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Absage von der Wunschschule: "Manche Eltern schreiben sich um Kopf und Kragen"
DPA

Wenn das eigene Kind keinen Platz auf der Wunschschule bekommt, verlieren Eltern oft die Nerven - und machen Fehler. Hier erklärt Anwältin Sibylle Schwarz, was man auf gar keinen Fall tun sollte.

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Europa! 06.06.2018, 13:43
1. Ein nützlicher Artikel

Die Hinweise von Frau Schwarz sind sehr vernünftig. Hinterfragen sollte man allenfalls, warum gerade in den letzten Jahren die richtige Wahl der Schule so wichtig geworden ist.

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phthalo 06.06.2018, 14:08
2. @1:

Das sollte man hinterfragen, ich als Lehrer kann das aber schon verstehen. Die Qualität der Lehrer ist eher gleich, aber beispielsweise die Ausstattung unter den Schulen (ich unterrichte Chemie und Physik) können Welten voneinander entfernt sein.
Und ich persönlich gehe lieber durch eine Schule, die Geld hat und sauber ist, statt durch eine, deren WCs DEUTLICH schlimmer aussehen, als WCs auf Autobahnraststätten. Und die gibt es leider.

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klarafall 06.06.2018, 14:16
3. Schlechtes Signal

Wenn ich die Antwort lese "Gerade in kleineren Gemeinden fällt so etwas schnell auf, man macht sich im schlechtesten Fall - vor allem, wenn es schiefgeht - zum Stadtgespräch damit" frage ich mich, ob das tatsächlich der "worst case" ist. Dann kann's einem ja egal sein; wer keine Persönlichkeit ist, der es in erster Linie darum geht allen zu gefallen und bei niemandem anzuecken, dem ist auch wurscht wenn er für zwei-drei Tage "Stadtgespräch" werden würde. Erstens gibt es in jeder Stadt wichtigeres, als daß sich irgendwer in einer Woche noch daran erinnern könnte, und zweitens kann man wunderbar kontern daß man ja zu so einem Verhalten gezwungen wird, wenn man es mit Behördenwillkür zu tun hat. Daß die Behörde zum "Stadtgespräch" wird, halte ich in einem solchen Fall (und es ist ja kein Einzelfall!) für wesentlich wahrscheinlicher. Der "worst case" wäre, wenn man sich damit strafbar machen würde - was aber sicherlich nicht der Fall ist, sonst hätte es die Anwältin schon klar erwähnt. Ausserdem ist "Das gilt besonders dann, wenn man irgendwelche haarsträubenden Geschichten erfindet, warum das Kind angeblich irgendwo wohnt. Außerdem wird das Kind dazu angehalten, zu lügen, wenn es in der Schule von Zuhause erzählt" ein ganz schlechtes Argument und ein verheerendes Signal. Das ist das typische Verhalten von Menschen in Ländern, in denen wenig Rechtssicherheit besteht. Schon von klein auf wird dort man so erzogen, daß es für das eigene Wohl wichtig ist, gegenüber öffentlichen/staatlichen Stellen zu lügen, daß sich die Balken biegen. Anders kommt man auf keinen grünen Zweig. Die Schulämter, vor allem aber ihre übergeordneten Stellen sollten sich sehr genau überlegen, ob es das Ziel ist, solche Verhältnisse auch in Deutschland einzuführen. Am Anfang ist es ein Absage für die "Wunsch"-Schule, die man auf diese Weise vermeiden kann, am Ende hat der Bürger NULL Respekt vor staatlichen Stellen und sieht den Staat als seinen Feind an, den man hintertreiben, belügen und bestehlen (Steuerhinterziehung) darf, weil er sich selbst als der grösste Verbrecher geriert. Das ist alles keine graue Theorie: Ich wohne in Griechenland und sehe die Auswirkungen einer solchen Politik tagtäglich in meinem Umfeld.

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tina.gewehr 06.06.2018, 14:49
4. Gymnasium vs. IGS

Ich kann Frau Schwarz mit ihrer Aussage, dass es diesen Hype früher nicht gab, nicht zustimmen. Schon in den 70er Jahren war es eine "Prestigefrage", ob die Taunussteiner Kinder nach Wiesbaden aufs Gymnasium "durften", oder in Taunusstein auf die IGS "mussten". Plötzlich hat so ca. ein Drittel meiner KlassenkameradInnen bei der Oma in Wiesbaden gewohnt. ... manchmal ein toller Fall von Familienzusammenführung, weil einige der Kinder ihre Großeltern noch nie gesehen hatten, weil Eltern und Großeltern sich spinnefeind waren. ;-)

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Margaretefan 06.06.2018, 15:12
5. Dass die...

... Schulwahl ein neuer Hype ist, halte ich für unzutreffend. Der Rat zu Gelassenheit ist grundsätzlich immer gut, nur sollte das eben nicht mit Gleichgültigkeit gleichgesetzt werden. Der angesprochene Hype, was die Bereitschaft betrifft Widerspruch gegen eine Ablehnung der getroffen Schulwahl einzureichen, den mag es wirklich geben. Woran das liegt, müsste mal hinterfragt werden. Das kann z.B. daran liegen, dass in letzter Zeit schlicht wesentlich mehr Schulwahlablehnungen erfolgen als in der Vergangenheit. Das mag daran liegen, dass Eltern von Kindern ohne Inklusionshintergrund es nun schwerer haben, ihre Kinder auf Wunschschulen zu kriegen. An nennenswerte Investitionen ins Bildungssystem, kann ich mich in letzter Zeit nicht erinnern. Da ließ sich die Politik allenfalls dafür feiern, dass mehr oder weniger zähneknirschend Gelder bewilligt wurden um den Investitionsstau bei den Schulgebäuden nach vielen Jahrzehnten aufzulösen. Dass grundsätzlich begrüßenswerte Maßnahmen wie die Inklusion finanziell angemessen bedacht wurden, davon habe ich zumindest nichts mitgekriegt. Wohl aber von der Flickschusterei, die bei der Inklusion zu Problemen führt. Wenn z.B. ein Gymnasium mit einer fünfzügigen Kapazität nun Inklusionskinder aufnehmen muss, wird's mit den Plätzen für die anderen Kinder naturgemäß enger und dementsprechend mehr anderen Kindern muss dann der Schulwunsch abgeschlagen werden.

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doitwithsed 06.06.2018, 15:16
6. Persönliche Erfahrung

Bei zwei Kindern sind wir vom Schulleiter abgelehnt worden.
Beim ersten mal haben wir die Sache einem Fachanwalt übergeben, sind aber vor Gericht gescheitert.
Beim zweiten mal war das lokale Schulamt mit im Boot, das nach Vorgesprächen auch diese Schule als am besten geeignet ansah. Der Schulleiter ließ durchblicken, deren Vorgaben seien ihm egal. Danach einen Ein-Satz-Widerspruch gegen den Entscheid des Schulleiters formuliert und kassierte eine Dienstanweisung der übergeordneten Mitttelbehörde (Bezirkregierung).

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titoandres 06.06.2018, 15:17
7.

Der Wunsch der Eltern ist nachvollziehbar, weil es wirklich Unterschiede in den Schulen gibt. Aber wenn man alles daran setzt, das eigene Kind auf eine bestimmte Schule zu bekommen, sendet man gerade dem Kind fatale Signale: Man vermittelt dem Kind, es komme in erster Linie auf die Umstände an, und nicht auf die Bemühungen des Kindes. So erzieht man Kunden mit Anspruchshaltung. Mit Bildung hat das wenig zu tun.

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*BB* 06.06.2018, 15:22
8. das stimmt so nicht ganz

Zitat von klarafall
Wenn ich die Antwort lese "Gerade in kleineren Gemeinden fällt so etwas schnell auf, man macht sich im schlechtesten Fall - vor allem, wenn es schiefgeht - zum Stadtgespräch damit" frage ich mich, ob das tatsächlich der "worst case" ist.
Leben Sie mal in einer kleinen Gemeinde in Deutschland, seien Sie dazu noch selbstständig, dann wird so ein 'kleines' Stadtgespräch schnell mal zu einem geschäftsschädigenden Vorgang.

Das ist vor allem im Osten des Landes noch etwas extremer. Hier kennt tatsächlich jeder jeden und das ist nicht wirklich schön.

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misterknowitall2 06.06.2018, 15:24
9. Keine Frage des Geldes.

Zitat von phthalo
Das sollte man hinterfragen, ich als Lehrer kann das aber schon verstehen. Die Qualität der Lehrer ist eher gleich, aber beispielsweise die Ausstattung unter den Schulen (ich unterrichte Chemie und Physik) können Welten voneinander entfernt sein. Und ich persönlich gehe lieber durch eine Schule, die Geld hat und sauber ist, statt durch eine, deren WCs DEUTLICH schlimmer aussehen, als WCs auf Autobahnraststätten. Und die gibt es leider.
Jau, schon erstaunlich was kleine Kinder mit Toiletten anstellen können. Toilettenpapier hat in dem Alter irgendeine besondere Faszination, besonders wenn es die Toilette verstopft. Seifenspender spenden auch nicht nur Seife, damit kann man sich herrlich bespritzen. Naja, und weil man sich nicht setzen möchte, sieht die Toilette in kurzer Zeit aus wie Sau. Ach, sie wollten sich über den Zustand der Toiletten beschweren? Entweder die Putzfrau austauschen oder die Kinder sauber machen lassen. Es sind immer die Nutzer, die die Toilette verunstalten.

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