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Bodycams für britische Lehrer: Big Teacher is watching you
DPA

In Polizeimanier tragen Lehrer an zwei britischen Schulen neuerdings Kameras am Körper: Sie sollen damit Schüler filmen, die stören. Das Projekt ist umstritten.

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Thorkh@n 10.02.2017, 17:21
1. Dann sollten ...

... die Schüler aber auch eine Bodycam tragen dürfen, um zeigen zu können, wenn sich Lehrer als unfähig erweisen oder gar Schüler mobben. Die Unschuldsvermutung muss dann in beide Richtungen aufgehoben werden. Was das wohl für eine Gesellschaft wäre?

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seikor 10.02.2017, 17:39
2. was für eine Entwicklung...

Wieso nur bodycam? Dann doch gleich mehrere Cams mit Livestream nach Hause. Gugl liefert die Videoanalysesoftware dazu...
Das einzige, wo ich für Überwachungskameras bin, ist der Autoverkehr. Mitschneiden und die Dashcambilder beim Unfall als Beweismittel vorzeigen. Streamen muss verboten sein.
Die Schule ist der falsche Platz. Hier wären eher empfindliche Strafen für renitente Schüler angebracht. Leider fährt hier der Zug aber auch pro Eltern und contra Lehrer...

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lupulus 10.02.2017, 18:00
3. Bodycam ist eine Bankrotterklärung in der Schule

1. Wenn Schüler den Unterricht stören, dann muss sofort reagiert werden, weil sonst Unterrichtszeit verplempert wird.
2. Wichtig sind die Sanktionen auf Störungen. Um diese zu begründen, reicht auch ein Eintrag.
3. Bodycams zur Überwachung, egal ob Schüler oder auch Lehrer, unterminieren die grundlegende Basis für den Unterricht, eine vertrauensvolle Beziehung.
4. Auch Lehrer können zur Entstehung und Eskalation von Unterrichtsstörungen beitragen; durch eine gute Lehrerausbildung und berufsbegleitende Inter- oder Supervision kann das Problem minimiert werden. In Deutschland gab es speziell dafür das Konstanzer Trainingsmodell, welches aber leider in Vergessenheit geraten ist.
Der Glaube, mit Digitaltechnik alle unsere menschlichen Probleme lösen zu können, ist naiv.

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vox veritas 10.02.2017, 18:21
4.

Zitat von Thorkh@n
... die Schüler aber auch eine Bodycam tragen dürfen, um zeigen zu können, wenn sich Lehrer als unfähig erweisen oder gar Schüler mobben. Die Unschuldsvermutung muss dann in beide Richtungen aufgehoben werden. Was das wohl für eine Gesellschaft wäre?
Die Schüler filmen den Unterricht schon jetzt mit ihren Smartphones.

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verspiegelung 10.02.2017, 19:41
5. Möglicherweise sinnvoll

Zitat von Thorkh@n
Die Unschuldsvermutung muss dann in beide Richtungen aufgehoben werden. Was das wohl für eine Gesellschaft wäre?
Vielleicht eine zumindest fairerer als das bisherige Modell, wo dann im Streitfall Aussage/Erinnerung gegen Aussage/Erinnerung steht … es gibt nichts schlimmeres als Menschen zu sehen, die zu beschreiben versuchen, "wie etwas sich genau abgespielt hat". Dafür ist unser Hirn schlichtweg nicht gemacht worden. Deswegen habe ich auch kein Problem per se mit Bodycams, nur damit, wenn auf diese nur nach Lust und Laune einer der beiden Parteien zum Einsatz kommen. Wenn schon, dann sollte Symmetrie zwischen beiden Parteien herrschen. Denn sich andern gegenüber wie der letzte Mensch zu benehmen, sollte kein Grundrecht sein, für niemanden.

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Drschlaumeierxy 11.02.2017, 23:37
6.

Zitat von lupulus
(...) 2. Wichtig sind die Sanktionen auf Störungen. Um diese zu begründen, reicht auch ein Eintrag. (...) 4. Auch Lehrer können zur Entstehung und Eskalation von Unterrichtsstörungen beitragen; durch eine gute Lehrerausbildung und berufsbegleitende Inter- oder Supervision kann das Problem minimiert werden. (...)
Sie waren wohl schon lange nicht mehr mit Schule in Kontakt? "Ein Eintrag" ist heute eher nichts mehr wert oder bestenfalls für einen Lacher auf dem Schulhof gut. Eltern kontaktieren? Die kommen Ihnen gleich mit dem Anwalt oder mit einem Schulterzucken (was soviel bedeutet wie: wir wissen es auch nicht besser, hatten aber leider auch zu wenig Zeit für die Erziehung, weil die beiden Doppelverdienerjob so stressig sind.) Natürlich gibt es auch schlechte Lehrer (und ein gutteil davon ist mit ihrer hochfachlichen Ausbildung den pädagogischen Anforderungen der Jetztzeit nicht mehr gewachsen), aber für den guten Teil ist JEDE Hilfe zu kostspielig. Supervision? Coaching? Teamteaching? Alles zu kostenintensiv und da kommt das Schulamt dann lieber mit der Keule: "Sie sind wohl doch nicht qualifiziert genug für diesen Beruf?"

Ich bin ja dafür, dass es eine prozentuale Mindestausgabe für Bildung (und zwar mehr als die bisherigen 5%) geben sollte. Das "Problem" mit der Jugend ist alt, aber nicht minder wichtig.

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Saure Gurke 11.02.2017, 09:34
7.

Eine bodycam löst keine Problem. Es gibt keinen Konsens mehr, was Erziehung betrifft, Grenzen kennen und respektieren beispielsweise. Rücksicht nehmen.
So, und wenn Eltern auf den Hinweis, dass das Kind keine Hausaufgaben macht und bei der Besprechung stört - in welcher Form auch immer, es kann sich ja nicht beteiligen - antworten, dass sie ihrem Kind doch glauben müssten, wenn es sagt, es habe keine Hausaufgaben auf.
Einzelfall? Richtig, es kommen leider 10 andere Einzelfälle dazu.
Rolle der Lehrer? Bitte differenzieren: einige, die meisten, viele, manche.

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Flying Rain 11.02.2017, 09:58
8. Naja

Naja ich denke aber auch dass das eher in Problembezirken angewandt wird in denen es teils auch schlauer wäre zusätzlich noch nen Polizisten in die Klasse zu stellen. Mal so ne Frage. Wo bekommt man so ne Body-Cam wie von den brit. Polizisten her? Wären als Actioncam sicher ganz nett durch die Bauform und Befestigung.

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David McB 11.02.2017, 17:25
9. Wann haben denn diese Kritiker...

...jemals die himmelschreiende Hilflosigkeit von bemühten Lehrern nachvollziehen können, welche ohnmächtig vor einer Klasse voll von moralisch verkommenen Rabauken stehen. Die Lautesten und Respektlosesten ziehen immer die ganze Klasse mit, die passen sich an. Gut zu bemerken an etlichen inländischen Schülern, die schon seit längerem mit einem Einwanderdialekt sich meinen verständigen zu müssen.
"Störenfriede gibt es in jeder Klasse". Diese dämliche Relativierung dient nur dem Herunterspielen einer ernsten Situation. Wenn nämlich diese verharmlosend "Störenfiede" genannten Typen immer mehr Raum gewinnen schadet dies dem Bildungsnieveau deutlichst.
"...völlig überzogene Reaktion auf ein jahrhundertealtes Problem". Aber natürlich. Ebenso eine fahrlässige Relativierung. Als hätte man diese asozialen und massiv respektlosen Horden vor Jahrhunderten überhaupt nur ahnen können. Wir haben es heute an vielen Schulen in Europa mit Massen von bildungshassenden Deppen zu tun, welche aber dennoch einen auf dicke Hose machen und sich alles und jedem überlegen fühlen. Warum? Weil sie's können! Dank dem neoliberalen laissez fair. Tschuldigung, heisst ja heute Toleranz...

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