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Umgang mit den Rechtspopulisten: Nehmt sie beim Wort
DPA

Was soll das Schulterzucken? Wenn wir den Einzug der AfD in den Bundestag als normalen Vorgang nehmen, verspielen wir die Demokratie. Es ist Zeit für echtes politisches Handeln.

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thawn 01.10.2017, 10:26
1. Konkrete Handlungsempfehlung?

Ich habe den Artikel gelesen, weil ich mir eine konkrete Handlungsempfehlung erhofft hatte. Abgesehen von der Überschrift "Nehmt sie beim Wort" vermisse ich aber klare Ideen, was genau zu tun ist. Es wird nur aufgezählt, was nicht hilft. Da macht es sich der Autor zu leicht.

Da fand ich die Empfehlung von Henriette Löwisch im Interview deutlich hilfreicher: Über Taten berichten nicht über Worte. Das war auf die Medien gemünzt, funktioniert aber auch für den Einzelnen: Wenn es in Unterhaltungen um die AfD geht sollte man sich mehr darauf konzentrieren was sie tun als auf das was sie sagen. Bestes Beispiel ist Frauke Petry, die gezielt die Wähler hintergeht und sich am Tag nach der Wahl von der Partei lossagt, für die sie angetreten ist und für die sie gewählt wurde.

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heindeburk 01.10.2017, 10:26
2. Allgemeinplätze

Problembeschreibungen haben wir bereits in hinlänglicher Zahl. Aber was tun? Über Allgrmeinplätze geht dieser Artikel nicht hinaus.

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Knackeule 01.10.2017, 10:34
3. Polit-Automaten

Die AfD bekämpft man als etablierter Politiker am besten dadurch, in dem man die Probleme löst, die ursächlich für das Erstarken dieser Partei waren. Ob dazu allerdings unsere "Polit-Automaten" (eine treffende Wortschöpfung des Autors) der etablierten Parteien in der Lage sind, darf bezweifelt werden.

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koem 01.10.2017, 10:38
4. Anstatt

die AfD und deren völkische Parolen rechts bis zur Wand zu überholen bin ich der festen Meinung müssen die regierenden Parteien endlich anfangen Politik zu machen. Visionen für die Zukunft aufzuzeigen, den Wandel der Gesellschaften endlich annehmen und reagieren. Die Merkelsche Politik machen muss aufhören. Wir brauchen wieder echte Politik, Alternativen, Visionen, Vorstellungen wie wir als Gesellschaft in der Zukunft leben wollen.

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ayee 01.10.2017, 10:38
5. Diskussion gegen Wand

Wie will man mit jemandem diskutieren, der nur auf sich fixiert ist? Der nicht das Gesamtbild als Realität sieht, sondern nur sein eigenes kleines Umfeld. Der Wissenschaft und Statistiken einfach als falsch abtut, wenn es nicht ins Weltbild passt. Der Facebook und Bild als vertrauenswürdiger und informativer ansieht, als "seriöse" Medien. Das ist unmöglich. Klar kann man mit solchen Menschen Debatten führen. Aber es ist Zeitverschwendung, ungefähr so, als wenn ich versuche, meiner Hauskatze Mathematik beizubringen. Was dagegen hilft, ist eine Gesellschaft mit gerechter Vermögensverteilung, mit massiven Investitionen in Bildung, mit Integration statt Ausgrenzung. Vor allem ist es wichtig, sich früh um die Kinder zu kümmern, die in prekären Milieus aufwachsen, wenn man nicht die nächste Generation dieses Typs haben will.

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pilzkopf 01.10.2017, 10:39
6. Normalität

Falls Normalität im Ausweichen besteht, so habe ich Deutschland als überragend normal erlebt. Das Ende der Normalität wäre wünschenswert und einhergehend eine Rückkehr zur effektiven, demokratischen Auseinandersetzung, zu einer Gesprächskultur, die sich nicht der Arroganz des Intellekts bedient, sondern alle Diskussionswilligen an Bord holt. Ich wünsche Deutschland mehr Demokratie und eine erfolgreiche Zukunft. Ein Schweizer.

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d.b.licht 01.10.2017, 10:42
7. Es fehlt eine Utopie

Viele Menschen fragen sich: wie soll das weitergehen? Das Beispiel Schulz hat gezeigt, dass viele Menschen sehnsüchtig auf jemanden warten, der ein optimistisches, zukunftsorientiertes Bild vermittelt. Sie haben einfach gehofft, Schulz wäre so einer wie Macron, wie Trudeau.... einer, der eine gewisse Vision hat, der Menschen (sicher nicht alle) von diesen Visionen überzeugen will, sie mitreißen. Es gibt so vieles zu tun ( z.B. Menschen und Umwelt in Übereinstimmung zu bringen) , und die Digitalisierung und Automatisierung verheißen so großartige neue Möglichkeiten (z.B. für das Leben und Arbeiten in bisher strukturschwachen Regionen). Die SPD sollte sich -wie einstmals- als Zukunftspartei neu finden, zusammen mit den vielen kreativen jungen Leuten, die sich gegenwärtig auf YouTube Kanälen austoben und dieses neue Lebensgefühl den öden AfD Parolen als lustbetonte Alternative entgegenstellen. Kann sie das? Und will sie das??

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Neila 01.10.2017, 10:42
8. Anregungen

Lieber Herr Diez,
ich finde (hochemotional) Ihre warnenden Worte wichtig. Demokratie muss streitbar sein, der Bürger und die Bürgerin sowieso (also streiten wir). Es mag nun etwas kleinlich wirken, aber im Text finden sich einzelne Rechtschreibfehler, also vergessene Endungen, und vielleicht liegt es dann an mir, aber das schmälert die Strahlkraft des Textes.

Die Debatten werden gerne zwischen Links und Rechts aufgeteilt, ich teile die Ansicht, dass im Links auch Alternativen existieren und ich mir leider auch nicht schlüssig erklären kann, warum der Protest (sollen ja alles Protestwähler/innen sein) so unlinks ausfällt. Es wäre ja auch eine Idee gewesen, aber nein.

Mir gefällt (wieder sehr subjektiv) Ihre Redewendung - kein Ende, keine Wende. Offensichtlich haben wir keine Wende im Land vollzogen, zu viele sehen sich nicht da, wo sie gerne wären. Und diese Fehler sind die Fehler unserer Gesellschaft, sowohl der Politik als auch der Bevölkerung sowie der Wirtschaft.

Der kleinliche Aspekt der Fehlerchen ist deswegen so aussagekräftig (aus meiner Sicht), weil man sich mit diesen angreifbar macht. Wir als Demokraten/innen (mal so spontan die lustigen Getöseveranstalter davon ausnehmend) müssen gewinnen, denn ein Verlust dieser Debatte, ein Verlieren im Streit, hat unweigerlich eine Verschärfung zur Folge, ein Verändern der Demokratie zu einem Moloch, den wir eigentlich (und uneigentlich auch) nicht wollen.
Grüße...

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thawn 01.10.2017, 10:47
9. Nehmt Sie beim Wort und tretet Ihnen entschlossen entgegen.

Mir ist klar geworden, was mir im Artikel gefehlt hat. Der Hinweis, dass man die Rechtspopulisten nicht nur beim Wort nehmen sollte, sondern ihren Worten und Taten klar und entschlossen entgegentreten sollte!

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