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Bafög: Weniger Studenten bekommen Geld vom Staat
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Die Zahl der Bafög-Empfänger in Deutschland sinkt - zum sechsten Mal in Folge. Hunderttausende Studierende müssen jobben oder mit dem Geld ihrer Eltern auskommen.

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werder11 02.08.2018, 10:05
1. seit jahrzehnten

werben politiker für ihre wahl vor allem damit, daß sie ganz bestimmt mehr für die bildung tuen wollen - für mich heißt das, investieren in die nachwuchsgeneration, um unseren standort zu erhalten und den nachrückenden generationen die entwicklungswege freizumachen, die sie verdienen und die für das land unverzichtbar sind - statt dessen gehen die subventionen nach wie vor in die wirtschaft, zu den banken, zur kohleerhaltung, agrarwirtschaft usw ganz am schluß kommen dann kindergärten, schulen und universitäten - ach so, die absolute priorität für alle politiker hat natürlich immer erst mal die eigene versorgung!

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martine-primus 02.08.2018, 10:42
2. @1

ja, sehe ich auch so.
Und hinzu kommt, dass das Jobben-gehen-müssen, um das Studium durchführen zu können, einen um viele Semester zurückwirft! Es ist ja nicht damit getan, mal am Wochenende zu jobben! Oder nur in der vorlesungsfreien Zeit (gerne auch als "SemesterFERIEN" betitelt). Es gibt eben Studiengänge, da ist jobben nebenher kontraproduktiv für spätere Karrierechancen. Da sehen die späteren Chefs nur, dass man nicht in der Regelstudienzeit studierte. Aber gut.. man hat natürlich auch noch die Möglichkeit, seine Eltern zu verklagen! Aber wie lange dauert das, bis es zum Erfolg und zu Geldfluss kommt??? Also bleibt es beim Alten: die Akademiker-Kinder studieren gut und gerne und abgesichert, während die vom Proletariat wieder einmal in die Röhre gucken!

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anriss 02.08.2018, 10:46
3. Statistik...

Um die Daten einordnen zu können wäre es wichtig zu wissen, wie sich die Gesamtzahl der Schüler und Studenten entwickelt hat.
Ist die stärker zurück gegangen als die Zahl der BAföG Empfänger, hat sich deren Anteil sogar erhöht. Das wäre dann kein Grund für Panik(mache).
Die Informationen im Artikel sind daher für sich genommen völlig nichtssagend.

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JL1212 02.08.2018, 10:57
4. seit Jahrzehnten ungerecht

Mein Studium musste ich vor 30 Jahren als Sohn einer Krankenschwester und einem Frührentner selbst finanzieren. Zu hoch war das versteuerbare Einkommen meiner Eltern. Meine beiden besten Freunde, Sohn eines Landwirts und Sohn eines selbstständigen Schmiedes (eigener Industrieschmiedebetrieb), haben ihr volles Bafög bekommen. Beide wohnten offiziell ausserhalb (bei den Grosseltern), defacto aber zu Hause und fuhren in den von den Eltern finanzierten Auto zur Fachhochschule. Eltern verfügten über mehrer Fahrzeuge (Mercedes), Ferienwohnung und lebten im Eigenheim. Aber auf der Steuererklärung waren diese Grundsätzlich arm wie die Kirchenmäuse.
In Skandinavien bezieht jeder Student sein staatliche Unterstützung unabhängig von dem Einkommen der Eltern. Diese reicht gerade so zum Überleben, wenn man mehr braucht nimmt man staatlich garantierte Kredite.
Nicht die Elternfreibeträge sollten in Frage gestellt werden sondern das ganze System.

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nixkapital 02.08.2018, 11:01
5. ...

...ich kann nicht nachvollziehen, warum die Unterstützung von Student_Innen in Deutschland so restriktiv und geizig gehandhabt wird. Erstens ist BAFÖG ein Kredit, der in den meisten Fällen zurückgezahlt werden muss und zweitens sollten die Bemessungsgrundlagen endlich einmal den Realitäten angepasst werden und damit meine ich gestiegene Lebenshaltungskosten und da vor allen Dingen die Mieten.
Ich würde gerne mal ein "Förderziel" sehen, wie bei den Rüstungsausgaben. Während da großzügig die Rüstungsindustrie bis zum Anschlag gepampert wird, kommt die Bildung hier in Deutschland langsam unter die Räder. Aber vielleicht ist das ja gewollt und man benötigt nicht mehr viele studierte Leute? Und die sollen dann wohl bitte schön aus den Kreisen kommen, die ohnehin in Sachen Geld keine Sorgen haben. Aber hier in Deutschland hatte man schon immer Hemmungen, Menschen zu unterstützen. Das fängt bei der Kita-Verfügbarkeit an und endet dann in einem überholten und ungerechten Rentensystem. Schaut man z.B. nach Skandinavien, sieht man, dass es auch anders geht. Man (Berlin) muss nur wollen.

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joe_ 02.08.2018, 11:01
6. Kurz gesagt:

Keine Lobby, kein Geld.

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bierzelt 02.08.2018, 11:08
7. Das ist doch so gewollt

Schließlich muss der Staat sparen, um seiner Klientel entgegen zu kommen. Während mal eben ein paar Milliarden Nothilfe für Bauern locker gemacht werden (merke: der Subventionskatalog ist ja wieder Verschlusssache, nachdem herauskam, dass unter anderem die Lufthansa gigantische Agrarsubventionen kassiert hat) und nicht klar ist, wer der Empfänger sein wird, permanent das Bildungssystem kaputt gespart wird und final dann reichen Studenten bessere Bildungschancen eingeräumt werden (nebenbei, seit Bildung ein privatisierbares Gut wurde und die Privatschulen die gleichen Gelder vom Staat abrufen können wie staatliche Schulen ist ja der feuchte neoliberale Traum vom Klassenerhalt ja gestärkt worden), dann darf man sich nicht wundern, dass KEINE der letzten großen Internetinnovationen aus DE kam. Tatsächlich ist es so, dass Entrepreneure aus DE lieber in den USA gründen, um der EU-Überregulierung zu entgehen. Weiter so, bald haben wir endlich chinesische Lohnverhältnisse. Schade nur, dass Helmut Kohl das nicht mehr erleben kann.

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nonsense00 02.08.2018, 11:16
8. @anriss Nr. 3

Prinzipiell geb ich Ihnen recht, dass man es im Gesamtbild sehen muss. Ich selbst habe aber jetzt während meiner BAföG Zeiit (Grade den letzten Bescheid im Master studium bekommen), wie es tatsächlich immer weniger wird was raus kommt. jede noch so kleine Rentenerhöhung bei den Eltern hat sich direkt aufs Bafög ausgeschlagen, wad innerhalb der letzten 5 Jahre meines Studiums im Endeffekt knapp 400? weniger monatlich ausmacht. Wie im Artikel beschrieben, solange Löhne und Renten schneller und öfter steigen als die Freibeträge bleibt immer weniger hängen, zumal 2016 doch eh nur die Freibeträge für das eigene Vermögen und nicht für das Einkommen der Eltern hochgesetzt wurde?
Und wer jobben geht, bspw. als Werkstudent, (und damit idR über den 450?/Monat ist), bekommt das Bafög nochmal weiter gekürzt plus Kürzung des Verlustvortrages beim Finanzamt. Hat also bis auf die Erfahrungs-sammel Komponente auch fast nur nachteile.

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böseronkel 02.08.2018, 11:18
9.

Zitat von martine-primus
ja, sehe ich auch so. Und hinzu kommt, dass das Jobben-gehen-müssen, um das Studium durchführen zu können, einen um viele Semester zurückwirft! Es ist ja nicht damit getan, mal am Wochenende zu jobben! Oder nur in der vorlesungsfreien Zeit (gerne auch als "SemesterFERIEN" betitelt). Es gibt eben Studiengänge, da ist jobben nebenher kontraproduktiv für spätere Karrierechancen. Da sehen die späteren Chefs nur, dass man nicht in der Regelstudienzeit studierte. Aber gut.. man hat natürlich auch noch die Möglichkeit, seine Eltern zu verklagen! Aber wie lange dauert das, bis es zum Erfolg und zu Geldfluss kommt??? Also bleibt es beim Alten: die Akademiker-Kinder studieren gut und gerne und abgesichert, während die vom Proletariat wieder einmal in die Röhre gucken!
Wo kommen wir denn hin, wenn intelligente Kinder des Proletariats mit unterbelichtetem Nachwuchs der Hochwohlgeborenen zusammen in die Schule gehen. Ein Studium kann für intelligente Kinder des Proletariats schon mal gar nicht in Frage kommen, da sie bekanntlich das vom genialen Thilo Sarrazin entdeckte Dummheitsgen in sich tragen.

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