Forum: Kultur
Zum Tode von Günter Grass: Abschied von einer Jahrhundertfigur
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Als Schriftsteller überragte er die Literatur der Bundesrepublik, als streitlustiger Debattierer prägte er das politische Selbstverständnis des Landes. Günter Grass war eine der großen Figuren der jüngeren deutschen Geschichte.

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johannesmapro 13.04.2015, 14:03
10. ich kann dem nicht folgen

Tut mir leid ich kann dem nicht folgen, die Romane sind im großen und ganzen nicht lesbar, die sätze lang wie bei Thomas Mann aber unverständlich, zwei Büch kann man ernsthaft empfehlen, das ist Katz und Maus und das treffen in teltge, wer sich den Butt, die Blechtrommel und das andere antun will bitte. Das Problem ist die Isolation der deutschen Literatur ab 1933, die klassische Moderne aller Joyce, Kafka und DosPossos ist abgebrochen, Literatur wird neu erfunden in Deutschland, aber nach den 70 Jahren ist gar nichts mehr gekommen von Grass. Was danach gekommen ist wird gern vergessen wegen Kisch, Hacker und ähnlichen Zeiterscheinungen.

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StFreitag 13.04.2015, 14:03
11. Seine Lebensleistung

nötigt Bewunderung ab. Das muß man erstmal schaffen, über so lange Zeit präsent zu sein. Die Blechtrommel wird bleiben.

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Hirndummy 13.04.2015, 14:04
12. Da blinken die kleinen Lichter mal wieder auf

Na, eine gute Gelgenheit für alle, die in ihrem Leben immer das Rrrrrrrrichtige getan haben, nie einen Fehler begangen haben, ihr Ego mal wieder an einem Großen abzuarbeiten; sich wieder zu einem Gutmenschen zu erheben, aus der Sofaperspektive das Leben und Überleben in einer Diktatur abzuarbeiten, en passant mal eben den Literturpopen zu geben und reichlich Steine zu werfen. Lasst es also Klirren, ihr kleinen Lichter...;-)

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RioTokio 13.04.2015, 14:10
13.

Die Blechtrommel mag ein nettes Buch sein.

Was darüber hinaus bleibt ist die rechthaberische, sich selbst wichtig nehmende, moralisierende Attidtüde.
Damit ist er ein typischer Vertreter der 68er.

Bei aller Sympathie für eine Querdenker bleibt ein fahler Beigeschmack, bestätigt durch seine lange verschwiegene SS-Zugehörigkeit.

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dr.djb 13.04.2015, 14:12
14. Antisemit?

In seinem Gedicht "was gesagt werden muss" kann ich keine Spur von Antisemitismus finden. Es sei denn, (tausendmal berechtigte) Kritik an der israelischen Politik wird als Antisemitismus empfunden. (Kritik an Frau Merkel ist übrigens auch nicht Antiuckermärkerinnenismus) . Gegen genau diese verschwurbelte Ansicht haben sich Grass und auch Walser zur Wehr gesetzt und verdienen dafür Respekt.

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rmts 13.04.2015, 14:14
15. Moralische Instanz

Besonders treffend fand ich die Beschreibung des Auftretens von Günter Grass durch Hans Peter Bull, ehem. Datenschutzbeauftragter:"Grass [...] ist ein Musterbeispiel für die politische Beteiligung mancher Intellektueller: Man ist eifrig im Kombinieren und schnell im Formulieren, aber faul in der Erforschung der Tatsachen und nachlässig in der Bewertung." Hans Peter Bull, Widerspruch zum Mainstream: Ein Rechtsprofessor in der Politik, S. 143.

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spon-453-7coi 13.04.2015, 14:14
16. Was bleibt?

1. Nobelpreis
2. Danziger Trilogie, danach wenig
3. ewige Streiterei mit Gott und der Welt
4. krude politische Auffassungen
5. Unaufrichtigkeit: hat permanent andere wegen ihrer NS-Zeit angegriffen, aber selbstgerechterweise zu seiner SS-Mitgliedschaft Jahrzehnte geschwiegen

Punkte 1 und 5 bleiben.

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Mastermason 13.04.2015, 14:20
17. An die selbstherrlichen Richter in diesem Forum

Zum 1000sten Mal: Grass war nicht freiwillig bei der Waffen-SS, er wurde eingezogen. Mein Vater (gleicher Jahrgang wie Grass) ist trotz unseres jüdischen Namens in die Waffen-SS gezogen worden ( dann allerdings desertiert). Das einem damals 17-/18-Jährigen vorzuwerfen, ist an Selbstgerechtigkeit nicht zu überbieten. Was ich ihm vorwerfe, ist, dass er nicht früher damit herausrückte und dann mit mehr Selbstbewußtsein. So wie ihm ging es damals ganzen Schulklassen, er hat keine Schuld auf sich geladen.

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Karbonator 13.04.2015, 14:26
18.

Zitat von Zensuropfer
Wenn ich bedenke, was ich von dem alles nicht gelesen habe und andere auch nicht, frag ich mich, wo das mit dem Jahrhundert herkommen soll?
Es ist zwar verständlich, daß Sie sich als repräsentativ für alle Menschen erachten, aber halt nicht sehr realistisch. Es soll Menschen geben, die die Werke von Grass intensiver gelesen haben als Sie. Was sie nicht besser oder schlechter als Sie macht... nur halt anders.
Insofern dürfen Sie weiter die eine oder andere Verfilmung konsumieren... ich hingegen bleibe bei der vagen Hoffnung, daß es immer auch Menschen geben wird, die die wichtigen Bücher auch mal lesen.

RIP G. G.

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larry_lustig 13.04.2015, 14:30
19.

Zitat von Mastermason
Zum 1000sten Mal: Grass war nicht freiwillig bei der Waffen-SS, er wurde eingezogen.
Wer sich aber in einigen Bereiechen so als Moralapostel und Kämpfer gegen rechts hinstellt, hätte diesen wichtigen Fakt (Waffen-SS) nicht jahrzehntelang unerwähnt lassen dürfen.

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