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Bewerberzahlen: Bundeswehr wird bei Abiturienten beliebter
DPA

28.000 zivile und militärische Jobs hatte die Bundeswehr 2017 zu vergeben. Und auf jede Stelle kamen vier Bewerber - viele mit Abitur oder Fachhochschulreife.

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manicmecanic 14.02.2018, 13:50
1. Immer noch archaisch

Wie ich bei einem Bewerbungsversuch meines Goldjungen sehen konnte.Er ist ein echter Nerd,aber der Laden legt immer noch hauptsächlich Wert auf eine gerade Vita,egal wie gut der Test auch ausfällt.Dann noch der Versuch ihn doch zu einer militärischen Karriere zu bereden,da kam der Eindruck auf das war der Plan von Anfang an.

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crazy_swayze 14.02.2018, 14:27
2.

Wie sieht es mit der Diversität bei der Bundeswehr aus? Spiegelt sich die zivile Gesellschaft darin wider?
Wieviele Turkdeutsche gibt es bei der Bundeswehr? Wieviele mit polnischen, italienischen, spanischen, griechischen Vorfahren?
Wo sind die Flüchtlinge bei der BW?

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le.toubib 14.02.2018, 14:55
3. U.S. Army?

Zitat von manicmecanic
Wie ich bei einem Bewerbungsversuch meines Goldjungen sehen konnte.Er ist ein echter Nerd,aber der Laden legt immer noch hauptsächlich Wert auf eine gerade Vita,egal wie gut der Test auch ausfällt.Dann noch der Versuch ihn doch zu einer militärischen Karriere zu bereden,da kam der Eindruck auf das war der Plan von Anfang an.
Ihr Sohn könnte es doch mal bei der Konkurrenz versuchen. Und keine übertriebene angst, knapp 10% der Soldaten kommen zur kämpfenden Truppe! Nur zwei wichtige Tipps: Lassen Sie sich alles, was der recruiter so verspricht schriftlich geben! Und lesen Sie sich das Kleingefruckte doppelt und dreifach durch, denn meist steht dort, dass Abmachungen nur so lange gelten, solange Bedarf bestehe. Aber ich glaube, das ist bei der Bundeswehr auch nicht anders. Solche Passagen soll der recruiter streichen, oder man geht. Da jeder recruiter ein "Kopfgeld" für Anwerbungen bekommt und auch Orden, wird es das wahrscheinlich machen. Soweit ich weiss, ist das einzige Rekrutierungsbureau in Deutschland in Kaiserslautern. Und wer weiss? Vielleicht rührt sich die hierarchisch in den 1950ern stehengebliebene Bundeswehr ja doch noch, wenn sie von der Konkurrenz erfährt? Viel Glück Ihrem Filius!

Aber doch noch drei Pferdefüsse.:
Eigentlich passen "Nerds" nicht besonders gut in Gemeinschaften wie Streitkräfte - ich hatte auch so meine Schwierigkeiten beim Basic Combat Training mit mir völlig unbekannten "Kameraden", dabei bestand wenigstens der halbe Zug aus Freunden oder zumindest Bekannten, zudem brauchten wir mangels Kasernen nicht zu Acht in einer Stube hausen, sondern durften abends heimfahren. Und es gibt bei den Streitkräften nicht übertrieben viele Tätigkeitsfelder für "Nerds", etwas besser sieht es nur bei der Luftwaffe und der Marine aus ...

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norgejenta 14.02.2018, 15:09
4. Ich werd alt...

Bei uns hieß das Grundausbildung. Natürlich sind die Kameraden völlig unbekannt.. Man geht ja nicht ins Fussballtraining. Abends heimfahren... Aha. War ja bei uns schon damals der Spruch. " am Wochenende greift der Russe an, da ist keiner da". Aber heute heisst es wohl: Bloß kein Ernstfall nach 16:00 Uhr. Und ich war noch in ner besseren Einheit. Möchte gar ned wissen, wie das jetzt in den Einheiten aussieht , die nicht oder kaum im Einsatz sind..

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le.toubib 14.02.2018, 17:36
5. Keine Angst, Sie werden nicht alt.

Zitat von norgejenta
Ich werd alt... Bei uns hieß das Grundausbildung. Natürlich sind die Kameraden völlig unbekannt.. Man geht ja nicht ins Fussballtraining. Abends heimfahren... Aha. War ja bei uns schon damals der Spruch. " am Wochenende greift der Russe an, da ist keiner da". Aber heute heisst es wohl: Bloß kein Ernstfall nach 16:00 Uhr. Und ich war noch in ner besseren Einheit. Möchte gar ned wissen, wie das jetzt in den Einheiten aussieht , die nicht oder kaum im Einsatz sind..
Ich absolvierte mein Basic Combat Training bei der Washington Army National Guard. Und früher war das BCT im Camp Murray, das fast keine Kasernengebäude hatte - extra dafür durfte ich in die kleine Gästewohnung im Haus der Mutter meiner Freundin in Seattle ziehen, ansonsten wäre die Fahrt zu weit gewesen, heute findet es im Fort Benning, GA, statt und ist ebenso hart wie das BT der Regular Army.

Trotz all dieser Positiva wäre ich wohl wieder abgesprungen, hätte man mir nicht so ziemlich bald nach dem Beginn des BCTs schon versprochen, gleich nach dem BCT die National Guard Bureau Accelerated Officer Candidate School besuchen zu dürfen, die passenderweise gerade zum dem Zeitpunkt im Camp Murray Station machte - ist so eine Art "Wanderzirkus", der von National Guard zu National Guard "tingelt". Dafür allerdings mussten wir 8 Wochen ohne jedweden Ausgang im Camp Murray wohnen, das war wegen des sehr langen Unterrichts am Tag (07:00 - 21:00) einfach nicht anders machbar!
Denn nicht jeder ging zur Bundeswehr ...

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Inspektor 14.02.2018, 17:51
6. Diversität

Zitat von crazy_swayze
Wie sieht es mit der Diversität bei der Bundeswehr aus? Spiegelt sich die zivile Gesellschaft darin wider? Wieviele Turkdeutsche gibt es bei der Bundeswehr? Wieviele mit polnischen, italienischen, spanischen, griechischen Vorfahren? Wo sind die Flüchtlinge bei der BW?
In Sachen Herkunft sieht es bei der Diversität der Bundeswehr sehr gut aus, jedenfalls für eine staatliche Stelle. Schon vor einigen Jahren hat bspw. eine Stichprobe im Wehrbereichskommando IV (Süddeutschland) einen Anteil von knapp 25% Muslimen zutage gebracht, also weit höher als in der Gesamtgesellschaft. Auch wenn man sich auf den Kasernenhöfen umschaut oder etwa die Gefallenen/Verletztenlisten aus den Einsätzen studiert, fällt auf, wie viele BW-Soldaten heutzutage augenscheinlich einen Migrationshintergrund haben (ich denke bspw. an die tragischen Fälle von Sergej M. oder Helmi Jimenez-P. in Afghanistan). Flüchtlinge gibt es bei der BW nicht, weil der Soldatendienst die deutsche Staatsangehörigkeit voraussetzt. Aus meiner Sicht völlig zurecht, da der Einsatz des eigenen Lebens - also der höchste Einsatz den ein Mensch überhaupt bringen kann - doch eine klare und auch dokumentierte Loyalität zu Staat und Gesellschaft und umgekehrt voraussetzt. Eine Art "Fremdenlegion", in der Menschen die erst seit kurzem im Land sind und dieses in Zukunft vielleicht sogar wieder verlassen müssen, den Kopf für eine Gesellschaft hinhalten müssten, in der sie noch gar nicht richtig angekommen sind, hielte ich für unethisch. Würde für mich irgendwie nach "billige Lückenbüßer" klingen. Im Übrigen stehen hier auch valide Sicherheitsbedenken im Raum, jedenfalls in Bezug auf die ca. 60%, die ohne gültigen Identitätsnachweis einreisen. Die Bundeswehr mit ihren riesigen Waffen- und Sprengmittelbeständen wäre naturgemäß für jede Terrorgruppierung und deren Schläfer ein Ziel erster Wahl. Und eine Sicherheitsüberprüfung ohne zweifelsfreie Identität ist schlicht unmöglich.

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Zaunsfeld 14.02.2018, 18:37
7.

Dass der Anteil der Abiturienten unter den Bewerbern höher ist als noch vor einigen Jahren, ist nur ein rein statistischer Effekt. Denn heute macht auch ein viel größerer Anteil der jungen Leute Abitur statt nur mittlere Reife oder Hauptschule.
Viele, die heute Abitur machen und sich damit bei der Bundeswehr bewerben, die hätten noch vor 10 Jahren die mittlere Reife gemacht und sich dann eben mit mittlerer Reife bei der Bundeswehr beworben.

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muckusch 14.02.2018, 19:30
8. Beliebter?

Kann man die Kirche vielleicht mal im Dorf lassen?
Nur weil sich ein paar Menschen auf einen Arbeitsplatz bei der Bundeswehr bewerben, ist diese doch nicht gleich beliebt. Vorlleicht finden sie keine andere Tätigkeit?
Vielleicht ist auch nicht jeder mit einem Arbeitnehmer selbst langjährig besetzte Arbeitsplatz deshalb gleich beliebt?
Vielleicht arbeitet mancher, selbstverständlich ganz wenige nur, einfach deshalb, weil er es muss, und nicht gleich liebt?

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eunegin 14.02.2018, 20:32
9. @3 und 5: fremdes Militär, deutscher Pass

Vorsicht bei so etwas (Unsinnigem...). Dienen in fremden Streitkräften kann unter Umständen zum Verlust der deutschen Staatsangehörigkeit führen.

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