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"Top of the Lake"-Fortsetzung bei Arte: Bordell mit Meerblick
Arte/ See-Saw Films

Sydney als Marktplatz für Sex- und Gebärmaterial: Mit der Fortsetzung von "Top of the Lake" wendet sich Jane Campion erneut den Themen Gewalt und Befreiung zu. Ein Kraftakt von Serie.

pleromax 06.12.2017, 10:43
1. Auf Kriegsfuß mit der Beleuchtung

Alle Filme Jane Campions scheinen auf Kriegsfuß mit der Beleuchtung zu stehen, das war etwa in "Das Piano" oder in der ersten "Top of the Lake"-Staffel nicht anders: Ein ultradüsteres Neuseeland, so gut wie völlig sonnenbefreit, dafür umso mehr Regen- und Schlamm-Gematsche. Leider wirkt das schnell wie Masche und verliert dadurch jede intendierte Wirkung. Fazit: filmhandwerklich ziemlich überschätzt, die Dame.

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DrStrang3love 06.12.2017, 10:59
2.

Zitat von pleromax
Alle Filme Jane Campions scheinen auf Kriegsfuß mit der Beleuchtung zu stehen, das war etwa in "Das Piano" oder in der ersten "Top of the Lake"-Staffel nicht anders: Ein ultradüsteres Neuseeland, so gut wie völlig sonnenbefreit, dafür umso mehr Regen- und Schlamm-Gematsche. Leider wirkt das schnell wie Masche und verliert dadurch jede intendierte Wirkung. Fazit: filmhandwerklich ziemlich überschätzt, die Dame.
"Alle Bilder Rembrandts scheinen auf Kriegsfuß mit der Beleuchtung zu stehen, das war etwa bei "Die Nachtwache" oder bei seinem "Selbstportrait als Apostel Paulus" nicht anders: ultradüstere Niederlande, so gut wie völlig sonnenbefreit, dafür umso mehr Schatten und Wolkengehänge. Leider wirkt das schnell wie Masche und verliert dadurch jede intendierte Wirkung. Fazit: malerhandwerklich ziemlich überschätzt, der Herr."

Mit den visuellen Stilmitteln ist das so eine Sache... ;)

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.patou 06.12.2017, 11:05
3.

Die erste Staffel von "Top of the Lake" hat mir gefallen und ich werde mir sicher auch die zweite anschauen.

Was mich wahrscheinlich wirklich stören wird, ist das erwähnte "lockere Verhältnis zu Plausibilitätsfragen". Mich irritiert schon die Wendung des Plots, dass die als Baby adoptierte leibliche Tochter der ermittelnden Polizistin ausgerechnet mit dem Mann liiert ist, der im Fokus des Kriminalfalls steht. Wie wahrscheinlich ist solch ein Zufall, wenn man bedenkt, dass Australien 25 Millionen Einwohner hat? Ich werde mich als Zuschauerin vermutlich ähnlich wenig ernst genommen fühlen wie zuletzt bei der an den Haaren herbeigezogenen Handlung von „The Night Manager“, wo der normalerweise äußerst misstrauische Roper den Braten nicht riecht, als völlig zufällig Pine in verschiedenen Ländern in seiner unmittelbaren Nähe auftaucht und dann auch noch seinem Sohn das Leben rettet.

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g.eliot 08.12.2017, 23:13
4.

Zitat von .patou
Die erste Staffel von "Top of the Lake" hat mir gefallen und ich werde mir sicher auch die zweite anschauen. Was mich wahrscheinlich wirklich stören wird, ist das erwähnte "lockere Verhältnis zu Plausibilitätsfragen". Mich irritiert schon die Wendung des Plots, dass die als Baby adoptierte leibliche Tochter der ermittelnden Polizistin ausgerechnet mit dem Mann liiert ist, der im Fokus des Kriminalfalls steht. Wie wahrscheinlich ist solch ein Zufall, wenn man bedenkt, dass Australien 25 Millionen Einwohner hat? Ich werde mich als Zuschauerin vermutlich ähnlich wenig ernst genommen fühlen wie zuletzt bei der an den Haaren herbeigezogenen Handlung von „The Night Manager“, wo der normalerweise äußerst misstrauische Roper den Braten nicht riecht, als völlig zufällig Pine in verschiedenen Ländern in seiner unmittelbaren Nähe auftaucht und dann auch noch seinem Sohn das Leben rettet.
Im realen Leben gibt es die unglaublichsten Zufälle, und das reale Leben schreibt die skurrilsten Geschichten, die von Filmproduzenten vermutlich als zu unrealistisch abgelehnt würden.

Die erste Staffel war phantastsch, die ersten zwei Folgen der zweiten vielversprechend.
Einfach zurücklehnen und genießen.

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