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Abitur: Philologenverband fordert schlechtere Noten
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Der Deutsche Philologenverband will, dass Abiturienten strenger bewertet werden. Das Ziel: Sie sollen besser auf Arbeitsleben oder Studium vorbereitet sein. Mit den aktuellen, viel zu laxen Noten gehe das nicht. Was ist da dran?

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carlitom 07.01.2019, 16:54
1.

Merkwürdiger Ansatz: schlechtere Noten ändern doch an dem nichts, was die Schüler lernen. Also auch nichts daran, wie sie auf Arbeit und Studium vorbereitet sind. Was für eine schräge Art zu denken von den Philologen. IHRE Arbeit muss besser werden, dann sind die Schüler gut vorbereitet.

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Newspeak 07.01.2019, 16:55
2. ...

Wieso strengere Bewertung? Wieso nicht einfach hoehere Ansprueche? Dann folgt die Anpassung der Noten automatisch, aber vor allem wissen die Leute mit guten Noten dann auch mehr!

Mir scheint, beim Deutschen Philologenverband ist es mit der Logik auch nicht mehr so weit her, und es geht auch nur um Oberflaeche, statt Inhalt.

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MannAusmNorden 07.01.2019, 16:56
3. The Pädagogische 4....

Das hört sich nach einer "pädagogischen 4" für mich an: "Ich wollte Dich dadurch motivieren, Dich nächstes Mal mehr anzustrengen!". Wie ich diesen Satz gehasst habe! Denn so manches Mal habe ich mich sehr stark angestrengt, und oft hat es nichts genützt. Gerade wenn man so ganz knapp an der 3- vorbei geschrammt ist tat das einfach weh. - Ich finde, dass die Schüler im Abi-Jahrgang viel mehr Zeit haben sollten sich auchs Studium vorzubereiten. Oft ist das Abi-Jahr bereits im April/Mai vorbei. Bis zum Semesterbeginn gibt es also noch viel Zeit, um Vorbereitungskurse zu besuchen. Sowas könnte auch eine Schule anbieten: Erfahrene Studenten oder Absolventen für eine Woche in die Schule holen für solche Grundkurse. Da wäre mit wenig Geld viel geholfen!

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lupo62 07.01.2019, 16:56
4.

Die Inflation der Abiturnoten hat schon vor 2007 begonnen. In meinem Jahrgang 1972 hatte einer eine 1,8. Alle anderen lagen über 2. Ich hatte mit meiner 2,4 ein überdurchschnittliches Ergebnis. Heute wäre das wohl nichts mehr wert.

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blödföhn 07.01.2019, 16:59
5. Mit schlechten Noten ist man besser vorbereitet ?

Wie wäre es wenn sich Schule mal nach empirisch belegten Standards richtet ?
Die wenigsten Lehrer wissen doch was akademisches Arbeiten überhaupt bedeutet.
Schon das dreigliedrige Schulsystem ist quasi Antik, die Schulorganisation auch, und existiert nur noch nach dem Moto "hat mir auch nicht geschadet". Armselig !

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Zita 07.01.2019, 17:00
6.

Großartige Idee, eine Abschlussprüfung in der 4. Klasse, damit der Druck bloß früh genug beginnt. Was für ein Käse! Im Übrigen meinte unsere Grundschullehrerin, dass sie die Empfehlungen nicht bloß mit Blick auf die Noten schreibt, sondern mit Blick auf die Kinder. Sind die eifrig bei der Sache, aufmerksam, interessiert und fleißig, ist das entscheidender für die Eignung fürs Gymnasium als die Noten (die können ja auch widerspiegeln, dass da Eltern ständig bei den Hausaufgaben helfen und die Kinder drillen).

Schule ist anders geworden als früher, aber ich finde nicht, dass sie leichter geworden ist. Das Tempo ist durch dieses vermaledeite G8 viel höher als früher (so dass auch nichts wirklich eingeübt wird) und auch der Druck ist höher. Numerus Clausus ist viel wichtiger geworden, die Lebensläufe müssen viel vollgepackter und gleichzeitig stromlinienförmiger sein als früher. Ergebnis ist, dass die Jugendlichen wie doof lernen, wenn's ans Abi geht. In meinem Abi Jahrgang '88 hat niemand so viel gelernt wie ich das bei den Kindern von Freunden heute ab der 10. Klasse erlebe.

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thoms1957 07.01.2019, 17:03
7. Weg mit dem Bildungsföderalismus

Vergleichbarkeit kann es bundesweit nur durch gleiche Bildungs- und Schulstandards geben. Weil aber jede Kultusbürokratie in jedem Bundesland immer allein die allumfassende Wahrheit für sich gepachtet hat, führen mittlerweile dutzende Wege in Deutschland zum Abitur. Vergleichbarkeit: Siehe Artikel, Schulwechsel zwischen den einzelnen Bundesländern: nicht einfach bzw. oft mit Zeitverlust verbunden. Empfehlung: machen Sie in Thüringen Abi, wenn Sie Medizin studieren wollen. Einzige Abhilfe: Zentrale Bildungsvorgaben aus Berlin. Auflösung aller Kultusministerien und Versetzung des Personals in die Schulen. Eine Abteilung für Heimatkunde und Brauchtumspflege kann bleiben. Wird aber nix. Die Bundesländer verzichten lieber auf Bundesgeld, als einen Jota an Kompetenz zu teilen.

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noway2go 07.01.2019, 17:03
8. Ist doch wieder lustig

Ausgerechnet der Philologen Verband kommt nach Jahrzehnten des „Abitur für alle“ und der Veflachung der Standards jetzt mit diese Forderung. Und das fällt den “Leerern“ jetzt erst auf... seit Jahren sehe ich als sogenannter Chef, wie immer weniger Schüler- und Studienabgängern immer weniger auf das Berufsleben vorbereitet sind und weder vernünftig formulieren noch (teilweise) die Grundrechenarten beherrschen. Und die Universitäten Quellen über, weil alle studieren wollen. Zu spät, zu wenig ernst gemeint- und dann ausgerechnet von den Verursachern der Misere...

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SethSteiner 07.01.2019, 17:03
9. Schlechte Pädagogik an den Unis

Das Problem ist nicht, dass die Schüler gute Abiturnoten haben, sondern dass Unis ein ziemlich mieses Lehrsystem haben. Während die Schulen sich über die Jahrzehnte pädagogisch weiterentwickelt haben, herrscht an den Unis immer noch ein versnobbtes System des Autodidaktismus und Ausnwendiglernens. Nicht zu letzt ist je nach Studiengang unabdingbar von Alt-Studenten Informationen zu bekommen um auf Klausuren richtig vorbereitet zu sein. Ganz allgemein gilt, dass das Studiensystem von Chaos geprägt ist. Es gibt kein einheitliches akademisches Bildungssystem, selbst an derselben Universität, im selben Studiengang und im selben Kurs kann der Wechsel des Dozenten erhebliche Unterschiede mit sich bringen. Statt sich darüber zu beschweren, dass doch ernsthaft das Schulsystem zu besseren Noten führt, sollte man sich lieber mal drum kümmern endlich das Studiensystem zu reformieren und wegzukommen vom Gedanken die Studenten hätten sich alles selbst beizubringen, während keinerlei Anforderungen an das Lehrsystem oder die Dozenten gestellt werden, die hier beide einen Freibrief kriegen.

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