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US-Komödie "I Feel Pretty": Sexy dank Schädeltrauma?
Concorde

Amy Schumer als verzagte Durchschnittsfrau, die sich plötzlich begehrlich findet: Die US-Komödie "I Feel Pretty" will empfindliche Themen wie Lookism und Bodyshaming verhandeln - und verstolpert sich.

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peteftw 09.05.2018, 12:48
1. ?

Was sind denn "ätherische Modelwesen" ?

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barbierossa 09.05.2018, 12:57
2. Es gibt kein wahres Leben

im Falschen (Holywood). Aus dem Betrieb und seiner Objektivizierung alles Menschlichen kommt man schon erst recht nicht mit einem auf mainstream gebügelten Kommödchen heraus. Hab die Vorschau zu dem Streifen letztens im Kino gesehen und diese Rezension bestätigt genau den Eindruck, den der Teaser schon auf mich machte.
Amy Schumer ist eine wirklich tolle Schauspielerin. Wird Zeit, dass sie mal eine ernsthafte Rolle in einer sich mit ernsthaften Themen jenseits des sixth-wave-feminism beschäftigenden Serie bekommt. Meinetwegen so eine wie Mandy Patinkin in "Homeland". Also eine Rolle, für die das Geschlecht keinerlei Rolle (sic!) spielt. Als kürzlich nochmal Alien1 im TV wiederholt wurde, und ich danach dann nochmal nach Zusatzinfos googelte, erfuhr ich, dass die Rolle, die Sigourney Weaver darin spielt, ursprünglich für einen Mann gedacht war. Wenn eine pummelige Frau wie Schumer eine solche Figur (vielleicht mit weniger Akzent auf körperlicher Toughness) in einer Triple-A-Produktion spielen würde, wäre das vermutlich ein größerer Erfolg in Richtung "Anerkennung von nicht dem klassischen Ideal Entsprechenden" als zehn solcher sich satirisch gebender Streifchen.

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Olaf 09.05.2018, 13:00
3.

Witzig, wie jeder positive Ansatz sofort ins negative gedreht wird. Feministinnen brauchen schließlich Probleme und keine Lösungen.

Eine dicke Frau kann nicht schön sein, da ist die deutsche Feministin vor.

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Cr4y 09.05.2018, 13:01
4. Hä?

"Doch Schumer selbst ist eine intakte, junge, weiße, etablierte und somit privilegierte Schauspielerin - die Schwierigkeiten ihrer Figur mit einem Umfeld, dass sie aufgrund von Äußerlichkeiten diskriminiert, wirken albern."
D.h. aufgrund Schumer's Alter, Hautfarbe und - von der Autorin - ausgedachtem persönlichen Befinden soll sie als Schauspielerin ungeeignet sein!? Also das z.B. Martin Luther King vorzugsweise von einem 'Schwarzen' geschauspielert werden sollte - geschenkt. Aber wäre der Film tatsächlich besser und glaubwürdiger, nur weil die Schauspielerin nicht intakt, alt, schwarz, unetabliert und somit unprivilegiert gewesen wäre? Komische Weltsicht, die mir ein wenig rassistisch und diskriminierend vorkommt...

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naundob 09.05.2018, 13:10
5. Wie denn auch sonst?

Wie besetzt man denn sonst eine Mainstreamkomödie, wenn nicht mit einer bekannten Mainstream-Schauspielerin, für die Privilegiertheit immer zur Standardausstattung gehört? Nochmal: Das ist keine Arthouse-Produktion, die beim Sundance-Filmfestival beeindrucken will, sondern an der normalen Kinokasse. "Bodyshaming" ist hier einfach nur ein halbwegs origineller Aufhänger für eine weitere "Bridget Jones"-Film-Variante. Nicht mehr und nicht weniger. Wer mehr Tiefe möchte, findet sicher ein paar gelungene Dokumentationen oder Dramen zum Thema.

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larsmach 09.05.2018, 13:42
6. Eine schöne Frau mit weiblichen Formen findet sich schön. So, what!?

Da wird ein Film mit einer "weißen, schlagfertigen und privilegierten" - und offensichtlich auch schönen Frau, körperlich wie mimisch gedreht, die sich attraktiv findet; ...verstehe einer den Punkt!?

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hortser 09.05.2018, 15:03
7. Kulturschwelle

Die Autorin versteht vielleicht nicht ganz, welchen Stellenwert die sog. 'attitude' in den USA hat .
Es wird dort als Wert an sich begriffen , und darum dreht sich der Film .

Soziale Komponenten sind nur der Aufhänger; Schumer ist keine Feministin, sie bedient Mainstream Trends .
Der Film ist eine Unterhaltungsklamotte für mässig intelligente, mässig attraktive oder sonst verunsicherte US Amerikanerinnen, die nichts mehr sein wollen als ein perfektes 50er Jahre Weibchen - mit den Vorteilen die andere Frauen für sie erkämpft haben .

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Leser161 09.05.2018, 15:12
8. Versteh ich nicht

Das einzige was man dem Film vorwerfen kann ist m.E. das Amy Schumer, genau wie Renee Zellweger vor ihr, eine nach objektiven Massstäben attraktive Frau ist.

Sonst bleibt eine positive Botschaft. Glaub an Dich. Äusserlichkeiten sind nur ein Aspekt Deiner Person. Wenn Du möchtest das sich jemand für Dich interessiert musst Du Dich einfach auch für ihn interessieren.

In der realen Welt ist es nämlich nicht so dass der Warteschlangenmann von jeder Frau die superhübsch ist ist die Nummer haben will. Vielleicht ist er vergeben, vielleicht ist er sich seiner eigenen Nachteile bewusst und versucht nur bei Mittelhübschen zu landen.

In diesem Sinne. Go'ht ahead!

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L. Schmidt 09.05.2018, 17:41
9. ohne den Film gesehen zu haben...

...klingt es doch, als thematisiere das Konzept weniger Lookismus denn vielmehr Bodypositivity. Da wäre dann auch die normschöne Weiße nicht zwingend eine Fehlbesetzung, bekanntermaßen hadern auch diejenigen mit ihrem Körper, bei denen man das objektiv "von extern" nicht nachvollziehen kann. Verzerrte Selbstbilder zu thematisieren, ist für das Medium Kino doch zumindest eine als progressiv zu wertende Idee - die Umsetzung ist dann nochmal 'ne andere Sache.

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