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Azubis erzählen: So dreist können Job-Absagen sein
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Schlecht vorbereitet, zu spät, unzuverlässig: Viele Unternehmer ärgern sich über Bewerber, die einen Ausbildungsplatz haben möchten. Dabei sind sie häufig selbst nicht besser. Azubis über ihre schlimmsten Erlebnisse.

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Actionscript 16.06.2017, 07:44
1. Die Bewerber sollten sollten froh sein,

dass sie nicht in der Firma arbeiten, die ihre Bewerbung "abgefuckt" - nur so kann man das nennen - hat. Ich habe die Stories unter den Fotos gelesen und kann nur den Kopf über so viel Inkompetenz schütteln.

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Frida_Gold 16.06.2017, 07:46
2.

Japp. Gar nicht mal so selten, auch bei Trainee- oder gar Arbeitsstellen. Bei einer Bewerbung auf ein Trainee-Programm im Online-Marketing wurde mir verkündet, ich könnte dann ja abends nach Feierabend noch die Website des Unternehmens betreuen. Und das bei einem Trainee-Gehalt von 1200€ brutto. Nee, ist klar.

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Ökonomikon 16.06.2017, 07:48
3. Die enorme Dreistigkeit von Absagen und Ausschreibungen triffte alle Bereiche

Dieselbe Dreistigkeit gegenüber Bewerbern tritt sowohl bei der Ausbildungs- als auch bei der Jobsuche zutage.
Als Bewerber erhält man (egal ob Lehrstellensuchender, erfahrene Fachkraft oder Akademiker) deshalb oft keinerlei Antwort. Ansonsten antwortet meist nur ein Automailer mit einer Standardabsage. Dass die Bewerbungen gar nicht gelesen werden, wird oft dadurch erkennbar, dass die heute gewünschten Online-Bewerbungen schon Sekunden nach dem Absenden bzw. Upload der Bewerbungsunterlagen mit einer Absage bedacht werden. Ganz dreist wird darin dann auch noch geschrieben, dass die Bewerbung "sorgfältig geprüft und in unserem Haus intensiv diskutiert" wurde. Auch wenn man nur eine Frage zum ausgeschriebenen Job stellt, bekommt man statt einer Antwort oft nur eine Bewerbungsbestätigung und Wochen später eine Absage, in der für "interessante Bewerbungsunterlagen" gedankt wird, obwohl noch gar nichts eingereicht wurde.
Diese "offenen Stellen" rotieren dann oft über Monate oder oft sogar über Jahre durch die Internetseiten der ausschreibenden Arbeitgeber und durch diverse "Jobbörsen", wobei oft nur sporadisch das Ausschreibedatum aktualisiert wird, was den Eindruck erweckt, es würde sich um neue "Jobangebote" handeln. Über Internetrecherchen und Erfahrungsberichte von Bewerbern in Arbeitgeberbewertungsportalen findet man dann heraus, dass bestimmte "Stellenangebote" schon seit Jahren ausgeschrieben sind, während Bewerber gar keine Antwort oder seit Jahren nur automatisierte Standardabsagen erhalten und dieselben Stellen immer weiter ausgeschrieben werden.
So ist klar, dass nicht selten hunderte Bewerbungen ins Leere laufen, weil hinter vielen vermeintlichen "Jobangeboten" gar keine offene Stelle steht. Vielmehr handelt es sich bei "offenen Stellen" oft um Marketing-Gags, die einen "Fachkräftemangel" belegen sollen. Hinzu kommt, dass sich über Bewerbungen, die auf Stellenausschreibungen eingehen, prima Daten sammeln lassen.

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horstenporst 16.06.2017, 08:01
4.

Nicht nur Azubis geht es so. Auch der Umgang mit hochqualifizierten Bewerbern ist bei vielen Firmen, von Mittelständlern bis zu Weltkonzernen, unfassbar schlecht. Hier zeigt sich nicht selten mangelnder Respekt gegenüber den Bewerbern. Bei den Bildern 9 und 11 handelt es sich im Übrigen um klare Rechtsverstöße, ab zum Anwalt, man muss sich nicht alles bieten lasssen.

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Kerze der Freiheit 16.06.2017, 08:10
5.

Ich war mal zu einem Vorstellungsgespräch bei einer öffentlichen Krankenversicherung eingeladen. Zunächst musste ich eine aufwendige Präsentation daheim erstellen, die ich beim Gespräch vorstellen sollte, was natürlich nicht unbedingt so erfreulich ist, wenn man noch andere Bewerbungen fertigstellt und nebenher arbeitet. Beim Gespräch kam dann raus, dass ich in einer anderen Abteilung arbeiten sollte, was ja in Ordnung ist, nur frage ich, warum man das nicht vorher per Mail mitteilen kann. Meine Bewerbungsunterlagen wurden wohl vorher nicht angesehen, da, als ich meinen Werdegang so schilderte, dermaßen offensichtliche Blicke ausgetauscht wurden, so dass es schon extrem unhöflich war. Am Ende wurde mir gesagt, dass mir nach einer Woche mitgeteilt werden würde, ob ich die Stelle erhalte oder nicht. Tatsächlich erhielt ich später als zugesagt die Absage für die Stelle, auf die ich mich ursprünglich beworben hatte, und dann überraschend noch einige Wochen später eine Absage auf die Stelle, für die ich dann möglicherweise während des Gesprächs vorgesehen war.

Interessant ist, dass ich vorher im vergleichbaren Bereich bei der "Konkurrenz" gearbeitet habe. Ich nehme an, dass durch die Präsentation einfach Wissen abgezapft werden sollte, ohne dass ich überhaupt zur Einstellung vorgesehen war. Meine Fahrtkosten wurden natürlich nicht übernommen, und als ich erzählte, dass ich am selben Tag von meinem Wohnort angefahren war, war das Erstaunen groß. Es wurde wohl gedacht, ich hätte vorher im Hotel übernachtet.

Letztlich, so mein Eindruck, wollte man wohl nur Wissen abzapfen. Ich sollte dafür aber noch die Kosten in Form von Anfahrt und Übernachtung selber tragen.

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Spiegelleserin57 16.06.2017, 08:31
6. Wen wundert es?

Manches ist ein Test wie flexibel und belastbar man ist! Ist man uninteressant interessiert die Absage den Arbeitgeber nicht mehr. Dauert die Einladung zum Vorstellungsgespräch ist man nicht die erste Wahl. Vieles erklärt sich von selbst. Missgeschicke kommen überall vor und zeigen auch unter welchem Stress die Leute arbeiten. Man muss auch nicht glauben dass Arbeitgeber perfekt sind. Guten
Falschaussagen findet man mittlerweile überall. Das ist die Realität. Übrigens auch Bewerber täuschen gerne . Man sollte vielleicht die Bewerber schon früh auf das reale Arbeitsleben vorbereiten. Es ist eben kein Hotel Mutti und da weht ein rauher Wind!

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schlauchschelle 16.06.2017, 08:32
7. Im Jahre 1997 suchte ich eine neuen Stelle

als Elektriker. Schon damals wurde auf einige Bewerbungen nicht geantwortet. Bei einem Vorstellungsgespräch sollte ich im Beisein des Inhabers auf eine altersschwache Leiter steigen, er wollte sehen, ob sie mich aushalte, da "alle Leitern im Unternehmen so aussehen". Ein Unternehmen lud mich zum Gespräch, alles war i.O., der Vertrag sollte mir per Post zugehen. Wenige Tage später kam auch Post: Meine Bewerbung mit einem Schreiben, man bedaure es sehr, aber ein ehemaliger Mitarbeiter, welcher im Streit gekündigt hatte, kam wieder zurück. Das Beste zum Schluss: 2013 kam eine Bewerbungsmappe von 1997(!) zurück mit einem Schreiben, man suche aktuell keine neuen Mitarbeiter. Dem ist nichts mehr hinzuzufügen...

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ayee 16.06.2017, 08:37
8. Schlimmer noch, danach wirds nicht besser

Selbst nach Bewerbungsgesprächen und sogar einer Zusage, die Realität für die meisten Azubis sieht doch eher bescheiden aus. In kleinen und mittelständischen Unternehmen existiert i.d.R. kein strukturierter Ausbildungsplan. Man macht eben, was so anfällt. Deswegen, wer was auf dem Kasten hat, sollte sich überleben, ob er eine Ausbildung macht. Als Basis für ein späteres Studium ist sie wirklich gut, weil man einen guten Einblick in die Arbeitswelt erhält und einen ordentlich Motivationsschub für's Studium, aber solo meiner Erfahrung nach total Low Level.

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bildmischer 16.06.2017, 08:42
9.

Deswegen ein wichtiger Tipp: NIEMALS Arbeitsproben mitschicken, wenn diese ausdrücklich verlangt werden. Dient oft nur dem Abzapfen von Wissen oder als Inspirationsquelle. Ein "Arbeitsproben bringe ich beim Vorstellungsgespräch mit" sollte genügen. Kann dann zwar immer noch verwendet werden, aber nicht ohne zusätzlichen Aufwand für die Firma.

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