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Bachelor-Studium: Brauche ich überhaupt einen Master?
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Noch zwei Jahre Uni? Wirklich? Nicht jeder Bachelor-Absolvent muss noch einen Master dranhängen, um Chancen auf einen Job zu haben. Viele Personalchefs achten auf andere Qualitäten.

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langerleser 26.10.2014, 16:08
30. Im öffentlichen Dienst immer nur Master

Wie aus den anderen Beiträgen zu erlesen ist, wird der Bachelor je nach Beruf und Arbeitgeber sehr unterschiedlich bewertet. Ich bin Ingenieur im öffentlichen Dienst. Hier gibt es die klare Einteilung in Bachelor im gehobenen Dienst und Master im höheren Dienst. Anfangsgehalt Bachelor 2.800 €, Master 3.400 €. Die Aufstiegsmöglichkeiten eines Bachelors in den höheren Dienst sind theoretisch möglich, aber in der Praxis selten. Das mögliche Endgehalt nach einigen Jahrzehnten Karriere sind beim Bachelor bei E13 5.100 € und Master E15Ü 6.700 €. Das erreichen natürlich nicht alle. Es gibt im öffentlichen Dienst sehr viel mehr Stellen für Ingenieure im gehobenen Dienst als im höheren Dienst. Da zeigt sich die Sparsamkeit des Staates. Trotzdem werden natürlich auch genug Stellen im höheren Dienst angeboten. Eigentlich können auch Fachhochschul-Absolventen mit Master in den höheren Dienst, da gibt es aber immer noch Vorurteile bei den Stellen die dann tatsächlich über den Bewerber entscheiden. Daher die Empfehlung Master, zurzeit immer noch möglichst einer Universität, für den öffentlichen Dienst. Es gibt auch Berufe im öffentlichen Dienst wie Lehrer, Juristen und anderen, bei denen praktisch alle im höheren Dienst sind. Master ist dann Pflicht um überhaupt eine Stelle zu bekommen. Der Master sollt möglichst schon vor Eintritt in den öffentlichen Dienst erworben werden, später ist eine Änderung der Laufbahn schwierig.

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n.laus 26.10.2014, 17:57
31. Vorsicht

Im Öffentlichen Dienst fängt der Bachelor in der untersten Gehaltsstufe der gehobenen Dienstes an, darf nicht wissenschaftlich arbeiten und hat so gut wie keine Chance, in den höheren Dienst zu wechseln. Angesch.........

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jakam 26.10.2014, 20:08
32. Blödsinniger Artikel

Selbstverständlich braucht man heutezutage einen Master, um gegen Konkurrenten eine Chance zu haben.
Dieses salbungsvolle Getexte findet in der Realität der Bewerbung nicht statt, aber es klingt super, wenn man davon spricht. Und weil man keinen Master braucht, brennt der Konkurrenzkampf um die oft limitierten Plätze so sehr, daß sogar Seiten aus wichtigen Büchern in der Bib herausgerissen werden, damit Konkurrenten um die Masterplätze diese nicht bekommen....aber nee, braucht ja keiner.
Quatsch, leider ohne Soße.

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leonardo01 26.10.2014, 20:59
33. BSc = erweitertes Vordiplom

Reicht ein Bachelor? Das hängt davon ab, was man möchte. Wenn man eine Ausbildung bei Aldi gemacht hat, kann man durch einen Bachelor sicherlich seinen Lebenslauf aufpeppen. Auch, wenn man mit Physik- oder Chemielaboranten konkurrieren will, reicht wahrscheinlich ein Bachelor in Physik oder Chemie.

Ein akademischer Abschluss im eigentlichen Sinne ist der BSc natürlich nicht. Das muss man Studierenden auch von Anfang an klar sagen. Wenn man nach einem Universitätsstudiengang einen Abschluss anstrebt, der vorher „Diplom“ oder „Magister“ hieß, muss man ein Masterstudium anschließen. Die Bsc-Arbeit entspricht ungefähr dem Bericht zu einem längeren Forschungspraktikum, das es auch in den Diplomstudiengängen gab. Damit ist der BSc irgendwo zwischen Vordiplom und Diplom angesiedelt. Erst im Masterstudiengang bzw. der Doktorarbeit wird wirklich wissenschaftliches Arbeiten erlernt.

Wer später in eine gehobene Position will, die in früheren Zeiten mit Universitätsabsolventen mit Magister oder Diplom besetzt wurde, sollte daher ein Master- oder Promotionsstudium an den BSc anschließen.

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leonardo01 26.10.2014, 21:18
34. Bei den Doktoranden ist es noch alles ok

Zitat von hjm
Optimist. Spätestens in fünf Jahren wird es spezielle „Promotionsstudiengänge” geben, die verschulter sind als die ehemalige gymnasiale Oberstufe, um auch auf der höchsten Ebene der akademischen Bildung „Vergleichbarkeit“ in „Qualität“ und „Kompetenz” zu garantieren. Zu meiner (Promitions-)Zeit war man an der Uni teilzeitangestellt oder hatte ein Drittmittelstipendium, um den Lebensunterhalt zu sichern. Die (restliche) Zeit verbrachte man damit, sich zu bilden und mit dem Forschungsgegenstand zu beschäftigen. Wie das geht, hatte man in der Schule und im Studium gelernt. Dabei kam es durchaus vor, auf einer Party oder in der Kneipe einen Kollegen zu treffen und auf den sprichwörtlichen Bierdeckel Formeln und Kurven zu kritzeln. Heute undenkbar. Erstens, weil man heute gar nicht mehr lernt, wie man einer Sache überhaupt sinnvoll nachgeht, ohne einen expliziten „Arbeitsauftrag“ zu haben. Und zweitens, wie soll man solche Tätigkeiten eigentlich als „Workload“ verbuchen?
Ganz so schlimm ist es glücklicherweise noch nicht. Die Doktoranden arbeiten (in der Regel) nach wie vor noch sehr selbständig an ihrem Projekt. Natürlich gibt es auch Besprechungen mit dem Betreuer und Fortschrittsberichte in Form von Seminarvorträgen. Das war früher aber auch schon so. Wir schicken Doktoranden in der Regel auch schon früh auf internationale Konferenzen, wo sie für ihre Ergebnisse gerade stehen müssen und sich neue wissenschaftliche Anregungen holen können.

Und auch die „Halbestellenverträge“ gibt es noch.

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plietsch 26.10.2014, 21:36
35.

Zitat von marthaimschnee
Blöderweise bringen Bacherlor-Ingenieure durch die Verschulung des Studiums keine Ingenieursfähigkeiten mehr mit - zB logisches Denken, innovative Problemlösung, Abstraktionsvermögen - und sind deswegen alles andere, als gern gesehen. Den meisten fehlt überhaupt jegliche Vorstellung davon, wie man an ein Problem herangehen könnte. Ihr einziges Glück ist, daß sich durch die Weiterbildungsmaßnahme "Master" daran auch nichts ändert.
Mit Sicherheit können Sie uns nun sagen, was sich inhaltlich konkret von heute auf morgen im Ingenieurwesen geändert hat, oder? Wieso verdienen M.Sc. von der TU München beim Berufseinstieg eigentlich mehr als Dipl.-Ing. von der selben Hochschule im selben Fachgebiet? Abgesehen davon: Ein technisches Studium war schon immer "verschulter" als ein geisteswissenschaftliches. An den mathematisch-naturwissenschaftlichen Fächern kam man früher genau wie heute nicht vorbei. Gleichzeitig berichten gerade die Ingenieure, dass durch die flexibler gewordenen Studiengänge (Bachelor und Master) deutlich mehr Freiräume sind, um sich etwas auszuprobieren. Aber natürlich gilt es als chic, das jetzige Bildungs- bzw. Hochschulsystem halt immer zu verteufeln, solange man sich selbst damit irgendwie aufwerten kann. Diese mangelnde Selbstreflexion gab's auch schon in den 70ern, als die Hochschulen stark wuchsen und es recht radikale Reformen gaben. Und genau diesen Zustand predigen heute halt einige Absolventen als Nonplusultra. Wer weiß, wie heutige Absolventen in wenigen Jahrzehnten vom Leder ziehen werden statt sich zu informieren und die eigenen Annahmen auf den Prüfstand zu stellen.

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plietsch 26.10.2014, 21:47
36.

Zitat von ichsagwas
Chapeau Konzernlobby - ihr habt es geschafft ! Unser bewährtes Studiensystem wurde auf dem Altar der EU geopfert.
Selbst wenn Ihre Aussagen zutreffen: Mit der EU hat Bologna nichts zu tun. Die Reform geht auf einen Vorschlag der UNESCO zurück, den der Europarat empfahl und daraufhin Länder gemeinsam den "Europäischen Hochschulraum" ins Leben weckten, weshalb Rußland, die Türkei, die Schweiz, Island usw. selbstverständlich auch dabei sind. Im Kern sieht die Reform "nur" vor, daß man ein dreigliedriges (Bachelor, Master, PhD) Abschlußsystem einführt, bei welchem die Leistungspunkte in ECTS (vergleichbar mit den SWS, die man vorher in Deutschland nutzte) vergeben werden. Es wäre völlig bolognakonform, wenn man zehnsemestrige Studiengänge mit Masterabschluß anbietet und dort dann "Dipl.-Ing." aufs Zeugnis klebt. Wieso es davon aber wenige (z.B. Verkehrsingenieurwesen an der TU Dresden) gibt, liegt zunächst an den Hochschulen und den Bildungs- bzw. Wissenschaftsministerien der Bundesländer. Für Brüssel-Bashing ist das Thema völlig ungeeignet, selbst wenn die Ausführungen zur Konzernlobby zutreffend wären. (Sind sie übrigens nicht.)

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plietsch 26.10.2014, 21:53
37.

Zitat von Strangelove
kann ja beim Bachelor bleiben. Sicher freut es die Firmen wenn für weniger anspruchsvolle Aufgaben billigere Bachelor vorhanden sind. Nur hätte es dafür nicht auch ein FH Studium oder eine gute Ausbildung getan? Braucht man für jeden Mist einen vermeintlichen Akademiker (die Statistik freut es) oder sollte man nicht die Berufsausbildung verbessern.
Fachhochschulen vergeben ebenfalls Bachelorabschlüsse, falls Sie dies nicht wußten. An FHs dauert das Studium (Regelstudienzeit) auch häufig sieben bis acht Semester, wie es schon beim Diplom der Fall war. Eine Herabwertung aufgrund der Zeit funktioniert schon einmal nicht. Nach der Logik, der Bachelor hätte keine Existenzberechtigung, weil es den Master gibt, könnte man genau so argumentieren, der Master sei verwerflich, weil es den Doktor gibt. Wozu soll jeder den Master machen, wenn ihm drei bis vier Jahre ausreichen und er sich damit arrangieren kann, ggf. etwas weniger zu verdienen? Jeder hört irgendwo auf, ob beim Bachelor, Master oder eben Doktor. Um auf die von Ihnen angesprochene Berufsausbildung zurückzukommen: Es muß auch nicht jeder Geselle seinen Meister machen. Wer das möchte, kann es ja gerne tun. Man kann aber auch akzeptieren, daß manch einem Bürger der Gesellenbrief ausreicht und er ggf. damit versucht glücklich zu werden, statt noch länger im Bildungssystem zu verharren. Private Gründe gibt es dafür genau wie für jene, die mit dem Master ins Berufsleben starten statt sich eine Promotionsstelle zu suchen.

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awoth 27.10.2014, 06:33
38. Wieso macht SPON

da bloss mimmer wieder mit?
Dass unsere Regierung die (Aus) Bildung unserer Jugend seit Jahren konsequent abschafft, dass der Weg zu einer mittelalterlichen Bildungslandschaft geebnet wird mit einer gewissen Zahl von "Eliteunis" und elnem Heer von Lese und Schreibanstalten, dass Studenten und Professoren faul sind und Doktortitel stets ergaunert....
Nun auch noch das Kindergeldsparmodell Bachelor mot vollwertiger Ausbildung gleichsetzen!
Ich fasse es nicht! SPIEGEL, was ist sus Dir geworden?

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awoth 27.10.2014, 06:58
39. @ barbarine

Tun Sie uns bitte einen Gefallen?
Melden Sie sich in Zehn Jahren nochmal und teilen uns dann mit, was aus Ihrem dann 29 oder 30 jährigen Turbosöhnchen geworden ist?

Ich bin schon sehr gespannt und hinterlege schon heute eine Kleine Notiz, auf der ich meine auf jahrelanger Eefahrung basierte Prognose abgebe. Dann, in zehn Jahren, vergleichen wir mal!

Wenn Ihnen irgendwas an Ihrem Sohn oder seiner Zukunft liegt, lassen Sie ihn in Ruhe mit Ihrem hochbegabten Quatsch!

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