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Abi-Klausur in Sachsen-Anhalt: Mathelehrer rät Abiturienten zur Klage
DPA

In der Regel kommt Protest gegen Abiturklausuren von Schülern. Anders in Sachsen-Anhalt: Dort beschweren sich derzeit Lehrer über das Mathe-Abi - und raten Abiturienten sogar zu juristischen Schritten.

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hileute 15.05.2018, 15:06
1. Richtig so

da fragt man sich doch immer wieder wer die Aufgaben überhaupt erstellt, das da Inhalte angefragt werden die im Unterricht nicht behandelt werden ist mehr als peinlich und ärgerlich für alle betroffenen

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Ein_denkender_Querulant 15.05.2018, 15:26
2. Lächerlich

Wer 15 Punkte möchte, macht mehr, als im Unterricht besprochen wurde. Textaufgaben scheitern immer mehr an nicht vorhandenen Deutschkenntnissen. Wenn Schüler nicht wissen, was ein Giebel ist, bringt ihnen auch die Information "Die Giebelhöhe des Hauses ist 8m" nichts. Das liegt nicht an der Textaufgabe.

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der.tommy 15.05.2018, 15:34
3. @hileute

Naja, bei 16 Bundesländern und damit 16 verschiedenen Lehrplänen sowie jeweils unterschiedlichen Schwerpunkten von Lehrer zu Lehrer kann man schon mal durcheinander kommen. 1. Vorschlag um das zu vermeiden: bildungsförderalismus abschaffen.

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alex300 15.05.2018, 15:42
4. Deswegen sollte

die Abitur auf Bundesebene einheitlich ausfallen.
Was bei der deutschen Kleinbundesländerligkeit kaum möglich ist.

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mcmercy 15.05.2018, 15:58
5.

Wann gibt es eine 1?

"Eine solche Leistung muss in allen Kriterienbereichen voll den Anforderungen entsprechen und darüber hinaus in mehreren Bereichen hervorragende Qualitäten aufweisen"

Wer eine 1 will muss also ÜBER die Anforderungen hinaus etwas leisten, dass können auch Dinge sein, die nicht im Unterricht behandelt wurden. Wie soll man sonst den guten vom sehr guten Schüler unterscheiden?

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benuron 15.05.2018, 15:58
6. Alles 1,0 Abiturienten,...

... die hier schlau daherreden? Aufgabenstellungen in Lehrbüchern, Schulaufgaben und Klausuren werden immer schlampiger. Die allgemeine Tendenz zu Pfusch und Schlamperei macht auch vor dem Bildungssektor nicht halt. Kommentar vom Mathelehrer meiner Tochter: "Naja, kann schon mal passieren." Das dumme ist halt, wenn ihr "das mal passiert" hat er nicht sehr viel Verständnis dafür.
Und aufgrund dieser Erfahrungen beim föderalen Abitur (Themen, die nicht im Unterricht behandelt wurden) nach einem bundeseinheitlichen Abitur zu rufen ist ja wohl der Gipfel des Schwachsinns! Da wird's sicher besser, wenn die Prüfungen aus'm Ministerium in Berlin kommen.

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Strafjurist 15.05.2018, 15:59
7. Andere Idee

Hier zeigen sich meines Erachtens geradezu lehrbuchartig die Effekte zentralisierter Prüfungen, bei denen nicht diejenigen, die den Unterricht geplant und durchgeführt haben, sondern Bürokraten von außen die Prüfungen vorgeben. In der Didaktik gibt es eigentlich die durchaus plausible Idee, dass idealerweise Lehrende Lernziele definieren sollten, sich dann überlegen sollten, wie man deren Erreichen messen (= prüfen) könnte und dann die Lehre und damit das Lernen der Lernenden auf diese Ziele und die Prüfung hin ausrichten sollten (genannt wird dies "constructive alignment"). Diese Grundidee einer in sich koheränten Lehre und Prüfung heißt keineswegs, dass es keine Vereinheitlichung von Lernzielen und auch Prüfungsformaten geben kann. Wenn aber auch die Prüfungsinhalte nicht von denen kommen, die vorher die Lehre verantwortet haben, wird es fast zwangsläufig immer wieder dazu kommen, dass bestimmte Fragestellungen aus Sicht einiger Lehrenden nicht von deren Unterricht abgedeckt wurden. Außer man vereinheitlicht und standarisiert die Fragenkataloge so stark, dass man wie bei einer Führerscheinprüfung nichts mehr verstehen sondern nur noch vorgefertigte Antworten ausweendig gelernt haben muss - lerntheoretisch ein Alptraum. Für jüngere Menschen eine vielleicht neue Information: Die zentrale Vorgabe von Abituraufgaben ist kein Naturgesetz, es gab Zeiten und Bundesländer in der Bundesrepublik, in denen die jeweiligen Fachlehrer für ihre Prüflinge selbst jeweils Abiturprüfungsvorschläge einreichen und von Ministerium als geeignet absegnen lassen mussten - dann aber mit der Sicherheit, dass sie selbst nichts fragten, was gar nicht Teil des Unterrichts war. Das Dogma der Vereinheitlichung um der Vergleichbarkeit willen mag aus Sicht vieler praktisch sein - didaktisch sinnvoll und ein selbstbestimmtes Lernen fördernd ist es sicher nicht. Und wenn es solche Blüten treibt wie hier kritisiert, wird es hochgradig unfair, weil Schülerinnen und Schüler aus Sachsen-Anhalt hier klar gegenüber solchen aus anderen Bundesländern benachteiligt werden, wenn sie Noteneinbußen hinnehmen müssen, ohne selbst etwas dagegen tun zu können ("Selbst die besten Schüler hätten daher auch bei optimaler Vorbereitung nur 89 von 100 zu vergebenden Klausurpunkten erzielen können.").

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bernd0963 15.05.2018, 16:03
8. Typisch Deutschland

da erfinden wieder welche etwas - diese Länder übergreifenden Fragestellungen - und vergessen dabei das es 16 unterschiedlich Lehrpläne gibt !
Könnte man fast der Meinung sein - diese Leute haben nie ein ABI gemacht aber in Deutschland wird ohnehin nur gaaaannnz selten mal bis zu Ende gedacht !!!
Schade ....

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analysix 15.05.2018, 16:06
9. mal wieder ein Beweis für die Überforderung...

... nicht etwa der Schüler, sondern unseres Systems. Da wundert man sich nicht, dass der Bedarf an Nachhilfe seit Jahren sehr stark wächst, speziell in Mathematik. Zum Glück zieht das Nachhilfeangebot entsprechend nach; vor allem im digitalen Lernen gibt es inzwischen einige Kanäle, die richtig gut sind. Die wohl besten Beispiele sind etwa Mathe-Seite.de oder Oberprima.com.

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