Forum: Kultur
Vulgärkulinarischer Weimar-"Tatort": Die Welt ist eine Kartoffel
MDR/ Anke Neugebau

Wer gehört zusammen wie Soß und Kloß? Nora Tschirner und Christian Ulmen ermitteln für den Weimar-"Tatort" in der Kartoffelteigmanufaktur - Küchenpsychologie und Küchenpoesie der rustikalen Art.

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cheiron 27.08.2018, 14:14
30. Sind die da alle so?

Solchen geistreichen Schwachsinn fand ich ausgesprochen amüsant. Seine Spannung bezog dieser Tatort sicher nicht aus dem zu untersuchenden Kriminalfall, sondern eher aus der Frage, was in der Hochburg der deutschen Klassik nun noch alles passieren wird. Was wäre übrigens, wenn Professor Börne mal nach Weimar käme? Äße er auch Bratwurst vor dem Schillerhaus oder dinierte er lieber im Elephanten oder im Russischen Hof. Besäße er die Schlagfertigkeit, mit den Wortspielen der Weimerer Kommissare gleichzuziehen? Was mich (einen geborenen Thüringer, wenn auch aus einem anderen Herzogtum) dann aber doch sehr betrübt hat, war am nächsten Tag die Frage eines Freundes: "Sind die Menschen in Thüringen eigentlich alle so bescheuert?"

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Little_Nemo 28.08.2018, 16:56
31. Komplotte in Weimar.

Einfach herrlich, die Beiden. Und all die kauzigen Nebenfiguren. Lupo ist natürlich sowieso mein Held. Schön auch immer die vielen kleinen, liebevoll ersonnenen Details, wie z.B. die Physik des Stehpinkelns ("Immer nur auf senkrechte Flächen, nie auf waagerechte!"). Womit der Bildungsauftrag nun wirklich übererfüllt ist. Was will man mehr?

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Dramaturgen-Frau 28.08.2018, 22:10
32. Ging mir ebenso

Zitat von zeisig
Und was mich auch noch sehr gestört hat: Der Herr und die Frau Kommissar hatten während der kompletten 90 Minuten die immer gleiche Kleidung an.
Dieses Problem hatten wir schon mindestens einmal, und zwar auch in einem ostdeutschen Tatort: Da geistert in Dresden Alwara Höfels die Spielzeit von 90 Minuten, die mehrere Tage (!) gespielte Zeit darstellen soll, in ein und demselben kik-Outfit durch die Szenerie. Offenbar sind nach den Höchstleistungen von Drehbuch und Regie alle derart erschöpft, dass ihnen die übrigen Gewerke, wie z.B. Ausstattung, Kostüm, Maske und Requisite, völlig egal sind. Versendet sich, was?! Ist ja auch billiger. Man hat sogar den Eindruck, dass es wie bei den Statisten und Komparsen ist: Die müssen zum Dreh in ihren eigenen Klamotten erscheinen! Und das waren mit Sicherheit die persönlichen Klamotten der beiden Darsteller Tschirner und Ulmen, die diese dann natürlich in ihrer Steuererklärung als "Berufskleidung" absetzen können - was ja grundsätzlich in Ordnung ist. Und in diesem Zusammenhang mal ne weiterführende Frage: Ist Nora Tschirner schwanger? Oder eine extreme Liebhaberin von Thüringer Bratwürsten? Sie sah in ihrem Parker nämlich aus wie eine.

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CAFE&WIEN 28.08.2018, 22:42
33. Mein Reden!

Zitat von Dramaturgen-Frau
Dieses Problem hatten wir schon mindestens einmal, und zwar auch in einem ostdeutschen Tatort: Da geistert in Dresden Alwara Höfels die Spielzeit von 90 Minuten, die mehrere Tage (!) gespielte Zeit darstellen soll, in ein und demselben kik-Outfit durch die Szenerie. Offenbar sind nach den Höchstleistungen von Drehbuch und Regie alle derart erschöpft, dass ihnen die übrigen Gewerke, wie z.B. Ausstattung, Kostüm, Maske und Requisite, völlig egal sind. Versendet sich, was?! Ist ja auch billiger. Man hat sogar den Eindruck, dass es wie bei den Statisten und Komparsen ist: Die müssen zum Dreh in ihren eigenen Klamotten erscheinen! Und das waren mit Sicherheit die persönlichen Klamotten der beiden Darsteller Tschirner und Ulmen, die diese dann natürlich in ihrer Steuererklärung als "Berufskleidung" absetzen können - was ja grundsätzlich in Ordnung ist. Und in diesem Zusammenhang mal ne weiterführende Frage: Ist Nora Tschirner schwanger? Oder eine extreme Liebhaberin von Thüringer Bratwürsten? Sie sah in ihrem Parker nämlich aus wie eine.
Genau so empfand ich es auch: Wie eine thüringer Bratwrst in den Parker gequetscht. Nun bin ich schon auf den Borowski-Tatort nächste Woche gespannt, der sich leider wohl wieder in so ner Art Genrenachahmung (hier: Grusel) versucht. Hoffentlich geht das nicht in die Hose! Genre können deutsche Drehbuchautoren und Regisseure nämlich faktisch nicht. Es wäre schade, da der Borowski in den Tatort-Olymp neben Dortmund, Münster, Weimar, Wien und München gehört.

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