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Xavier Naidoo und Antisemitismus: Man muss das Gift benennen
DPA

Xavier Naidoo darf nicht Antisemit genannt werden, obwohl einige seiner Liedtexte antisemitische Klischees bedienen. Das lässt viel Spielraum für alle, die mit Hass und Ressentiments zündeln wollen.

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oliviaöl 17.07.2018, 21:51
1. Ich empfehle....

alte Punkbands aus den 80ern zu hören!!!! Da wurde auch schon ordentlich gegen den Staat gewettert und das ist legitim. Man kann hier immer noch eine eigene Meinung zu politischen Abläufen haben und das hat nix mit Reichsbürger zu tun. Also bitte sparen sie sich ihre Moralkeule. Eine funktionierende Demokratie lässt auch andere Meinungen zu!

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joes.world 17.07.2018, 21:58
2. Freiheit der Meinung

Weil ich eine Meinung vertrete - wenn ich mal so behaupte der Sänger N sei Antisemit - muss ich ja nicht recht haben. Aber ich darf doch wohl meine Meinung sagen!? Speziell dann, wenn Naidoo seine "antisemitische Klischees und Codes" verwendet.

Ich meine: wenn Herr Naidoo seine antisemitischen Klischees und Codes bedienen darf, will ich ihn auch einen Antisemiten nenne dürfen. Und die Zuhörer können sich ein eigenes Bild machen. Ob er oder ich oder beide in ihren Augen falsch liegen. Nur Meinungsverbot nur für eine Seite ist ein wenig Foulspiel. Meine ich mal.

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soulbrother 17.07.2018, 22:01
3. Xavier Naidoos Gesinnung

Seine Gesinnung deutete sich schon in dem Frühwerk "Adriano" an.

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kanotus54 17.07.2018, 22:04
4. Verantwortung!

Lieber Xavier, Sie tragen als öffentliche Person Verantwortung. Werden Sie ihr gerecht!

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pnegi 17.07.2018, 22:18
5. Ein Begriff wie ein Mienenfeld...

Was sagt denn die gute alte Wikipedia zu diesem Thema? Zitat: "Heutige semitischsprachige Völker sind insbesondere Araber, Israelis, Aramäer, Malteser und mehrere Sprachgruppen in Äthiopien/Eritrea. Der Sammelbegriff 'Semiten' als Bezeichnung einer Völkerfamilie gilt inzwischen als ungenau und überholt, insbesondere auch aufgrund seiner Verwendung in rassistischen Kontexten". Und genau im letzten Teil des Textes findet sich die Krux; der Begriff 'Antisemit' ist mittlerweile zu einem Kampfbegriff verkommen, mit dem unliebsame Meinungen totgeprügelt werden. Wenn der semitische Staat Israel seinen semitischen Nachbarn Libanon plattbombt, wenn über bewohntem Gebiet Weisser Phosphor verschossen wird, wenn die prozentual grösste Gruppe der getöteten Zivilisten Kinder unter 16 Jahren sind, dann traut sich kaum noch ein Westlicher Journalist, darüber zu berichten, geschweige denn eine Meinung dazu zu haben, denn die Keule, als Antisemit abgestempelt zu werden, ist immer präsent. Das Traurige; mittlerweile gibt es ein ganzes Arsenal dieser Kampfbegriffe, um Andersdenkende mundtot zu machen.
"Verschwörungstheoretiker", "Rechtspopulist", "Neo/Nazi",... alles ohne Kontext und rein als Waffe des fehlenden Arguments eingesetzt. Traurig!

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wille17 17.07.2018, 22:25
6. Richterin unschlüssig

Nach 30-jähriger Erfahrung als Strafverteidiger kann eine solche Argumentation einer vermutlich jungen unerfahrenen Richterin nicht nachvollzogen werden. Aber Fehlurteile und einem Zeitgenossen wie Naido muss ein Rechtsstaat ertragen.

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kuschl 17.07.2018, 22:30
7. Ausgerechnet die Amadeu Antonio Stiftung

Ausgerechnet die Amadeu Antonio Stiftung, deren Gründerin Anetta Kahane eine Stasi Informantin war, maßt sich an, zu moralisieren. Das Gericht hat zu recht Recht gesprochen.

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al_barka 17.07.2018, 22:52
8. Struktureller Antisemitismus

die Brandmarkung durch den Begriff "struktureller" erscheint mir wie ein Totschlagargument. Strukturelle Frauenfeindlichkeit, struktureller Rassismus, struktureller Faschismus etc. etc. Wer dieses Raster über die Sprache anderer legt, übt ein massives Sprachverbot aus. Das führt zum Gefühl, ungerecht behandelt zu werden, zu Verdrossenheit und Widerstand. Der selbst ernannten Sprachwärtern empfehle ich: entspannt Euch ein bisschen, sonst bewirkt Ihr das Gegenteil Eurer Absicht.

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Besser_Meyer 17.07.2018, 22:54
9. Mensch Herr Borcholte

Muss das denn sein. Jetzt muss man auch von Ihnen noch einen Kommentar zum Urteil Naidoo lesen. Ich bin kein Naidoo-Fan, kein Reichsbürgerfreund und auch kein Antisemit aber ein Freund der künstlerischen Freiheit und der freien Meinungsäußerung. Untersuchen Sie in Ihren Plattenkitiken auch erst die komplette Texte auf ihre politische Reinheit? Sie müssten doch wissen dass Musik eben auch politisch sein kann. Ich für meinen Teil freue mich sogar wenn sich eine Band oder ein Musiker auch mal traut den Mund aufzumachen. Meinungen und Songtext kann und sollte man diskutieren und eben nich einfach mit dem Label „Antisemitismus“ brandmarken. Im Übrigen denke ich, der Name/die Bank Rothschild ist in erster Linie für Ihre Finanzgeschäfte bekannt und weniger für die Zugehörigkeit zu einer Relegionsgemeinschaft.

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