Forum: Kultur
WDR-Führungskraft: Sechs Frauen werfen "Tatort"-Koordinator Belästigung vor
DPA

Er habe sie begrapscht und betatscht - sechs Frauen, darunter Charlotte Roche, werfen Gebhard Henke im SPIEGEL vor, sie belästigt zu haben. Der WDR-Filmchef bestreitet alle Vorwürfe.

Seite 1 von 3
Cascara LF 04.05.2018, 13:22
1.

Wenn 16 Frauen versichern niemals von Herrn Henke sexuell belästigt worden zu sein, so mag das zutreffen. Wenn sechs andere Frauen versichern, dass sie von ihm sexuell belästigt wurden, mag das genauso stimmen. Nur weil es bei den einen nicht passierte, muss das nicht gleichzeitig heissen, dass es niemals passierte. Hier sind nun die Gerichte gefordert und nicht der evtl. in jedwede Richtung voreingenommene Social-Media-Mob.

Beitrag melden
fatfrank 04.05.2018, 13:22
2. Ziemlich schräg

Da veröffentlichten 16 Frauen ein Statement, dass (mal kurz gesagt), immer alles korrekt abgelaufen ist im Umgang. Macht das die Aussagen der anderen 6 Frauen jetzt weniger glaubwürdig? Weil 16 mehr als 6 sind? Jeder Fall ist ein Fall zu viel. Außerdem: Warum wird immer betont, dass die Frauen sich "erst jetzt" äußern (und dann auch noch warum)? Es ist doch wurscht, WANN jemand das ausspricht. Es gibt ja Verjährungsfristen für bestimmte Delikte. Das muss also nicht unbedingt gestern passiert sein. So wirkt es aber immer so, als müsste sich das (mutmaßliche) Opfer dafür rechtfertigen, warum es "erst jetzt" etwas sagt.

Beitrag melden
harald441 04.05.2018, 13:38
3. Und warum gaben besagte Frauen

damals dem sie antatschenden Mann nicht einfach eine Ohrfeige oder riefen laut: "Nimm' Deine schmutzigen Finger von mir!"?
Stattdessen hatten sie drei bis achrzehn Jahre lang überlegt, ob das nun eine Belästigung war oder ein simples Berufsrisiko für aufsteigenwollende Frauen.....

Beitrag melden
joshuaschneebaum 04.05.2018, 13:43
4. 6 : 16

Es wird schlimmer: da hat eventuell, nein, nehmen wir es gar als Tatsache an, ein Kölner Mann einer Frau die Hand auf die Hose (das Frau Roche nackt war, schließen wir mal aus) am Allerwertesten gelegt. Ohne Frage: das gehört sich nicht. Ohne Frage, das kann man als Avancen machen auslegen. Ohne Frage, ein klares Wort der klare Worte schreibenden Roche wäre die adäquate Antwort. Ohne Frage: eine hübsche Ohrfeige wäre auch gerechtfertigt.

Das hätte Frau Roche doch verarbeiten können (scheibt sie noch?), auch wie sie sich fühlte, auch dass sie an ihre Karriere dachte, ach, all die menschlichen Schwächen, ach, all das hilflose Umgehen miteinander ...

Doch ein Vierteljahrhundert später eine Headline sowie im Rahmen einer weltweiten Kampagne einen öffentlichen Rachefeldzug gegen eine namentlich genannte Person daraus zu konstruieren, das lässt mich kopfschüttelnd da stehen.

Beitrag melden
joG 04.05.2018, 13:48
5. Ich denke...

...dass so viele Männer verleumdet worden sind von der #metoo Bewegung, dass neue Behauptungen eher ein Geschmäckle mit sich bringen und Misstrauen gegen die Klägerinen.

Beitrag melden
ProfPedro 04.05.2018, 13:52
6. falscher Umgang mit einem wichtigen Thema

es wird immer unerträglicher, dass dieses heikle Thema in den Medien lustvoll breitgetreten wird, bevor irgendjemand irgendwas genaues weiß. Auch dass man dem Beschuldigten die Vorwürfe nicht mitteilt, sondern über dritte in die Medien lanciert ist unerträglich. Dass ausgerechnet Charlotte Roche, die die Öffentlichkeit seit Jahren mit ihren Gedanken zu ausgerückten Pickeln und Feuchtgebieten verbal sexuell belästigt, als Generalanklägerin hergenommen wird, schadet dem, vielleicht ja berechtigten Anliegen, eher, als dass es der Gerechtigkeit dient. Dass sie, die mit Tabubruch ihr Geld verdient und ja auch zugibt, dass sie stillgehalten hat, um einen Auftrag zu sichern, zeigt das ganze Dilemma des öffentlichen Umgangs mit #metoo. In unserem Land galt bisher die Unschuldsvermutung und hier steht zunächst einmal Aussage gegen Aussage. Das Ganze ist also eher ein Fall für die Gerichte und nicht für einen öffentlich ausgetragenen Kampf um Deutungshoheiten. Damit wird das berechtigte Anliegen der #metoo Bewegung leider unnötig als unglaubwürdig diskreditiert.

Beitrag melden
Suppenelse 04.05.2018, 13:56
7. Glückwunsch, Rechtsstaat

Nun wird also auch dieser Fall über die Medien verhandelt anstatt vor Gericht. Ob die Vorwürfe zutreffen oder nicht: Es ist eine Schande für den Rechtsstaat.
#notme

Beitrag melden
petrapanther 04.05.2018, 14:02
8.

Zitat von harald441
damals dem sie antatschenden Mann nicht einfach eine Ohrfeige oder riefen laut: "Nimm' Deine schmutzigen Finger von mir!"? Stattdessen hatten sie drei bis achrzehn Jahre lang überlegt, ob das nun eine Belästigung war oder ein simples Berufsrisiko für aufsteigenwollende Frauen.....
Interessant, dass Sie das Verhalten der Opfer so kritisch hinterfragen, das Verhalten des mutmasslichen Täters aber mit keinem Wort erwähnen.

Beitrag melden
pittiken 04.05.2018, 14:05
9.

Zitat von fatfrank
Da veröffentlichten 16 Frauen ein Statement, dass (mal kurz gesagt), immer alles korrekt abgelaufen ist im Umgang. Macht das die Aussagen der anderen 6 Frauen jetzt weniger glaubwürdig? Weil 16 mehr als 6 sind? Jeder Fall ist ein Fall zu viel. Außerdem: Warum wird immer betont, dass die Frauen sich "erst jetzt" äußern (und dann auch noch warum)? Es ist doch wurscht, WANN jemand das ausspricht. Es gibt ja Verjährungsfristen für bestimmte Delikte. Das muss also nicht unbedingt gestern passiert sein. So wirkt es aber immer so, als müsste sich das (mutmaßliche) Opfer dafür rechtfertigen, warum es "erst jetzt" etwas sagt.
Weil es ein Geschmäckle ist. Da will Frau etwas nicht, lässt alles über sich ergehen, kommt dadurch schneller zum Ziel (Veröffentlichung von Buch, von Film etc.) und wenn das Ziel erreicht ist, dann meldet sich Frau dann zu Wort. Es sieht in diesen Fällen so aus, als wenn sie es gewollt haben. Das macht es für solche Typen, die so etwas machen, leicht, sich weitere willenslose Opfer zu suchen und auch zu finden. Grenzen werden sofort gesetzt und nicht hinterher.

Beitrag melden
Seite 1 von 3
Diskussion geschlossen - lesen Sie die Beiträge!