Forum: Kultur
Überwachung: Der Staubsauger hört mit
DPA

Sie wollen die Kontrolle über ihre Privatsphäre zurück? Erster Schritt: Geben Sie sie nicht einfach weg! Bald ist ja eine Wahl, da kann man auch über digitale Themen mitentscheiden.

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unky 16.09.2017, 16:16
1. Liebe Frau Berg, ...

... ich sehe das Problem genau so wie Sie. Aber ich habe keine Hoffnung, dass dieser Prozess - von wem auch immer - aufgehalten wird. Eine Mehrheit, wie ja auch in der Schweiz, begrüßt diese Entwicklung. Wahrscheinlich ohne zu begreifen, dass mit diesen digitalen Werkzeugen der totale Überwachungsstaat nur noch eine Frage der Zeit ist. Wir verteidigen damit aber nicht unsere Freiheit, sondern beenden sie freiwillig. Und wer nun meint, er habe ja nichts zu verbergen - dem sei gesagt: Was Du zu verbergen hast oder nicht zu verbergen hast, das entscheidet der Staat!

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noch_ein_forenposter 16.09.2017, 16:19
2. Liebe Frau Berg

Da kann ich Ihnen nur absolut zustimmen. Leider scheinen die jüngeren Generationen da deutlich weniger Probleme mit zu haben. Ich kenne da leider nur sehr wenige Ausnahmen. Siehe auch WeChat in China, da habe ich einige Verwandte.

Mir jedenfalls wird niemand einen Chip implantieren. Zumindest nicht mit meiner Zustimmung.

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beob_achter 16.09.2017, 16:31
3. Willkommen in der Gegenwart,

Frau Berg.

Nun, man kann bezüglich seiner "Spielzeuge" und seines Kommunikationsverhaltens das weiterführen - oder wieder ausgraben - was man in der Zeit vor Snowden betrieben hat.
Damals arglos und relativ sorglos - heute nehmen die Angriffe massiv zu!
Niemand braucht ein "Haushaltsgerät" oder eine "Smart" Home Anlage zu kaufen: Es gibt weiterhin anonyme Staubsauger und gewöhliche Sicherheitsschlüssel, Rolläden & Co., die über das Internet nicht angreifbar sind.
In Supermärkten wird man immer stärker erfaßt, wenn man mit seinem Mäusekino dort herumläuft - auch das kann man abschalten, oder man nimmt den Akku heraus, wenn das möglich ist.
Im Öffentlichen Raum ist man den Begierden der Sammler schutzlos ausgeliefert, es sei denn, man tarnt sich.
Also bleibt man besser zu Hause und liest SPON.

Verweigerung ist das "Hausmittel"...

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oldskool 16.09.2017, 16:40
4. Liebe Frau Berg,

Solange sie nichts zu verbergen haben, ist doch alles gut, sagt zumindest der gemeine Bürger. Solange die Sicherheit gewährleistet ist, selbstverständlich. Bitte mehr Überwachung. In so exorbitant unsicheren Zeiten... Haben Sie denn etwa keine Aaaangst? Sie müssen Angst haben, sonst kommt vielleicht noch jemand auf die Idee, das ganze Thema könnte übertrieben sein - naja, der Richter wird's schon richten :)

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dr.joe.66 16.09.2017, 17:03
5. zwei Fragen, die sich jeder beantworten muss

1. Frage: ist die kommende Total-Überwachung oder -Transparenz jetzt gut oder schlecht?
Wer das Buch "The Circle" liest und den Film "The Circle" sieht, wird einigermaßen fassungslos sein, dass der Film gut ausgeht und das Buch schlecht ausgeht. Warum nur hat Hollywood daraus ein Happy End gemacht?
In einem anderen Buch wird davon geschrieben, dass Menschen, die sich nicht das entsprechende Zeichen an die rechte Hand oder die Stirn machen lassen, nichts mehr kaufen oder verkaufen können. Und warum beschreibt das besagte Buch das Zeichen als böse, als negativ? Bei dem Buch handelt es sich übrigens um die Bibel: Off. 13, 16-17, geschrieben vor fast zweitausend Jahren. Wie kann der Autor dieses Buches damals schon ahnen, mit was wir uns heute herumschlagen würden??

2. Frage: Wie sicher sind wir, dass unser Staat, Deutschland, die EU oder die Schweiz auch in Zukunft noch freiheitlich sind? Und was passiert, wenn sich das ändert? Anders gefragt: Hätte man 1928 dem erfolgreichen Kunstgroßhändler Blumenreich in der blühenden Republik-Hauptstadt Berlin gesagt, dass sein Geschäft 10 Jahre später liquidiert wird, und er und seine Familie vergast werden, hätte er das geglaubt? Oder hätte er die Warnung als Spinnerei abgetan? Was glauben wir?

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Newspeak 16.09.2017, 17:15
6. ...

Ach, Frau Berg. Wieder so eine Kolumne, die am Ende einfa...

Lernt man das heute nicht mehr, einen Text zu Ende zu schreiben? Vielleicht sogar mit einem wohldurchdachten Fazit? Einer Idee von einer Loesung? Die Schreckensnachrichten sind ja nun nicht wirklich neu und originell, auch wenn sie hier noch mal alle versammelt sind.

Vielleicht erwarte ich zuviel. Eine Kolumne ist kein Essay. Es waere aber schoener, wenn es einer waere. Etwas, bei dem man, wenn man es liest, die Tiefe der Gedanken fuehlt, die sich der Schreiber gemacht hat. Das Gegenteil von Twitter und Konsorten, wo alles einfach so dahingerotzt wird, schnell und unueberlegt, ein textgewordenes Aufstossen nach medialem Ueberfressen. DAS waere auch ein Beispiel von Gegenreaktion. Sich dem zu Kurzem zu verweigern. Nicht mitmachen in der Aufmerksamkeitsoekonomie, die zum Grossteil die Macht der Firmen befeuert, die auch fuer den Ueberwachungskrempel verantwortlich zeichnen. Sich einfach mal 30 Jahre in die eigene Bude zurueckziehen und am opus magnum stricken.

Allerdings sehe ich nicht alles so schwarz. Ihre Mehrheiten, z.B. am Beispiel Schweiz, sind alte Mehrheiten. Das Problem verschwindet. Facebook ist heute schon ein wandelnder Leichnam. Da tummeln sich die Ue40 Leute. Die Jugend findet das schon lange uncool. Ich glaube auch nicht, dass irgendein Teenager ein Medium cool findet, das vom US Praesidenten genutzt wird und von eitlen Journalisten. Diese Dinge werden sich erledigen, schneller und massiver als man sich das vorstellen kann, im Grunde genauso schnell und massiv, wie sie sich einst ausgebreitet haben. Autos will heute auch kein Junger mehr kaufen, selbst die nicht, die es finanziell koennten. Die Alten haben ein System geschaffen, das sie nicht lange ueberleben wird. Danach wird es vielleicht besser.

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bamesjond0070 16.09.2017, 17:29
7. (warum beginnt hier jeder Beitrag mit Frau Berg)

Sehe ich genauso. Und das die junge Generation damit weniger Probleme habe, wie in den Kommentaren angedeutet, stimmt nicht. Das ist schlichtweg falsch. Nur, wenn jeder ein Smartphone inklusive Gratisuberwachung besitzt, kann man sich eben schlecht dagegen wehren. In unserem Land durch Wahlen, aber zum Glück ist der Großteil der Wählerschaft in einem Alter, in dem es überhaupt keine Rolle mehr spielt ob das Smartphone überwacht ist oder nicht.

Unsere demokratisch gewählte Regierung versucht jeden Tag diese zu untergraben. Komisch, das die meisten AFD-Mitglieder, die ursprünglich in anderen Parteien waren, von der CDU kommen. Erst Angst machen, dann Freiheit nehmen.

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playintime 16.09.2017, 17:32
8.

Ich habe noch einen Staubsauger mit 2000 Watt Leistung der höllischen Lärm macht, da kann mich nicht mal mein Nachbar abhören. Und ich hoffe, der bleibt noch lange in Takt, daß ich keine mit 900 Watt Leistung kaufen muß, der auch noch Nachrichten in die Welt über mich sendet.

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Dr. Dr. Arschgeig 16.09.2017, 17:51
9. Liebe Frau Sibylle, Ihre hiesigen Appelle umsetzend

bin ich nun auf ein Nicht-Smartphone zurückgestiegen. Kann keine Einbuße erkennen. Kann telefonieren. Simsen. Alles einwandfrei.
Wir zahlen ja wirklich einen extrem hohen Preis mit den Dingern. Wofür eigentlich? Für ein bisschen Glitzer-Blink-Gedöns und "bitte warten sie noch, App 1 von 75 wird aktualisiert". Wart. Dafür aber eine deutlich geschärfte Auslesbarkeit zugunsten des Betreibers.
Gut, aber der individuelle Smartphoneverzicht behebt natürlich nicht die Effekte auf die Gesamtgesellschaft, die Sie richtig ansprechen... Von denen werden alle - auch die Nichtsmartphoners - (mit)betroffen.

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