Forum: Kultur
Wünsche für 2019: Ruhe am anderen Ende der Leitung
DPA

Sich nicht zu ernst zu nehmen. Wie einfach das klingt, wie schwer das scheint. Und wie unglaublich hilfreich es wäre, um uns allen das Leben zu erleichtern - 2019 erst recht.

Seite 1 von 8
quark2@mailinator.com 05.01.2019, 18:14
1.

Es hört sich leider sehr böse an, aber wenn die Autorin ihren eigenen Vorschlag ernst nähme, dann würde sie wohl aufhören müssen, die Art Beitrag zu schreiben, den sie hier regelmäßig publiziert; so sicher zu wissen, was richtig ist, so voll der Belehrung von oben herab und immer auch irgendwie auf ihre eigene Interessenlage ausgerichtet, kaum je hinterfragend, wie die Sache aus anderen Perspektiven aussehen könnte. Ich habe es in meinem Leben 2..3 Mal versucht. Das Ergebnis war bisher leider ziemlich eindeutig - wenn man sich selbst nicht wichtig nimmt, findet sich normalerweise niemand, der das freiwillig übernimmt.

Beitrag melden
dasfred 05.01.2019, 18:23
2. Wenn es nur einen Vorsatz gibt, den ich einhalte...

Es ist der Vorsatz, die Zukunft gelassener anzugehen. Wo mir jeder Einfluss verwehrt ist, muss ich kein Herzblut vergießen. Wo ich mich blenden lasse, sehe ich das Wahre nicht. Die Welt ist groß. Mein Land ist groß. Meine Stadt ist groß. Mein Stadtteil ist groß. Wenn ich neues sehen will, muss ich nur vor die Tür und nicht durch die Welt reisen. Wenn ich neues hören will, muss ich nur stehen bleiben und dem Nachbarn zuhören. Was mir Ruhe bringt, finde ich in mir, nicht im Universum. Ja, wenn die 30 schon lange zurück liegen, ist der morgige Tag zu kostbar, um ihn mit Hass zu füllen. Aktiv suche ich nur noch das Erbauende, Fröhliche und Befriedigende. Das Traurige und der Verfall kommen von selbst.

Beitrag melden
shekina_niko 05.01.2019, 18:33
3. Danke,

Frau Berg, für einen weiteren schönen, inspirierenden Text. Ich lese Ihre Kolumne immer gerne, und diesmal haben Sie mich sogar zum Lachen gebracht. Auch Ihnen alles Liebe fürs Neue Jahr.

Beitrag melden
nobody_incognito 05.01.2019, 18:56
4.

Zitat von quark2@mailinator.com
Es hört sich leider sehr böse an, aber wenn die Autorin ihren eigenen Vorschlag ernst nähme, dann würde sie wohl aufhören müssen, die Art Beitrag zu schreiben, den sie hier regelmäßig publiziert; so sicher zu wissen, was richtig ist, so voll der Belehrung von oben herab und immer auch irgendwie auf ihre eigene Interessenlage ausgerichtet, kaum je hinterfragend, wie die Sache aus anderen Perspektiven aussehen könnte. Ich habe es in meinem Leben 2..3 Mal versucht. Das Ergebnis war bisher leider ziemlich eindeutig - wenn man sich selbst nicht wichtig nimmt, findet sich normalerweise niemand, der das freiwillig übernimmt.
Der beste Weg sich nicht ernst zu nehmen, ist auf Fortpflanzung zu verzichten. Andererseits sind wir Produkt dieser Gedankenlosigkeit, bzw. der seltsamen Anreize die daran gekoppelt sind. Wäre Sex so anstrengend wie die Sorge um den Lebensunterhalt, gäbe es das Problem (uns) nicht. Da muss Frau Berg noch etwas daran arbeiten, mehr Stringenz in ihr (Bewusst-)Sein bzw. gedankenloses Denken/Existieren zu bringen.

Beitrag melden
tinosaurus 05.01.2019, 19:00
5. Leider

wird auch dieser Text nicht wirklich viel bewirken, glaube ich. Die zunehmende Verdummung scheint unaufhaltsam. Und so wird der alltägliche Wahnsinn weiter gehen. Immer weiter. Aber egal, wird schon werden - vielleicht oder auch nicht. Ihnen wünsche ich jedoch alles Gute und Liebe und freue mich auf weitere besinnliche Texte.

Beitrag melden
derHamlet 05.01.2019, 19:01
6.

Zitat von suckylucky
Guter text, leider an die falschen gerichtet. Deswegen hier: bitte alle linken politisch korrekten social justice warrior weltverbesserer, das engagement sein lassen und die eigene irrelevanz realisieren. Es dankt ihnen: die menschheit.
Guten Abend suckylucky,

es ist trotz aller guten Vorsätze immer wieder erstaunlich, dass ein Individuum für alle Individuen etwas artikuliert, was allgemeingütlich gelten soll, obwohl doch ersteres realisiert haben muss, dass es mit seiner Sicht der Dinge im Grunde ganz allein dasteht und sich trotzdem bemüht Interessenvertreter oder Anhänger zu wählen oder zu finden um eine Allgemeingültigkeit zu fordern.

Beitrag melden
klmo 05.01.2019, 19:07
7.

Zitat von shekina_niko
Frau Berg, für einen weiteren schönen, inspirierenden Text. Ich lese Ihre Kolumne immer gerne, und diesmal haben Sie mich sogar zum Lachen gebracht. Auch Ihnen alles Liebe fürs Neue Jahr.
Über was soll man da eigentlich lachen?
Symptome: Schleichender Nihilismus, wo sich der Betroffene zunehmend in den eigenen Kerker begibt. Das Fatale liegt immer außerhalb, niemals in ihm selbst. Ständig beschreibt er Höllen, denen man nicht entrinnen kann.
Selbst wenn ein Jenseits nur in der Phantasie in Betracht käme, dann sähe dies mit Sicherheit auch nicht erfreulich aus.

Tut mir leid, über so einen pathologischen Befund kann ich nicht lachen.

Beitrag melden
nobody_incognito 05.01.2019, 19:16
8.

Zitat von derHamlet
Guten Abend suckylucky, es ist trotz aller guten Vorsätze immer wieder erstaunlich, dass ein Individuum für alle Individuen etwas artikuliert, was allgemeingütlich gelten soll, obwohl doch ersteres realisiert haben muss, dass es mit seiner Sicht der Dinge im Grunde ganz allein dasteht und sich trotzdem bemüht Interessenvertreter oder Anhänger zu wählen oder zu finden um eine Allgemeingültigkeit zu fordern.
Na ja, wenn der Beitrag ernst gemeint war, dann sollte er auch nicht ernst genommen werden. Es ist einfach mal ein Ballon und wir dürfen das Spaßigste draus machen, was bei Leuten die sich selbst zu ernst nehmen eben gar nicht funktionieren kann.

Beitrag melden
klmo 05.01.2019, 19:20
9.

Zitat von tinosaurus
wird auch dieser Text nicht wirklich viel bewirken, glaube ich. Die zunehmende Verdummung scheint unaufhaltsam. Und so wird der alltägliche Wahnsinn weiter gehen. Immer weiter. Aber egal, wird schon werden - vielleicht oder auch nicht. Ihnen wünsche ich jedoch alles Gute und Liebe und freue mich auf weitere besinnliche Texte.
Der Mensch musste sich immer neu erfinden.
Also ist "zunehmend Verdummung" falsch. Jeder ist ein individuelles Wesen und unterliegt einem Erkennungsprozess, welches "Leben" heißt.
Insofern sind die Klagen der Alten über die Jugend so alt wie die Menschheit, wo man diesen individuellen Erfahrungsprozess als Anfang (Jugend) nicht wahrnehmen will:

"Unsere Jugend liebt den Luxus, hat schlechte Manieren, missachtet die Autorität und hat keinen Respekt vor dem Alter.
Die heutigen Kinder sind Tyrannen, sie stehen nicht auf, wenn ein älterer Mann das Zimmer betritt, sie widersprechen den Eltern, sie schätzen die Gesellschaft anderer, schlürfen beim Essen und tyrannisieren ihre Lehrer."
Sokrates (470 v. Chr. geboren, 399 v. Chr. gestorben)

"Ich habe keine Hoffnung mehr für die Zukunft unseres Volkes, wenn sie von der leichtfertigen Jugend von heute abhängig sein sollte. Denn diese Jugend ist ohne Zweifel unerträglich, rücksichtslos und altklug. Als ich noch jung war, lehrte man uns gutes Benehmen und Respekt vor den Eltern. Aber die Jugend von heute will alles besser wissen."
Hesiod, Schriftsteller (763-680 v. Chr.)

"Diese heutige Jugend ist von Grund auf verdorben, sie ist böse, gottlos und faul. Sie wird nie mehr so werden wie die Jugend vorher, und es wird ihr niemals gelingen, unsere Kultur zu erhalten."

Eine Inschrift auf einem cirka 5.000 Jahre alten babylonischen Tonziegel

Beitrag melden
Seite 1 von 8
Diskussion geschlossen - lesen Sie die Beiträge!