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Widerstand gegen #MeToo: Nichts ist erledigt
AFP

Brett Kavanaugh wird als Richter am Supreme Court bestätigt, Louis C.K. tritt wieder auf, Beschuldigte stilisieren sich zu Opfern: Ein Jahr nach Beginn von #MeToo ist der Widerstand der mächtigen Männer in den USA groß.

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jojack 09.10.2018, 16:17
1. Anderes Szenario

Angenommen, Kavanaugh wäre aufgrund der unbewiesenen Anschuldigungen nicht ans oberste Gericht berufen worden - wie hätte man das mit der Unschuldsvermutung in Einklang bringen können? Wäre dann nicht jeder Kandidat vogelfrei gewesen? Persönlich und subjektiv fand ich Dr. Ford glaubhaft - aber was sagt das, wenn es keinerlei Beweise gibt?

Dass über dem neuen Richter Zweifel ob seiner Vergangenheit hängen ist ein schwerer Makel. Aber so wie die Vorwürfe lanciert worden, musste der Verdacht einer politischen Kampagne entstehen. Und das hat Abwehrkräfte mobilisiert. Erst in letzter Minute des Berufungsverfahrens werden die Vorwürfe bekannt - und dass, obwohl einige Demokraten schon vor Wochen von Fords Vorwürfen wussten. Warum haben diese nicht auf Dr. Ford eingewirkt, damit diese früher damit an die Öffentlichkeit geht? Ging es den Demokraten wirklich um die Verhinderung eines charakterlich ungeeigneten Kandidaten? Oder war hier nicht vielmehr der maximale propagandistische Erfolg das Ziel?

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ambulans 09.10.2018, 16:25
2. diese

#metoo-kampagne ist (leider) zu einem musterbeispiel geworden, wie mans einfach nicht machen sollte - eine der mitbegründerinnen (miss asia "argento" - scheint hier wohl sowas wie kleingeld zu bedeuten) war selbst "aktiv dabei", verteidigt sich aber mind. grenzwertig (der kleine war natürlich schuld ...); ob z..b weinstein etwas (und was) gemacht hat, muss ja erst noch vom gericht festgestellt werden; der alte cosby (was auch immer er gemacht hat - hat halt die falsche farbe im gesicht ...); ewige kampagnen wie gegen polanski (in zivilisierten gesellschaften gibts sowas wie "verjährung", reue, usw.), allen (dass farrow, nun ja, schon etwas mehr als seltsam ist, weiß man eigentlich seit mind. 1970 - da reüssierte sie erstmals mit einem vergewaltigungsvorwurf - da wars ein indischer jogi ...); ewige misssbrauchsvorwürfe gegen die katholische kirche (stimmt, leider), gegen die evangelischen (gibts leider nicht; sogar so verbrecher-organisationen wie "colonia dignidad!" - was für ein hohn! - gehen letztendlich straffrei aus), staatliche "fürsorge"-einrichtungen und jugend-strafanstalten haben über die zeit ein vielfaches an missbrauchstaten aufm konto - geschenkt, keine/r dieser scheinheiligen heuchler wills offenbar wissen. guckt doch einfach mal in den spiegel, ihr ...

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Bondurant 09.10.2018, 16:26
3. Es ist nicht in Ordnung

Ihm werden von mehreren Frauen sexuelle Misshandlungen bis hin zu versuchter Vergewaltigung vorgeworfen.

so zu formulieren, wenn die Anschuldigungen sich ausschließlich auf Fälle beziehen, die mehr als dreißig Jahre her sein sollen. Durch die im Artikel gewählte, sparsame Formulierung entsteht - natürlich ungewollt, nicht wahr - der Eindruck, es handele sich um eher aktuelles Verhalten. Tatsache ist aber, dass bis jetzt niemand dem Kavanaugh vorgehalten hat, als erwachsener Mann irgendjemanden beläastigt zu haben. Spielt das keine Rolle?

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Shredhead 09.10.2018, 16:35
4.

"Gemeinsam mit Justiz und Politik ein konsensfähiges Regelwerk für den Umgang mit Anschuldigungen zu finden, wird wohl die größte Herausforderung der kommenden Zeit."
Das gibt es schon seit Jahrhunderten! Es nennt sich "In dubio pro reo", im Zweifel für den Angeklagten! Lieber gehen 10 Schuldige frei nach Hause, als 1 Unschuldiger in den Knast! Das ist ein Grundpfeiler unserer freiheitlichen Gesellschaft, wer das nicht versteht sollte doch lieber gleich nach China oder ähnlich antihumane Staaten ziehen!
Man kann nur hoffen, dass Kavanaugh und andere Opfer der metoo Hexenjagd ihre Peiniger verklagen. Der Idealfall ist natürlich die offizielle Strafverfolgung, was leider noch viel zu selten passiert.
Menschen, denen so etwas widerfahren ist sollten lernen, dass Twitter nicht die nächste Polizeidienststelle ist und schon von klein auf ermuntert werden, Belästigungen und Übergriffe den zuständigen Behörden zu melden.

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nibal 09.10.2018, 16:38
5. 1 Jahr Büßerstarre nicht genug?

Was hält denn der Autor für angemessen? 5 Jahre? Lebenslänglich? Das Problem mit #meToo ist das Extrem auf beiden Seiten, genau wie es auch das Problem der zwei amerikanischen Parteien ist. Auf der einen Seite wird zu 100% dem Opfer geglaubt und der Täter schon vor dem Beweis einer Schuld am liebsten auf dem Scheiterhaufen verbrannt und für alle Zeit aus den Geschichtsbüchern getilgt auf der anderen ist es genau umgekehrt und selbst ein völlig ungeeigneter Kandidat wird am Ende aus Mitleid noch an den höchsten Gerichtshof berufen und das wird auch noch von einem drittel der Bevölkerung unterstützt. Wenn beide Seiten keine Mitte mehr kennen, gibts halt nur noch A oder B und man muss sich dann nicht mehr wundern über einen Präsidenten Donald Trump.

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draco2007 09.10.2018, 16:38
6.

Zitat von jojack
Angenommen, Kavanaugh wäre aufgrund der unbewiesenen Anschuldigungen nicht ans oberste Gericht berufen worden - wie hätte man das mit der Unschuldsvermutung in Einklang bringen können? Wäre dann nicht jeder Kandidat vogelfrei gewesen? Persönlich und subjektiv fand ich Dr. Ford glaubhaft - aber was sagt das, wenn es keinerlei Beweise gibt?
Sie gehen von der falschen Prämise aus...

WENN Kavanaugh Unschuldig wäre, hätte er alles dafür getan, dass es eine UMFASSENDE Untersuchung gäbe. K. ist der Frage aber ACHT Mal ausgewichen.
Wieso?

Wieso verbreitet ein Anwärter auf das höchste Richteramt auf Lebenszeit Verschwörungstheorien? Wieso meint er das alles wäre wegen der Verlorenen Wahl und eine Hinterlist der Clintons?

Und wieso antwortet K. auf persönliche aber berechtige Fragen mit Gegenfagen? Und sehr frechen Gegenfragen.
Beispiel: "Waren sie jemals so betrunken, dass sie sich nicht mehr erinnern können?" "Ich weiß nicht, haben sie" (sehr frei übersetzt)

Er hat wohl unter Eid gelogen. Er meinte er hätte nur wenig getrunken, seine ehemaligen Mitschüler/Komilitonen sagen etwas anderes. Auch das hat das FBI nicht untersucht, obwohl 5 Jahre Gefängnis auf Meineid stehen.

Das geht nicht, nicht beim kleinsten Richter.
In einer Verhandlung würde ein solches Verhalten zu recht maßregeln.

Es geht also nicht mal darum ob Kavanaugh schuldig ist oder nicht, der Umgang mit diesen Anschuldigungen ist eines Richters (egal auf welcher Ebene) absolut unwürdig.

Es wäre nicht schlimm, wenn Kavanaugh in seiner Jugend oft einen über den Durst getrunken hat. WENN er damit heute ehrlich und aufrichtig umgehen würde.
Tut er aber nicht...
Er weist alle Anschuldigungen von sich und ist an einer Wahrheitsfindung nicht interessiert.

Als Sahnehäubchen obendrauf kommt noch, dass der Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika, der scheinbar nichts anderes zu tun hat als auf Wahlkampfveranstaltungen zu gehen, es für nötig hält sich über Frau Ford LUSTIG zu machen...und dabei wie immer lügt...
Das ist an Armseeligkeit nicht mehr zu überbieten.

Und die Republikaner sagen dazu praktisch NICHTS. Die wollen ihre Macht erhalten und zementieren, nicht mehr. (Die Dems sind allerdings auch nicht viel besser)

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franzassi33 09.10.2018, 16:38
7. Wann ist genug gebüßt worden?

Es scheint beinahe so, als würden sich viele Linke wünschen, alle Täter, ob nun verurteilt oder nicht, mit einem ewigen Berufsverbot zu belegen.
Wir als Gesellschaft haben selbst für die schlimmsten Verbrecher ein Rehabilitierungssystem.
Warum sollte ein Luis C.K. nicht auch wieder auftreten dürfen. Der Bedarf ist ja offensichtlich da, und nicht jeder Witz muss jedem gefallen. Auch geschmacklose Witze dürfen gemacht werden.
Sollte das nicht mehr der Fall sein, dann sind wir auf dem Weg in eine Gesinnungstyrannei.

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Atheist_Crusader 09.10.2018, 16:39
8.

Was der Kavanaugh-Prozess war, war schlicht und einfach ein Vorstellungsgespräch bei dem die Verantwortlichen jede Menge Gründe geliefert bekamen sich einen anderen Bewerber zu suchen, aber diese ignorierten und lieber der Parteilinie folgten.

Das Prinzip "unschuldig bis die Schuld erwiesen ist" ist ein wichtiges, aber es kalkuliert leider nicht ein was passiert wenn die Machthaber gar kein Interesse an der Feststellung der Schuld haben. Wenn das Rechtssystem nicht nur versagt sondern offen die Arbeit verweigert, dann nährt das nur alle möglichen anderen, gefährlichen Ideen.

In jedem Fall war es ein verheerendes Signal für die Opfer sexueller Gewalt. Jedem davon wurde noch einmal genau vor Augen geführt was passiert wenn man sich tatsächlich äußert: man wird attackiert, bekommt Morddrohungen, muss sein Haus verlassen, der US-Präsident höchstselbst macht sich über einen lustig... und am Ende bekommt der Beschuldigte auch noch eine Entschuldigung "im Namen der Nation", von einem Menschen der sich nie für irgendwas entschuldigt und das nur als Plattform für weitere Hetze benutzt.
Und statt dass sich die Zahl der Schwachköpfe reduziert die da noch fragen "Ja warum bist dann nicht gleich damit rausgekommen?" nimmt sie eher zu.

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draco2007 09.10.2018, 16:43
9.

Zitat von Bondurant
Ihm werden von mehreren Frauen sexuelle Misshandlungen bis hin zu versuchter Vergewaltigung vorgeworfen. so zu formulieren, wenn die Anschuldigungen sich ausschließlich auf Fälle beziehen, die mehr als dreißig Jahre her sein sollen. Durch die im Artikel gewählte, sparsame Formulierung entsteht - natürlich ungewollt, nicht wahr - der Eindruck, es handele sich um eher aktuelles Verhalten. Tatsache ist aber, dass bis jetzt niemand dem Kavanaugh vorgehalten hat, als erwachsener Mann irgendjemanden beläastigt zu haben. Spielt das keine Rolle?
Was spielt es für eine Rolle ob es 10 20 oder 30 Jahre her ist?

Mal vom juristischen abgesehen. (Verjährung)
Aber dies ist nicht überall so, viele Bundesstaaten kennen keine Verjährung bei Vergewaltigung.

Zudem, denken sie mal 5 Minuten nach. Schauen sie sich an, wie Trump auf einer Wahlkampfveranstaltung Frau Ford VERARSCHT. Mit Lügen und Verächtung...

Genau SOWAS ist der Grund wieso sich Vergewaltigungsopfer lange Zeit nicht heraus trauen. Es braucht dann einen triftigen Grund. Und die Ernennung seines Vergewaltigers zum obersten Richter auf Lebenszeit kann ein solcher Trigger sein.
Die Zeitspanne macht den Fall nicht weniger unglaubwürdig.

Und indem der POTUS jetzt Vergewaltigungsopfer verhöhnt macht er das ganze mal wieder salonfähig und wird dafür sorgen, dass Vergewaltigungen im Land wieder ok sind, weil die Frauen behaupten das ja nur zum eigenen Vorteil.

Das ist einfach nur noch pervers...

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