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80-Kilometer-Schüler-Wanderung: "Das sind höllische Qualen"
Steve Knuchel

Der Schweizer Lehrer Steve Knuchel lässt seine Schüler 80 Kilometer am Stück wandern, trotz Sonnenbrand und Blasen an den Füßen. Warum macht er das?

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womo88 11.04.2018, 16:47
1. Der hat doch nicht mehr alle Latten am Zaun!

Ich bin mal 40 km am Stück gewandert mit vollem Gepäck und war fix und fertig.
Man kann auch anders etwas erreichen, etwa Klettern mit Schwierigkeitsgraden 7 oder 8, Erkunden von Karsthöhlen in den Cevennen, wo man im totalen Dunkeln kriechen muss.
I>ch bin auch schon mit Jugendlichen 130 km am Stück Rad gefahren, aber da hört der Spaß dann wirklich auf für untrainierte Jugendliche. 80 km Wandern ist doch pervers!

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pontiaxxx 11.04.2018, 17:09
2. Endlich...

...mal einer der was drauf hat ! Jemand der klar erkennt das es mit der Jugend so nicht mehr weitergehen kann und konsequent gegensteuert. Ich will mit den jungen Leuten im Allgemeinen nicht allzu hart ins Gericht gehen, sie lassen mir allerdings keine andere Wahl. 12 jährige Mädchen mit 80 Kilo, Heranwachsende ohne Muskeln, aber mit Colabauch...sie besitzen alle Spiele und Apps, und zwar auf dem aktuellsten Smartphone. Und darauf starren sie, wie Roboter, den ganzen Tag. Diese Menschen ahnen ja nicht einmal, was sie mit sich und ihrem Verstand, einem gesunden Körper so alles bewegen könnten. Dieser Lehrer öffnet ihnen die Augen und ich hoffe inständig das ihm niemals irgend ein besserwisserisches Erzieher-Weichei Steine in den Weg legt...würde mich nicht wundern. Dem guten Mann und seinen tapferen Mitstreitern meine Hochachtung, auf das es ihm noch viele nachmachen mögen...denn sowas ist selten geworden, heutzutage..!

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The Restless 11.04.2018, 17:12
3. Gute Idee

Die Idee finde ich gut! Fleischwunden und schlimme Blasen lassen sich meistens verhindern, indem man die Füße nach dem 1. Viertel (nochmals nach der Hälfte) der Wanderung genauestens auf rote Stellen untersucht und dann ordentlich abklebt oder (an den Sohlen) mit Talg schmiert. Bei Pausen immer die Schuhe ausziehen und Luft an die Füße lassen. Es kann ein Spaß sein, gerade wenn es unterwegs dann auch ein paar Leckereien gibt.

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Actionscript 11.04.2018, 17:22
4. Falscher Ansatz

Als Sportlehrer sollte man doch etwas anders denken. Ich bin langjähriger Sportler, Läufer, und habe auch Verletzungen hinter mir. Der Grund dafür ist, nicht genügend Pausen einzulegen und übertrainiert zu sein. Ich verstehe das Konzept des Lehrers, die Schüler zum Durchhalten anzuhalten, was sich auch auf andere Dinge im Leben wie Ausbildung und Beruf übertragen lässt. Doch das Prinzip des Durchhaltens mit Schmerzen ist falsch. Man muss lernen, Pausen zu machen und sich zu erholen. Das kann oft schwieriger sein als mit dem Kopf durch die Wand zu gehen.

Wenn es nur darum, nicht mit dem Handy rumzuspielen, dann schlage ich doch vor, die Qual einzugehen, das Handy für eine Woche abzugeben.

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svizzero 11.04.2018, 17:22
5. Genau das brauchen die Jugendlichen

Herausforderungen, kein ewiges kuscheln. Stolz sein, auf die eigene Leistung, nicht auf zig tausend Followers oder hunderte von "Freunden." Ein anderer Schweizer Lehrer ist mit der ganzen Schulklasse in 2 Tagen X Kilometer marschiert und landete am Schluss auf dem 2500m hohen Säntis. Alle waren dabei, alle haben sie die Herausforderung angenommen. Und alle waren nachher unglaublich Stolz auf das, was sie geleistet hatten. Was übrigens im Interview nicht erwähnt wird, viele der 14 jährigen Schüler meldern sich im Folgejahr wieder freiwillig für den Marsch. Das zeigt, was ein grosser Teil der Jugendlichen eigentlich wirklich will: Persönliche Herausforderungen. Zeigen, dass man etwas schaffen kann, was Eltern, Verwandte und Kollegen für unmöglich halten.

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tomquixote 11.04.2018, 17:32
6. Immer schön vorsichtig!

Als (leider ehemaliger) staatlich geprüfter Jakobspilger kann ich solche Märsche nur unterstützen, wenn ich auch sagen muss, dass 80 km am Stück etwas anstrengend sein können. Den Teilnehmern würde ich empfehlen, vorher einige Probemärsche zu machen, vielleicht 20, 40, 60 und dann 80 km, um sich selbst zu prüfen, aber auch, um die Schuhe einzulaufen, denn die sind vielleicht das wichtigste Element bei der Sache. Wenn man weiß, wo es lang geht, kann man sich darauf einrichten. Viele Jakobswege kann man mit guten Sandalen begehen, Wanderstiefel braucht man nur selten, häufig genügen gute Halbschuhe. Man kann auch dünne Nylonsocken unter die Wandersocken anziehen, das hilft gegen Blasen.

Ein Weg von 80 km bedeutet aber auch, dass man praktisch 24 Stunden unterwegs ist, denn auf die Dauer schafft man nur so um die 3,5 km/h, also Vorsicht beim Packen des Rucksacks, und viel trinken. Für einen wochenlangen Marsch auf dem Jakobsweg genügen 6 kg im Rucksack, also für einen solchen Tag vielleicht die Hälfte.

Im Ganzen ist so ein Gewaltmarsch eine gute Sache, aber vorbereiten sollte man sich schon!

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florian.sandmann 11.04.2018, 17:36
7. Am Stück?

Wenn man das zugehörige Foto so anschaut, scheint es sich dabei ja um eine mehrtägige Wanderung zu handeln und ist sicherlich dennoch eine große Herausforderung für alle Beteiligten. Und eine wertvolle Erfahrung sowieso. Ich fahre mit meinen kleinen Söhnen auch regelmäßig lange Radreisen und kann bestätigen, dass mit vielen Pausen mit noch mehr Broten und Schlickerkram und realistischen Tagesetappen sehr große Strecken von kleinen Menschen bewältigt werden können. Vor allem zusammen mit geträllerten Liedern, lustigen Fotos und positiver Zusprache bei Wind und Wetter. Glücklich macht diese unvergessliche Erfahrung dann nicht nur am Ziel. 80km ohne Übernachtung am Stück erinnert dann aber doch sehr an den „Todesmarsch“ von Stephen King und halte ich für eine Mär...

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dasfred 11.04.2018, 17:48
8. Kann man machen, muss es aber nicht

Genau das ist das Konzept. Es kommen ja nicht die verzärtelten "Weicheier" mit, sondern Jungs, die sich ausprobieren wollen. Die Art Jungs, die auch im Sport an ihre Grenzen gehen, um Höchstleistungen zu erbringen. Wer das ganze Jahr über dem Smartphone hängt, sich keine hundert Meter aus dem Haus traut und sich ansonsten rumfahren lässt, wandert gar nicht erst mit. Von daher klingt der Artikel dramatischer als es ist. Außerdem, über junge Mädchen, die sich im Ballett die Füße blutig tanzen und den Körper aufs äußerste verbiegen, wird nie so ein heldenhaftes Gewese gemacht.

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ebieberich 11.04.2018, 17:59
9. Jawohl!

"Niemand will der erste sein, der abbricht. Wenn jemand leidet, treibe ich ihn weiter an, aber ich tröste ihn natürlich auch. Ich sage dann immer, die anderen leiden ja genauso mit - auch die Erwachsenen."

https://de.wikipedia.org/wiki/Milgram-Experiment

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