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"The Circle" mit Emma Watson: Herrin der Killerfliegen
Universum

Emma Watson lebt in der Bestseller-Verfilmung "The Circle" vor, wie man sein Glück in der totalen Überwachung finden kann. War Dave Eggers' Buch noch ein märchenhaftes Gleichnis, ist der Film etwas hölzern geraten.

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quark2@mailinator.com 04.09.2017, 23:31
1.

Nicht jeder Teenie-Star schafft es als Erwachsener. Die gute Emma war selbst zu Harald Töpfers Zeiten schon öfter mal unsympatisch hölzern resp. uncool und das verstärkt sich jetzt halt.

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Alfons Emsig 05.09.2017, 08:09
2. Verpasste Chance

Der Lufthansa sei Dank habe ich den Film schon gesehen. Die Rolle des charismatischen, aber doppelbödigen Tech-Konzernbosses ist für Tom Hanks wie gemacht. Emma Watson spielt zwar etwas hölzern, fügt sich aber gut in die Rolle des Aschenputtels vom Lande, das zunächst im Siebten Techie-Himmel landet und alsbald den Laden rockt. Was dem Film leider völlig fehlt, ist so etwas wie ein Spannungsbogen. Und ob der Schluss, den die Heldin für sich zieht, die Zuschauer wirklich zum Nachdenken anregt, denn das will der Film offenbar, wage ich stark zu bezweifeln. Gerade beim "Happy End" hätte das Drehbuch ruhig mal ordentlich mit dem didaktischen Zaunpfahl winken dürfen. Letztlich bleibt dann doch wieder nur die Geschichte vom Aschenputtel hängen, fürchte ich. Ganz vertane Zeit war der Film dennoch nicht, denn ich werde mir nun den Roman holen.

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Leser161 05.09.2017, 09:04
3. Naja

Auch wenn ich es gut finde, dass das Ganze thematisiert wird und sich erfolgreich verkaufen lässt.

Schon das Buch war hölzern. Dann wird der Film wahrscheinlich so einfach gestrickt wie "Das weisse Kaninchen". Sehe das kritisch. Man sollte ein Thema detailliert durchleuchten, statt die eigene Wahrheit als die einzig Wahre darzustellen.

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fabsel123 05.09.2017, 09:39
4.

Der Film ist schlecht strukturiert der Ablauf, die Wendungen. Ihn damit aufzuwerten in dem man ihn als Lehrfilm und "nicht fürs Popcorn-Kino" bezeichnet ist auch nichts weiteres als die Kleidung des Königs mit falschen Feder zu schmücken. Nur weil das Thema wichtig ist wird dadurch der Film nicht aufgewertet.

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3daniel 05.09.2017, 12:54
5. @quark2@mailinator.com

Ich würde mal behaupten, dass Emma Thompson es als eine der Wenigen geschafft hat vom Teenie Start zur erfolgreichen Schauspielerin zu reifen. Die letzten Filme die ich mit ihr gesehen habe waren allesamt sehr gut.

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pric 05.09.2017, 15:42
6. Generation Twitter

Das erschreckend schlechte Buch (gespickt mit erschreckend positiven Klappentexten) wird noch schlechter verfilmt? Wenn 'The Circle' als Kinderbuch herausgekommen wäre, wäre die geistige Tristesse noch zu verkraften gewesen. Selbst als Leseprobe im DBmobil-Magazin wäre es durch übermäßige intellektuelle wie stilistische Armut aufgefallen.

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quark2@mailinator.com 05.09.2017, 23:19
7.

Zitat von 3daniel
Ich würde mal behaupten, dass Emma Thompson es als eine der Wenigen geschafft hat vom Teenie Start zur erfolgreichen Schauspielerin zu reifen. Die letzten Filme die ich mit ihr gesehen habe waren allesamt sehr gut.
Hmm, dem en sin Uhl is dem anern sin Nachtigul :-) ...

Aber wir reden doch beide über Frau Watson, oder ;-) ? Denn die von Ihnen genannte Emma Thompson liegt mir näher ...

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xineohp 06.09.2017, 09:40
8. Es geht um das Prinzip!

Zitat von fabsel123
Der Film ist schlecht strukturiert der Ablauf, die Wendungen. Ihn damit aufzuwerten in dem man ihn als Lehrfilm und "nicht fürs Popcorn-Kino" bezeichnet ist auch nichts weiteres als die Kleidung des Königs mit falschen Feder zu schmücken. Nur weil das Thema wichtig ist wird dadurch der Film nicht aufgewertet.
Über alle Bücher (und Filme) kann man sich das Maul zereissen - so wie es einst Marcel Reich-Ranicki brilliant und rhetorisch verstanden hat, fast jede Schrift zu einem Machwerk zu stutzen - und damit hat er wunderbar unterhalten. Der Circle beschreibt nichts anderes als den desaströsen Untergang jedeweder demokratischen Zuckung und die autokratische Übernahme der Macht jener, die das Netz beherrschen. Das ist eine klare Faschismus-Analogie und als erster Versuch sehr gut und unterhaltsam umgesetzt (im Buch und gut besetzt im Film). Das diese Form der Aufklärung über die katastrophalen Folgen einer Totalvernetzung allen süchtigen Netzhipstern sauer aufstossen muss ist natürlich klar. Für einen Schluck aus der Pulle würde so mancher Alkoholiker einiges über die Klinge springen lassen. Aber sorry: Totalvernetzung ist zuuu teuer; es kostet uns die Kultur und die Basis für Frieden: unsere Demokratie. Daher ist jede Art von Aufklärung willkommen und tut Not - vor allem jetzt. Vielleicht kommen ja sehr bald schon noch viel bessere kulturelle Erzeugnisse zu diesem wichtigen Thema, die auch von den meisten Zuschauern verstanden werden kann. Aber es wird höchste Zeit - der Kreis ist fast geschlossen und die Zahl der willfährigen Smartphone-Jünger wächst schneller als sie sinkt ;-)

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niklas-schwarz.1 06.09.2017, 11:00
9. Das Buch zu dem Film

habe ich nicht gelesen. Ich fand den Trailer ganz interessant und Emma Watson ist eine tolle Schauspielerin, als Kind hatte sie schon Erfolg und jetzt weiterhin, das schaffen nicht viele Schauspieler. Ich bleibe mal gespannt und hoffe, der Film wird nicht ganz so schlecht, wie es hier ausgemalt wird.

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