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Ältere Pädagogen: "Lehrer müssen Snapchat und Instagram kennen"
DPA

Viele Lehrer in Deutschland sind älter als 50 Jahre. Ist das schlimm? Bildungsforscher Klaus Hurrelmann sagt: Nein - wenn sie bestimmte Dinge beachten.

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GoaSkin 13.09.2017, 10:16
1.

Die jüngere Generation weiss, dass das Internet nicht nur aus Snapchat, Instagram und Facebook besteht und es noch viel mehr soziale Netzwerke jenseits des durchkommerzialisierten Unterschichten-Internets gibt. Warum sollen also Lehrer ausgerechnet die Dienste kennen, über die Schüler gerne lästern und schon deshalb nicht nutzen würden, weil sich dort ihre Eltern herumtreiben?

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ogg00 13.09.2017, 10:22
2. Wirklich?

Zu keiner Zeit war es Teil einer erfolgreichen Lehrerkarriere, Teil der jeweils herrschenden Jugendkultur zu sein sondern sie bestenfalls zu kennen. Auch zu meiner Zeit (80er) wussten die Lehrer nichts über Musik, Sprache oder neue Technologien. Das war für erfolgreichen Mathe/Physik/... Unterricht auch nicht relevant. Auch heute ändert ein Snapchat (vermutlich auch schon über den Hype Cycle Berg drüber) nicht wirklich die Pädagogik. Dass Lehrer vielleicht hier und da überlastet sind (kann ich für die Lehrer in meinem Umkreis definitiv ausschließen) kann ja im Einzelfall angegangen werden. Dass ältere Lehrer eigentlich in fast allen Fächern nicht wirklich noch was vorbereiten müssen (außer G8/G9 Gehampel), wird schlicht unterschlagen.
Es drängt sich der Verdacht auf, dass der Experte selbst keine Ahnung von den aktuellen Technologien hat.

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brunnersohn 13.09.2017, 10:25
3. Schüler, die sich auskennen, könnten die älteren

Lehrer doch coachen und denen die neue Technik nahebringen. So wie meine Kinder es bei mir versuchen.
Bildung in zwei Richtungen. Gerne auch mit Tests.
Ein zu schöner Gedanke?

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touri 13.09.2017, 10:26
4.

Warum zum Teufel soll ein Lehrer wissen müssen, wie Facebook und Co funktionieren? Werden Hausaufgaben heutzutage über Facebook verschickt oder was? Digitale Lernmittel sollten tatsächlich mehr eingesetzt werden, aber dafür braucht es weder Instantgram noch Snapchat. Wer weis, vielleicht sollen Lehrer heutzutage auch Tinderprofile einrichten, ist ja auch modern ;-)

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japapapapeng 13.09.2017, 10:48
5. Phantastereien ...

... eines älteren Herren, der die schulische Realität nur aus Papieren kennt. Kinder ernst zu nehmen, wird hier verwechselt mit anbiedernden Versuchen, mit der Medienevolution mitzuhalten. Zeitgemäße didaktische Diskussionen (auch aus den USA) weisen heute in eine ganz andere Richtung: Medienkompetenz könnte bedeuten, den Kindern zu vermitteln, dass man auch ohne social media hip und fresh sein kann.

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cfascher 13.09.2017, 10:52
6. Wo ist das Problem?

Bin seit 5 Jahren im Ruhestand. Damals, vor 2012, habe ich schon mit meinen (älteren) Schülern wichtige Dinge per E-Mail ausgetauscht: Hausaufgaben für erkrankte Schüler, Hinweise für die nächste Klassenarbeit, Mitteilungen an deren Eltern etc. Im Unterricht (Englisch, Politik) durften die Schüler ihre Smartphones nutzen, um bestimmte Sachfragen zu klären, die in den veralteten Lehrbüchern nicht auftauchten. Alles sehr praktisch. Und auch nicht schwer. Wer das Gehirn zum Unterrichten hat, der kann ja wohl schnell die paar Handgriffe zum Bedienen der IT-Dinge erlernen...

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Bill G. der 2.0te 13.09.2017, 10:53
7. @1 und @5: Sagt er doch auch ...

So wie ich den Artikel verstanden habe, sollten Lehrer sich ja gerade nicht unbedingt bei diesen Diensten registrieren, sondern nur eine Ahnung haben, wie sie funktionieren. Das finde ich auch nicht zu viel verlangt, zumal die meisten Dienste sich sehr ähnlich sind und eigentlich nur Varianten des Forums/Chats/Instant Messaging ...

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annebernd2 13.09.2017, 10:55
8. Theoretische Debatte

Da probiert eine ältere Lehrerin doch tatsächliche digitale Medien im Unterricht zu nutzen - und muss einmal mehr feststellen, dass das die Internetanbindung der Schule so schwach ist, dass keine ganze Klasse ins Netz gehen kann :-(. Die Diskussionen über die angebliche Technik-Feindlichkeit der Lehrer verbietet sich, solange die technische Ausstattung vieler Schulen und die Netzanbindung vieler Schulen einen Einsatz moderner digitaler Technik im Unterricht gar nicht möglich macht. Und, nein: Der Gebrauch der privaten Smartphones ist hier nicht nur aufgrund der "Größe" keine Alternative. Nur wenige Schüler wollen wirklich für die Schule ihr privates Datenvolumen einsetzen - und wenn sich trotzdem alle "einwählen", zeigt sich das nächste Problem....

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Afrojüdischer_Sozi-Sinti 13.09.2017, 10:58
9. Korrektur der Überschrift

(Ältere) Lehrer müssen freie alternativen zu Snapchat und Instagram kennen, und ihre Schüler über die Probleme unfreier Dienste aufklären.
Oder noch besser: Lehrer müssen fachlich fit und didaktisch kompetent sein. In den meisten Fächern gibt es weder einen fachlichen Bezug zu Dingen wie "Snapchat und Instagram" noch sind sie didaktisch wertvoll. Es sollte aber ein allgemein verbindliches Fach für Grundlagen der EDV bzw. IT geben.

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