Forum: Kultur
TV-Kunstwerk bei Arte: Madonna, was für eine Serie!
Arte/ Montesi Antonello

Italien braucht ein Mirakel. Diese Serie ist eins. "Ein Wunder" erzählt von einer blutenden Heiligenfigur, vor der sich eine Gesellschaft im Verfall versammelt. Archaische Sehnsüchte, hochmodernes Fernsehen.

frogman07 09.01.2019, 22:13
1. Die Serie ist schön, ein Stück Dolce Vita und Italia

Es ist nicht so sehr die Handlung die beeindruckt, sondern viel mehr die die Drehorte, die Charaktere, die Themen, die Dialoge. Für mich ist es ein Stück Italien, das wunderbar eingefangen wurde in einem modernen Seriengenre a la Netflix.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
schamot 09.01.2019, 22:40
2. Und eine weitere kirchliche

Indoktrination. Danke für viel Leid!

Beitrag melden Antworten / Zitieren
skeptiker53 10.01.2019, 12:56
3. Nicht so gut

Ich habe mich diese ganze Serie schon angeschaut, und bin gar nicht so angetan. Es stimmt, dass Schauspieler und Kameraleute hervorragende Kunst liefern, aber Drehbuch (Szenario), Dialoge und Charaktere sind hahnebüchen. Ich möchte einfach nicht glauben, dass die italienische Gesellschaft noch stets aus völlig irrationnellen, psychisch gestörten Religionsfanatiker mit perversem Sexleben, Kriminelle, korrupten (aber frommen) Mafiosi und naiv-frommen, ungebildeten Massen bestehen soll. Diese Zeiten sind vorbei, spätestens seit Fellini und Pasolini.
Italien braucht sich heute gar nicht mehr zu befreien vom Fuchtel der Katholischen Kirche, und ist auch gar nicht mehr zu beeindrucken durch irgendwelchen "Wunder": ab im Holzofen damit...

Beitrag melden Antworten / Zitieren
ky3 11.01.2019, 12:34
4. Zeitverschwenundung

Interessante Charaktäre, surreale Traumwelten und ein Rätsel nach dem anderen tut sich auf.

Doch wie in all den Netflix-Serie auf die ich mich einliess, am Ende machte das alles keinen Sinn.
So wie Bento, welches oft mit wildesten Überschriften ködert und man am Ende in einem nahezu Inhaltsleeren Artikel landet, so saugen einen Staffeln und Serien stets mit suchteregenden ästhetischen Rätseltechniken, ohnes ein rundes Konzept für eine Geschichte zu haben.
Aus dem Grund meide ich in Mediatheken, die aus dem Boden schiessenden Serien.
Stets wurde ich enttäuscht.
Nach Ihrem Artikel gewann ich wieder Mut, aber dann die alte Laier, die wollen nur klickzahlen-bringende schöne Bilder, statt Qualität.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Avagin Ste des infertiles 11.01.2019, 16:39
5. Möglich

Diese Farben: Das Rot des Kleides. Die petrolfarbene Wand im Sterbezimmer. Diese Aussicht von der Terrasse auf den Altare. Diese exquisite Musik. Diese grande bellezza, die selbst Lingerie über dem Gesicht eines Priesters noch farblich abstimmt. Es ist ein wahres Wunder.

Ein anderes Leben ist möglich.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
.patou 11.01.2019, 17:39
6.

Mich hat vor allem gestört, dass man bei einer Handlung, die themenbedingt und nachvollziehbar insgesamt weniger auf Logik denn auf paranormale Phänomene, Glauben etc. setzt, diese Plausibilität auch im Detail vernachlässigt. Warum sich beispielsweise der Ministerpräsident höchstselbst in die Labore und Keller bzw. das Schwimmbad begibt, um sich alle Infos aus erster Hand zu holen, war einfach nur ein völlig unsinniger Dreh, um den Themenkomplex Politik unterzubringen, was angesichts der Komplexität der Handlung nicht nötig gewesen wäre und die Serie unnötig überfrachtet hat. Auch die Figuren-Charakterisierung war mir mitunter etwas zu archaisch-holzschnittartig. Das erinnerte teilweise an die Marienerscheinungs-Szene in La Dolce Vita.

Aber das Jimmy-Fontana-Intro war nett.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
leserlich 13.01.2019, 00:33
7. Anders

als der bisherige, sich immer wiederholende Serienkram. Ich hatte überhaupt keine Erwartungen und wurde positiv überrascht. Surreal, rätselhaft, teilweise schräg, wie ein spiritueller Tarantino. Aber dennoch realistisch wirkend. Dazu ein herausragender Soundtrack. Klare Empfehlung.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Avagin Ste des infertiles 13.01.2019, 13:37
8. Vollendet

Die Gottesmutter aus Plastik. Plastikwannen, in welchen das Blut gesammelt wird. Und das alles in einem Luxurieren und Schwelgen ohnegleichen. Während Gott sich in den Gelben Sack zurückzieht, erscheinen die Menschen noch einmal in der Cappa Magna. Sich selbst zu Ehren: seiner Schöpfung. Vollendet.

Beitrag melden Antworten / Zitieren