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Bildungsstudie: Das Geschäft mit der Nachhilfe
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Rund 1,2 Millionen deutsche Schüler bekommen Nachhilfe - viele von Menschen, die gar keine ausgebildeten Lehrer sind. Eine Studie zeigt, wie intransparent der Markt ist.

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dirkozoid 02.03.2017, 14:01
1. Warum keine

Die Antwort ist ganz einfach: Jemand, der Lehramt studiert hat, arbeitet Normalerweise an einer Schule und hat es nicht nötig, Nachhilfe zu geben. Mit jemandem, der trotz Lehramtstudiums nicht an einer Schule arbeitet, kann folglich etwas nicht stimmen.

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Teilzeitalleinerzieherin 02.03.2017, 14:01
2. wenn es die ausgebildeten Lehrer in der Schule hinbekämen,

den Stoff verständlich zu vermitteln, bräuchte man vermutlich keine Nachhilfelehrer mehr. Von daher erschließt sich mir nicht, warum eine Nachhilfekraft ausgebildeter Lehrer sein sollte. Nach einem halben Jahr Schulerfahrung mit Kind Nr. 1 kann ich aber leider langsam nachvollziehen, wieso die Nachhilfeindustrie prosperiert. Ich brauchte in der Schule nie Nachhilfe, ich hatte taugliche Lehrer und vernünftige Lehrkonzepte. Mein Kind ist definitiv nicht dümmer als ich, wird aber - so fürchte ich - in der weiterführenden Schule um temporäre Nachhilfe kaum herum kommen.

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sushiboi 02.03.2017, 14:10
3. Keine Lehrer?!

Was für ein Skandal! Oder vielleicht doch nicht? Bei dem, was einige Lehrer abliefern aber auch bei dem immer weiter kaputt gesparten Schulsystem können gerade Außenseiter, die weder sowieso schon von ihrer Arbeit als Lehrer gestresst sind und auch nicht unter der Kontrolle staatlicher behörden stehen, außergewöhnliches leisten. Natürlich wäre es besser und wünschenswert, wenn das Schulsystem das schaffen würde, wozu es gedacht ist. Aber die Realität sieht leider anders aus. Dass es auch bei den Nachhilfen "Schwarze Schafe" gibt, dürfte selbstverständlich sein.

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aggro_aggro 02.03.2017, 14:11
4. Schlechte Entwicklung

Hauptschule:
Immer mehr Schüler ziehen die Nachhilfe der Schule vor.
"Das mach ich lieber in der Nachhilfe!" oder "Mein Nachhilfelehrer erklärt das viel besser!" sind mittlerweile beliebte Ausreden.
Natürlich, keine Noten, eine Stunde, kleine Gruppen, das ist gemütlich.
Die Eltern lassen sich die Nachhilfe vom Amt bezahlen, dann müssen sie sich selber nicht mehr mit Hausaufgabenhilfe rumärgern.

Gymnasium:
50% eines Jahrgangs machen Abitur, früher waren es eher 15%. Die Anforderungen sinken zwar, aber es bleibt dabei dass sich Schüler durch Differentialgleichungen quälen, die vielleicht lieber mit 16 ein Handwerk gelernt hätten. Trotz massiver Kritik an der wenigen Freizeit die Schüler angeblich haben, werden die Nachmittagsstunden noch mit Nachhilfe ausgenutzt um nachzuholen was man nicht in der Zeit schafft, die die besten 10% des Jahrgangs brauchen.

In der Nachhilfe:
Prekäre Beschäftigungsverhältnisse für Studenten und arbeitslose Akademiker, BWLer führen die Institute und verdienen gut. Der Staat bezahlt gerne Nachhilfe statt die Schulen zu verbessern. Ob die Nachhilfe eine Notenverbesserung bringt ist unklar, die Schüler hätten sicher denselben Effekt, wenn sie sich auch mal ohne Institution mit dem Lernstoff beschäftigen würden.

Also: Mehr Lehrer an die Schulen. Ganztagsschule mit individuellem Nachmittag OHNE Hausaufgaben. Offene Angebote für Förderung an den Schulen. Gesellschaftliche Stärkung der beruflichen Ausbildung. Schreinermeister ist doch ein schöneres Ziel als ein Master in "Literatur, Kultur Medien (LKM)"

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lynx999 02.03.2017, 14:14
5. Es ist gewaltig was falsch im Schulsystem

das belegt doch die Tatsache, dass es überhaupt so viel Nachhilfe-Angebote gibt. Ja es ist eigentlich Nachhilfe, wie das Wort schaon sagt, kein alternatives Bildungsangebot.
Das Schulystem krankt an vielen Stellen:
1. Schulzeit = Unterrichtszeit ist nach wie vor das verbreitete Schulbild, dabei ist schon längst klar, dass es neben Unterricht u.a. auch die Repetition und das Anwenden des Erlernten bedarf. Das muss doch nicht zwingend "Hausaufgabe" sein.
2. Lernstandskontrollen sind fast ausschließlich auf schriftliche Prüfungen ausgerichtet. Jeder weiß dass dies nicht zielführend ist
3. Schulzeit wird im großen Maßstab vergeudet, obwohl eigentlich nie genug Zeit ist für die Wissensvermittlung. Nur die absolute Minderheit der öffentlichen Schulen schafft es Lernstandskontrollen vor dem Schuljahresbeginn zu terminieren, zwischen den Fächern abzustimmen und so die Schwerpunkte der Wissensvermittlung an die Bedürfnisse der Schüler anzupassen.
4. Medien werden noch immer von Verlagen bezogen, die nur selten bis gar nicht auf die Bedürfnisse zugeschnitten sind. Gute Methoden der Wissensvermittlung stehen dazu noch unter Copyright. So ein Irrsinn bei dem wichtigsten Gut das wir angeblich in Deutschland haben.
5. Die Wissensvermittlung erfolgt sehr stark Schul-, Lehrer- und Bundeslandabhängig. Schüler die auf die z.B. "falsche" Rheinseite wechseln haben in viele Fächern wahnsinnig viel Vorsprung oder große Wissenslücken. Darf es das sein? Insbesondere wenn es um die Tauglichkeitsprüfung für Studienfächer und Ausbildungsberufe geht?

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static2206 02.03.2017, 14:16
6. Vielleicht ist das auch besser so

Lehrer sind eine klasse für sich. Es bringt nichts nur selbst viel zu wissen. Lehrer müssen dieses Wissen auch vermitteln. Und zwar jungen Menschen, die noch nicht studiert haben. Und manchmal bekommt man es von "seinesgleichen" eben verständlicher erklärt.
Ich hatte auch mal einen Informatiklehrer (in der Zeit als ich selbst noch kein ITler war). Er war richtig gut. Wusste wovon er sprach. Konnte dieses Wissen aber nur sehr schwer vermitteln.

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kenterziege 02.03.2017, 14:19
7.

Nein, nein das geht doch gar nicht. Mathematik, Physik, Engisch, Französisch und Deutsch können ja nur Lehrer! Die strotzen ja nur so von Wissen und Didaktik-Know-how!
Quereinsteiger in Schulen geht auch nicht! Da kocht man lieber über Generationen im eigenen polit-didaktischen Saft.
Mein Vater sagte vor 60 Jahren schon: Der liebe Gott weiß alles - der Lehrer weiß alles besser!
Nachhilfe sollte es nur in seltenen Fällen ( Ausfall durch Kramkheit z.B. ) geben. In allen anderen Fällen nützt sie kaum. Gefakte Zensuren und promovierte Lebensläufe werden spätestens beim ersten Einstellungsgespräch pulverisiert!

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BettyB. 02.03.2017, 14:23
8. Irgendwie seltsam

Wieso sollte z.B. ein Abiturient mit gutem Mathezeugnis nicht einem Grundschüler das Rechnen oder ein Student der Germanistik nicht Rechtschreibung beibringen, wenn er die (zufällig) beherrscht. Und weshalb sollte das überhaupt immer der kommerziellen Nachhilfeeinrichtungen bedürfen?

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dr.u. 02.03.2017, 14:25
9. Nachhilfeinstitute??

Warum braucht man gewerbliche Nachhilfeinstitute?
Ich erinnere mich gut an die Zeit, da haben ältere Schüler oder (Lehramt)Studenten Nachhilfe gegeben. Das hat in aller Regel gut funktioniert, war bezahlbar, flexibel und zielgerichtet. Die Nachhelfer kannten die Schule, die Lehrer und den Unterrichtsstoff.
Aber heute muss ja alles zertifiziert sein. Ein Bürokratiemonster, dass so gar nichts über die eigentliche, gelebte, reale Qualität aussagt, sondern sich auf Formalien, Kurse und Papierform stützt; und Papier ist ja bekanntlich geduldig.

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