Forum: Kultur
TV-Talkshows: Zurück in die Zukunft
WDR/Melanie Grande

Die TV-Talkshows stecken in der Krise - und spiegeln damit die Probleme der politischen Debatte. Zeit für neue Ideen und neue Formate in den feierabendlichen Sprechstunden.

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waldschrat_72 10.06.2018, 18:15
1. Ich finde es sehr gut..

..dass Herr Diez nicht nur einen empfundenen Missstand benennt und in seine Einzelteile seziert, sondern auch einen Lösungsansatz eröffnet, wie es anders gemacht werden sollte/könnte. Vielen Kommentatoren heutzutage geht dieser Anspruch, nach der These auch eine wirklich alternative Antithese zu entwickeln, leider verloren. Eines stört mich allerdings ganz gewaltig. Herr Diez spricht denjenigen Vertretern des sog. "rechten" Spektrums" , ergo insbesondere der AfD, per se das Recht ab, ihre Positionen öffentlich überhaupt vertreten zu dürfen. Mit dieser Art gesinnungspolizeilicher Oberhoheit wird es allerdings schwer, den eigenen liberalen Ansprüchen überzeugend Gewicht zu verleihen, ergo, mich wirklich zu überzeugen. Denn ich lehne Meinungen, die andere Meinungen per se´ablehnen, nur weil diese nicht dem eigenen Weltbild entsprechen, per se` ab.

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multi_io 10.06.2018, 18:16
2. Ist das halbe Jahr wieder run?

Oh toll, Diez will mal wieder die Meinungs- und Pressefreiheit in geordnete Bahnen lenken und alle nur noch über schöne Sachen reden lassen. Film um 11. Offenere Formate, mehr junge Leute und mehr Debatte sind super -- nur ist das keine Garantie, dass dabei hinterher die "richtigen" Meinungen rauskommen, wissen Sie? Die Piratenpartei bestand aus haufenweise jungen Netizens, und in ihrer Hype-Periode saßen die in jeder zweiten Talkshow -- geholfen hat's irgendwie nicht. Und in den Mutterländern von Intelligence Squared und Townhall Debates sieht's Rechtspopulismus-mäßig gerade auch nicht besser aus als bei uns -- im Gegenteil.

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Palmstroem 10.06.2018, 18:18
3. Deja vu

Immer die gleichen Leute sagen zum immer gleichen Thema immer die gleichen Sätze. Und auch die Themenwelt ist immer die gleiche -
Flüchtlinge, Trump, Ungleichheit.

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medium07 10.06.2018, 18:28
4. Im Ernst?

Meinen Sie wirklich, die Leute würden sich durch die Themenstellungen der Talkshows radikalisieren? Ist es nicht im Gegenteil so, dass diese Themen nach und nach unvermeidlich wurden, weil sich die Bevölkerung durch Verschweigen und Schönreden von Problemen in der Art Ihrer Kolumnen genasführt fühlte. Falls Sie Gelegenheit haben, mit Lehrern, Ärzten, Helfern, Polizisten zu reden, mit Menschen also, die tagtäglich mit den Problemen der Zuwanderung zu tun haben (die Ihnen offenbar berufsbedingt nicht begegnen) werden Sie bestätigt sehen, wie die Stimmung in den letzten drei Jahren umgeschlagen ist. Dies ist auch daran zu erkennen, dass inzwischen weit mehr als zwei Drittel der Bevölkerung jede neue Zuwanderung ablehnen - übrigens europaweit. Und die Mehrheit dieser Menschen wähl aus guten Gründen (nich nicht!) rechts. Ein Blick nach Italien sollte allerdings auch Ihnen eine Warnung sein. Ich empfehle Ihnen das gründlich recherchierte Buch von Duglas Muray "Der Selbstmord Europas - Immigration, Identität, Islam" zu lesen, inzwischen nicht grundlos weltweit ein Bestseller. Vielleicht wachen Sie dann aus Ihren Träumen auf. Auch die Linke kommt inzwischen nicht mehr umhin, sich mit der Realität auseinander zu setzen.

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schwaebischehausfrau 10.06.2018, 18:51
5. Irgendwie seltsam....

Die meisten dieser Formate gibt's jetzt ja schon seit deutlich über 10 Jahren. Und solange die Themen dort "Ist der Kapitalismus am Ende" und ähnlich hiessen, gab's daran null Kritik. Auch nicht, wenn mit Claudia Roth oder Jürgen Trittin immer die gleichen Berufspolitiker ihren Senf absondern durften.
Man kann ja gerne auch ein "Townhall-Meeting" als Format einführen. Aber wenn man das Auditorium und die Fragesteller dann repräsentativ zur Zustimmung bestimmter Positionen und politischer Richtung in der Gesamtbevölkerung einladen würde, dann wäre das Ergebnis doch das gleiche: Wieder würden unliebsame "Rechtspopulisten" zu Wort kommen. Aber klar, wenn man einfach 100 nicht bekannte Zuschauer einlädt, kann man viel besser selektieren. Das hat sich früher ja hervorragend bewährt in der DDR und Sowjet-Union (nur handverlesene , jubelnde Zuschauer bei den großen Paraden und "Volkskongressen") und funktioniert auch heute noch super in Nordkorea und der VR China. Und klar, anstatt "Fünfer-Runden" in Polit-Talkshows, in denen man sich immer streitet (damit gibt man doch sowieso ein schlechtes Vorbild für Heranwachsende ab) , könnte man was machen, wo man sich am Ende einigt. Ist ja auch nicht schwer: Ganz einfach nur Leute einladen, die FÜR "offene Grenzen" und FÜR "Vermögenssteuer" sind. Das kann doch so schwer nicht sein, oder. Man muß die einfach nur den Zuschauern als "neutrale , unvoreingenommene Experten" verkaufen. Wär doch gelacht, wenn man das nicht hinkriegen könnte, oder?
Schön, dass uns Herr Diez mit seinem Statement: "Die repräsentative Demokratie WAR the only game in town" nochmal bestätigt, was er ja schon diverse Male kundgetan hat. Dass repräsentative Demokratie und solche Wahlen nur solange super sind, wie die gewünschten Ergebnisse rauskommen. Sobald das nicht mehr der Fall ist, fängt Demokratie wirklich an zu stören und zu einer ernsthaften Belastung zu werden.

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GemachLiebeLeute 10.06.2018, 19:09
6. Zuviel vom gleichen

Das Problem ist einfach die Masse an Talkshows. Jeder Moderator versucht aus den immer gleichen Themen neue Erkenntnisse zu gewinnen. Das immer "mehr vom gleichen Prinzip" schürt auch viel Aggression, da sind die Konsumenten dieser Formate ständig mit den immer selben Themen konfrontiert sehen. Die Lösung ist eigentlich ganz einfach, reduziert die Talkshows, vielleicht muss nach Jahren des mehr einfach grundsätzlich über eine Reduzierung des Angebots nachgedacht werden. Klasse statt Masse, egal ob Talkshows, irgendwelche depperten Serien oder andere Formate. Ich persönlich vermisse gut recherchierte Dokumentationen, zum Beispiel aus den Ländern aus denen viele Flüchtlinge zu uns kommen. Die Welt verändert sich so rasant, es würde nicht schaden sich mehr den Fakten zu widmen als die ganze Zeit nur mit Meinungen zugeschüttet zu werden.

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diorder 10.06.2018, 19:26
7. Formate und Inhalte

Die 5er Runden spiegeln das populistisch auf Quoten durch Skandalisierung, Personalisierung und Polarisierung mediale Grundmuster nicht nur der Talkshows wieder. Das bedeutet ein Schwarmverhalten mit immer denselben Themen in allen Medien auch diesem hier. Dies führt zu den entsprechenden Reaktionen und Meinungen bei den Konsumenten. Diese werden als Bestätigung mit Umfragen zum eigenen Medienverhalten der Macher benutzt. Zirkelspiralen . Alternativen : Mehr und längere Experteninterviews, Fragestunden mit Zuschauenden. Sachalternativen darstellen. Veröffentlichen der Ergebnisse der Anhörungen in den Parlamentsausschüssen. Nachrichten über Gelungenes.

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DadaSiggi 10.06.2018, 19:33
8. Herr Diez beklagt die Quotenjagd der Talkshows, ...

... schreibt aber auch nur Kolumnen die Klicks generieren sollen. Er beklagt den fehlenden Diskurs, der aber bei ihm grundsätzliches da aufhört was er als rechts bezeichnet und nicht in sein linkes Weltbild passt. Grundsätzlich sind aber gute Argumente in seinem Aufsatz zu finden, aber er ist und bleibt ein alter, unbeweglicher Ideologe.

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diorder 10.06.2018, 19:36
9. Ansätze zur Versachlichung

finden sich bei Illner. Bei Maischberger katastrophale Gesprächsführung und . Bei Plasberg bewußte "harte" Konfrontationsstrategien. Bei Will Indoktrination und Staatstreue. Ein wichtiger Grund für den Verlust von Aufklärung und demokratisch fairer Diskurskultur : Die Quotenkonkurrenz zwischen den von Privatunternehmen der Moderatoren, die sich am Markt und nicht am öffentlich-rechtlichen Informationsauftrag orientieren.

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