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Weinstein, Spacey und die Folgen: Traumfabrik, aufgewacht
dpa/ OBS/ SKY

Ein schmutziges System beginnt, sich selbst zu reinigen: Die Konsequenz, mit der die Unterhaltungsindustrie ihre Weinsteins und Spaceys abräumt, ist gut. Auch für das Publikum könnte das ein unbequemer Weg werden.

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Grummelchen321 12.11.2017, 08:27
1. Welcher

Sinneswandel.Wenn die 15 Minuten vorbei sind geht es weiter wie vorher.Der Rubel muss ja schließlich rollen.Den Sexismus kann man nicht ausrotten.Es wird immer wieder Männer und auch Frauen die ihre Position ausnutzen werden.

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vulcan 12.11.2017, 08:39
2.

Den besagten Leuten passiert nichts anderes, als was jedem passiert, der mit solchen Vorwürfen konfrontiert wird - ob sie nun wahr sind oder nicht: Das Leben ist zumeist zerstört, zumindest das berufliche.
Der Unterschied ist nur, dass es sich hier um Prominente handelt.
Und wer geglaubt hat, Schauspieler seien 'bessere' Menschen, der hat sich schon immer getäuscht.
Ich finde es allerdings etwas albern, wenn jetzt irgendwelche Männer daherkommen und wichtig berichten, dass ihnen K. Spacey vor xxx Jahren mal an oder in die Hose gefasst hat. Mit sowas wird man ja wohl noch fertig werden, oder? Infolgedessen finde ich es auch etwas hysterisch von R. Scott, nun gleich alle Spacey-Szenen neu zu drehen...aber na ja, wenn er meint. Die Szenen drin zu lassen, könnte aber u. U. umsatzfördernd gewirkt haben...

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NahGha09 12.11.2017, 08:41
3. Eine kritische Anmerkung

Zitat von
Ein schmutziges System beginnt, sich selbst zu reinigen: Die Konsequenz, mit der die Unterhaltungsindustrie ihre Weinsteins und Spaceys abräumt, ist gut.
Das kann man so sehen. Wenn man sich aber auf die Tatsachen beschränkt und ideologisches Wunschdenken etwas besser kontrolliert, kann man eigentlich nur feststellen, dass ein paar Menschen aufgrund unbewiesener Anschuldigungen und ohne Gerichtsverfahren ihrer bürgerlichen Existenz beraubt werden.

Verstehen Sie mich nicht falsch: Ich will diese Leute gar nicht in Schutz nehmen. Aber auch sie habenein Anrecht auf einen ordentlichen und fairen Prozess. Ich kann an dieser "Gerichtsbarkeit" via medialem Pranger nichts Reinigendes erkennen. Im Gegenteil: Da werden elementare Regeln unseres Zusammenlebens (sozusagen unsere Werte) außer Kraft gesetzt.

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Isegrim1949 12.11.2017, 08:43
4. Wo fängt sexuelle Belästigung an...

...und wo hört Koketterie auf.
Zunächst sei festgestellt dass ich es absolut verwerflich finde eine Frau dank eigener wirtschaftlicher oder politischer Macht sexuell gefügig zu machen.
Es gibt aber ein kleines Problem, nämlich wie soll ich als Mann eine Frau ansprechen ohne in den Verdacht zu kommen sexuell zu belästigen ? Ist das Aufhalten einer Tür oder das Schenken eines Blumenstraußes auch schon Belästigung ? Wo ist die Grenze ?
Dazu kommt ja noch die bekannte Tatsache, dass Frauen im Einzelfall durchaus ihre Reize einsetzen um ein Ziel zu erreichen. Darf der Chef dann schwach werden ?
Als Hinweis sei angemerkt dass ich zwar alt bin, aber dieZeit wo ein Mann warten sollte bis die Dame seiner Verehrung mal "ganz aus Versehen" das Taschentüchlein fallen lässt doch wohl längst Geschichte.

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ManRai 12.11.2017, 08:45
5. Absolut Nix Neues

Hollywood Babylon hat vor Jahren ueber diese Praktiken geschrieben......

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tiger1999 12.11.2017, 08:51
6. Langsam wird es lächerlich

Kann man nicht noch ollere Kamellen ausgraben ? Irgendwo findet sich bestimmt noch ein Händchenhalten aus den 50ern. O.W. Fischer war bestimmt auch so einer, wenn nicht noch schlimmer. Skandal ! Man sollte umgehend weltweit alle Kinos schließen und Fernseher einkassieren, damit solche Typen sich nicht länger (und Dustin Hofmann u.a. bald sogar über ihren Tod hinaus) präsentieren können !

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joG 12.11.2017, 08:51
7. Ich verstehe....

....dass es unerhört gefährlich ist, dass Beschuldigungen von vor zT 30 Jahren einen ruinieren können oder dürfen. Zum Einen sind alle Beweismittel vergangen und damit auch die entlastenden. So ist in Dubio pro Reo gegeben, die Anschuldigung übele Nachrede und Verleumdung selbst dann, wenn sie stimmt. Das begründet einen Entschädigungsanspruch in einem Rechtsstaat und Strafe für den Verleumder. Denn wir können nicht davon ausgehen, dass selbst von Mehreren behauptet, die sich damit ins Rampenlicht schieben oder alte Fehden führen, dass sie im Schwarm die Wahrheit sagen. Schlimmer ist aber ein anderer Aspekt. Wenn es um Nötigung ging, hat die Genötigte Person Beweismittel vernichtet und Zeit gelassen um den durch das Stillschweigen sich bekräftigten Täter neue Opfer zu finden und zu Opfern zu machen. Das mag zwar keine Mittäterschaft sein, aber verhindert hat das damalige Opfer es nicht.

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dan-krik 12.11.2017, 08:54
8.

Alles richtig. Nur finde ich sollte man nicht abfällig von Abwehrreflex sprechen in Zeiten in denen Matress Girl, Kachelman, Lohfink, Gamergate, Horst Arnold etc pp. vorkommen und Leute, die darauf hinweisen als Relativierer beschimpft werdren. Die Fälle sind da, auch wenn die meisten Kommentare und Artikel das ignorieren. Dazu komt, dass jeder zotige Spruch inzwischen locker mit Vergewaltigung in einem Topf geschmissen wird. Solange es dort keine saubere Trennung gibt wird auch das Argument der Hexenjagd nicht einfach verschwinden, auch wenn noch in 100 Artikeln so getan wird als gäbe es hier nur Gut und Böse. Dem ist nicht so. Und solange sich die Jäger der gerechten Sache dies nicht eingestehen wollen, wird es weiter Kritk geben. Und diese Kritik pauschal als Abwehrreflex zu denunzieren wird nicht helfen. Im Gegenteil. Das hat schon in der Politik nicht funktioniert. Das wird im Entertainment auch nicht funktionieren.

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ulijoergens 12.11.2017, 08:57
9. Auch die Täter haben Rechte

Ich habe Mühe, Machtmissbrauch zu verteidigen, vor allem wenn er sich in sexuellem Missbrauch manifestiert.
Ich habe aber auch Mühe, wenn die grundlegenden Rechte der Täter verletzt werden. Solange nichts konkret nachgewiesen wurde gilt immer noch die Unschuldsvermutung.
Insofern halte ich nicht viel davon, die Anschuldigungen erst nach Jahren oder sogar Jahrzehnten zu erheben. Da lässt sich nichts mehr seriös aufklären und das Risiko von Rufmordkampagnen ist hoch.
Die entscheidende Erkenntnis aus diesen Vorfällen muss sein, in Zukunft die Opfer zu schützen und zu unterstützen, und zwar im Moment des Geschehens.
Also den Mund aufmachen, wenn eine Kollegin oder ein Kollege belästigt wird. Das gilt vor allem für Führungskräfte, denen müssen Konsequenzen drohen, wenn Verdachtsmomenten nicht nachgegangen oder aktiv vertuscht wird. Nur dann wird sich etwas ändern.

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