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"Auslese" fürs Gymnasium: So sortiert Deutschland seine Kinder aus
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Wer darf aufs Gymnasium - und wer nicht? Diese Frage setzt ganze Familien unter Stress und zeigt, wie fragwürdig die Selektion von Grundschülern ist. Als Extrembeispiel gilt Bayern. Der Mai ist hier ein besonderer Monat.

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Phil2302 13.05.2017, 18:09
1. Schon lustig

gerade das Bundesland als Beispiel zu nehmen, welches am Ende die erfolgreichsten Absolventen hat. Aber zweiter: "Bildung ist wichtig oder per se der Schlüssel zu einem erfolgreichen Leben." Das ist nun einmal unbestreitbar richtig. Wissen sie, warum das für manche Kinder so ein großer Druck ist? Weil sie nicht aufs Gymnasium gehören! Wir haben Kinder auf dem Gymnasium (NRW), die besitzen nur eine eingeschränkte Empfehlung für das Gymnasium respektive sogar nur eine Realschulempfehlung. Die Kinder leiden ALLE, da keiner von denen für das Gymnasium gemacht ist. Deswegen leiden Kinder auch so unter dem "Turbo Abi". Nicht, weil das so schwer ist, sondern weil mittlerweile so viele Kinder auf dem Gymnasium sind, die da nicht hingehören. Wenn vor 20 Jahren nur die Hälfte des Anteils von heute Abitur gemacht, dann heißt das, was heute Mittelmaß ist, war damals schwaches Eisen. Aber, und das möchte ich in aller Deutlichkeit sagen: Ich habe sowohl an einer Gesamtschule als auch an einem Gymnasium unterrichtet, sowohl G8 als auch G9: Es ist absolut richtig, die Kinder nach der 4. Klasse zu trennen. Leistungsstarke Kinder lernen in einer homogenen Gruppe deutlich (!) mehr als leistungsstarke Kinder in einer sehr heterogenen Klasse, weil der Lehrer den Unterricht nun einmal an die schwachen Schüler anpasst. Und man komme mir nicht mit differenziertem Unterricht, das ist einfach in dem Umfang nicht zu leisten. Punkt aus. Also, Schluss mit 50 % der Kinder gehen aufs Gymnasium, sondern wieder nur 25 %. Rigoros nach der Grundschule aussieben, wer gut ist, hat ja die Chance nach der 10. Klasse Realschule sein Abitur zu machen, der Weg ist also keineswegs verbaut für die Spätzünder. Aber hört auf, zu meinen, dass das Gymnasium ab der 5. Klasse der falsche Weg für die Kinder ist und ihnen die Jugend nimmt, nur weil ihr Kinder aufs Gymnasium bringen wollt, die dort nicht hingehören.

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homate 13.05.2017, 18:11
2. Verdammten Helikoptereltern

Jedes Kind entwickelt dich nun einmal anders und das ist auch gut so, der Druck der hier auf die Kinder ausgeübt wird ist überflüssig und kontraproduktiv! Ein Kind welches auf die real oder Hauptschule geht hat gleiche Chance wie eins welches auf dem Gymnasium landet die Ausbildung dauert nur länger. Dies ist aber kein Problem wir werden eh immer älter warum schon mit 17 Abitur erreichen? Haupt und Realschulen können individuell besser Förden als eine Schule für alle. Wie hat die Politik es geschafft ein bewehrtes schulsystem so kaputt zu reden und auch kaputt zu machen. Der Anspruch ist ist in 10 Jahren im Abitur drastisch gesunken. Wie soll das weiter gehen ?

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moneysac123 13.05.2017, 18:11
3.

Traurig, wie selbst kindliche Bedürfnisse den wirtschaftlichen Bedürfnissen dieser "Leistungsgesellschaft" untergeordnet werden und wie gnadenlos die große Bevölkerung sich unterjochen lässt. Letztendlich ist es egal wieviel Wohlstand erwirtschaftet wird, für die meisten geht es ums nackte (wirtschaftliche) Überleben. Wir brauchen endlich ein bedingungsloses Grundeinkommen für jeden!

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mickk 13.05.2017, 18:13
4. ich hab da auch einen Freund aus Bayern ...

... der durfte nicht aufs Gymnasium. Ein hochintelligenter, hart arbeitender Mensch, der nie verkrafte hat, daß er das nicht geschafft hat. Obwohl er mittlerweile ein international arbeitender Berater ist. Wieso so jemand von einem schwachsinnigen bayerischen Lehrer so eine Hypothek auf sein Leben geladen bekommt, ist mir ein Rätsel.

Und die hören damit nicht mal auf.

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netroot 13.05.2017, 18:15
5. Kein Aussieben?

Lassen wir doch einfach jeden Depp mit einem 1,0er Schnitt durchs Abi und dann auch noch durch's Studium. ich finde jetzt schon Niemanden, der unsere Heizung macht...dafür kann kein Ingineur der letzten Dekade einen Gra

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Ökofred 13.05.2017, 18:17
6. Was fehlt?

Man würde gern erfahren, ob man auch an anderen Schulen Abitur machen kann, so wie in Berlin. Da sind die Gymnasien vielfach nicht mehr so beliebt, grade in der bürgerlichen Mittelschicht. Denen ist das oft zu konservativ da. In den Sekundarschulen mit gymnasialer Oberstufe sind die Möglichkeiten oft besser, was Sport oder andere Aktivitäten und Lernvertiefungen angeht. Über die übliche Theater AG und das Orchester hinaus. Ausserdem kann man in 9 Jahren Abitur machen, nicht verkürzt auf 8.

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imo27 13.05.2017, 18:17
7.

Der Artikel ist mal ehrlich und sagt, dass der Stress für die Kinder vorwiegend von den Eltern kommt, die mit allen Mitteln eine Schulform durchsetzen wollen, für die das Kind nicht geeignet ist.
Das richtige Rezept, auch das ist gut im Artikel dargestellt, ist die Durchlässigkeit. Schon heute ist es so, dass ein Kind nicht das Gymnasium von innen gesehen haben muss, um Abitur zu machen. Und das ist gut so.

Letztlich ist es für Spätstarter auch wichtig, wenn es ein staatlich kontrolliertes und finanziertes System der Weiterbildung gibt. Warum kostet die Meisterprüfung Geld, während das Studium umsonst ist?

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biesi61 13.05.2017, 18:20
8. Zum Glück leben wir in Berlin!

Unser Sohn bekam von der ausschließlich mit weiblichen Lehrkräften arbeitenden und Jungen systematisch benachteiligenden Grundschule meines Sohnes eine Hauptschulempfehlung. Wir setzten uns als Eltern seinerzeit darüber hinweg, was in Berlin zum Glück problemlos möglich ist, und meldeten ihn in einer Realschule an. Als typischer Spätentwickler, den es bei Jungen ja sehr häufig gibt, war er dort spätestens ab der 8. Klasse permanent unterfordert. Inzwischen hat er nicht nur das Abitur (mit guter Zweiernote) sondern auch seinen Masterabschluss. Die unsinnige Frühselektion (in Berlin nach der 6. Klasse und trotzdem zu früh) kostete ihn auf dem Weg zum Abitur ein an das System verschenkes Lebensjahr! Ich bin und bleibe ein Anhänger des gemeinsamen Schulbesuchs aller Kinder bis zur 10. Klasse, wie das in der DDR seit Anfang der 80er Jahre bis zur Wende gut funktionierte!

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fasoulaki 13.05.2017, 18:20
9. Gymnasium und Universität für alle

Wenn mehr Kinder und junge Erwachsene studieren sollen, dann steigt auch der Anteil der weniger begabten Teilnehmer im Bildungssystem. Um "schlechtere" Materialien zu veredeln, muss mehr Aufwand bei der "Verarbeitung" geleistet werden. Das bedeutet, dass mehr Geld als bisher ins Bildungssystem fließen muss. Es müssen mehr und besser qualifzierte Lehrer und Professoren ausgebildet und bezahlt werden. Es muss mehr Geld für die Ausstattung, Mitarbeiter, Gebäude und Materialien aufgewendet werden. Stattdessen setzt man auf eine möglichst günstige Massenabfertigung, die von der Gesamtschule direkt in die Fachhochschule übergeht. Erstsemester die keine Brüche kürzen, quadratische Gleichungen lösen, geschweige denn ableiten und integrieren können, kriegen an der FH die reinste Diätkost an oberflächlichem Bachelorwissen geboten, was man den armen Kindern dann als praxisnahes Wissen verkauft. Fällt das Gymnasium, fällt Deutschland!

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