörigkeit und einen scheinbaren Sinn. Wer mal bei einem BVB-Spiel im Westfalenstadion war, weiß, was ich meine. Da ist Fußball Religion.

Mich hat diese Hingabe immer fasziniert und abgeschreckt, weil es keine Erlösung gibt. Und deshalb ist es auch schwer, zu genießen. Gerade diese Obsession verhindert ja Erlösung und Glück.

Habe gerade mein Motorrad verkauft, war traurig, aber letztlich glücklich. Ein kleiner Sieg. Oder nur ein Tausch, Mountainbiken hat das Motorradfahren abgelöst. In einem Leben ganz ohne Obsessionen fehlt scheinbar was.

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