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Bundesverfassungsgericht: Wer darf künftig Arzt werden?
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Wer Medizin studieren will, braucht zweierlei: Ein irre gutes Abi - und viel Glück. Doch das Bundesverfassungsgericht könnte den Zugang zum Arztberuf nun ändern.

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Zorpheus 04.10.2017, 10:11
1. Das Problem sind doch nicht Seminare und Vorlesungen

Ja, Seminare und Vorlesungen kann man leicht ausbauen und leicht für viele Studenten anbieten. Aber das Problem ist die praktische Ausbildung. Praktika brauchen teure Geräte, viel Platz und intensive Betreuung. Das ist was das Medizinstudium dir die Unis teuer macht.

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mwroer 04.10.2017, 10:11
2.

Also einem ausgebildeten Rettungssanitäter der den medizinischen Test mit fliegenden Fahnen besteht den Zugang zum Studium zu verwehren weil seine Noten im Abitur nicht dem NC entsprechen, halte ich persönlich für groben Unfug. Dem Mann vertraue ich mein Leben eher an als jemanden der einfach nur gut in Mathe und Geschichte war.

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az26 04.10.2017, 10:18
3. Irgendwie müssen die begrenzten Studienplätze ja vergeben werden

So schwer es für manche Andere ist. Wenn das aber fällt und der NC wegfällt, sind auch andere Bereiche dran. Wie siehts mit bevorzugter Vergabe von Arbeitsplätzen an Frauen aus, auch "Positive Diskriminierung" genannt?
Als Alternative kämen nur Zulassungsprüfungen statt NC in Frage. Ob das anderen wiederum gefällt, die mit einem 1er Abitur dann evtl. bei einer versemmelten Prüfung in die Warteschleife müssen?

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proteomix 04.10.2017, 10:20
4. Mehr Lehrverpflichtungen? Klasse Idee!

Na, das ist ja eine einfache Lösung! Da hätte man ja auch eher drauf kommen können. Typischerweise haben die wissenschaftlichen Mitarbeiter ja auch nichts zu tun und sind dankbar für jeden Hinweis, wie sie ihre Leerzeiten ausfüllen können. Scherz beiseite: dafür werden die nicht bezahlt. Bei quasi immer befristeten Verträgen, deren Verlängerung fast ausschließlich von wissenschaftlichem Erfolg und nicht der Anzahl der Lehrstunden abhängt, frage ich mich, wie diese in jeder Hinsicht undankbare Mehrarbeit entlohnt oder sonst wie ausgeglichen werden soll. Warum sollte sich ein wissenschaftlicher Mitarbeiter für Studenten verbrennen, die am Ende doch nicht Arzt werden? 2008 waren es immerhin 40% aller Absolventen, die nicht in einem ärztlichen Beruf gearbeitet haben. Da könnte man vielleicht auch ansetzen.

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_Ingenieur_ 04.10.2017, 10:27
5. Qualität senken ?

Wieso soll man die Qualität senken, wenn man die Auswahl hat soll man die besten der besten nennen. Ok was zu bemängeln ist das es keinen Länder Ausgleich mehr gibt. Man kam ein Berliner Abitur einfach nicht mit einem aus Bayern vergleichen

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urbanism 04.10.2017, 10:28
6. wenn man die Bildung kaputt spart

wie in dem Beitrag schon erwähnt, das Problem sind zur Verfügung stehenden Studienplätze. Deswegen wird sich auch an dem Grundsätzlichen Problem nichts ändern nur weil ich den Numerus Clausus abschaffe oder herunter setze. Und hier ist wieder das Grundproblem wenn ich allen ein Studium ermöglichen möchte, ich muss mehr Hochschulen bauen bzw. bestehende Hochschulen massiv ausbauen und vor allem Dozenten finden, die entsprechenden Unterricht abhalten. Aber das setzt voraus, das Milliarden in den Hochschulausbau gesteckt werden. Und selbst wenn man das jetzt sofort machen würde, würde es noch mindestens 10 Jahre dauern bis dieses Problem sich halbwegs normalisiert hätte. Ich kann nicht auf Teufel komm raus die Bildung im Land kaputt sparen, aber trotzdem jedem das Wunschstudium ermöglichen!!

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charltonlatchford 04.10.2017, 10:29
7. "Deutschländer" ist das Problem

Solange es kein Deutschland gibt, sondern unzählige ?Deutschländer? gibt, werden Probleme wie unterschiedliche Abiturstandards, Ungerechtigkeiten bei der Studienplatzvergabe, fehlerhafte Verteilung von Budgets an Universitäten geben. Solange es keine echte zentrale Vergabestelle gibt, solange Unis individuell, frei und möglicherweise potenziell korrupterweise frei entscheiden dürfen, wer zu Ihnen kommen darf, ist es mit der Gerchtigkeit vorbei.
43.000 Bewerber und nur 9000 Studienplätze. Das kam nicht überraschenderweise von heute auf morgen. Politische Fehlplanung heisst das.
Aber, wenn es einige hundert junge Menschen gibt, die bspw. Städteplanung studieren wollen, wo man genau nachrechnen kann, dass der Markt nur unter hundert Plätze pro Jahr hergibt, da liegt eine mangelhafte Berufsplanung uns eine programmierte Arbeitslosigkeit vor, geschweige denn ein Verschwendung von unserem Geld = von sogenannten öffentlichen Mitteln, die wir finanziert haben. Eine freie Berufswahl muss der Vernunft weichen.

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bluebill 04.10.2017, 10:45
8. Hausgemachtes Problem

Einerseits jammert man ständig, dass es zu wenig Ärzte gibt. Andererseits kann noch nicht mal jeder, der das will, auch einer werden. Wie wäre es denn mit einer Ausweitung der Lehrkapazität? - Sicher, dazu müsste man den Haushalt deutlich ändern, Geld in die Hand nehmen und Lehreinrichtungen ausbauen oder errichten. Aber das wäre eine sinnvolle Investition in die Zukunft unserer Gesellschaft. Derzeit steht der Beruf nur Einser-Abiturienten offen, die lediglich ihre Eignung zum Auswendiglernen bewiesen haben. Andere Kandidaten mit vielleicht besserer Eignung zum Arztberuf bleiben außen vor. So wird das natürlich auch nichts mit einer angemessenen medizinischen Versorgung.

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keine-#-ahnung 04.10.2017, 10:45
9. Was nutzt es der Gesellschaft ...

... wenn Leute mit Ende Zwanzig ein Medizinstudium beginnen?
Wenn die mit dem Facharzt fertig sind, sind sie Ende Dreissig, Anfang Vierzig und können sich allmählich auf den Ruhestand vorbereiten.
Wenn Sie nicht zu den durchschnittlich 20 Prozent der "Studienabbrecher" gehören ... :-)
Und die "juristische Lösung", Lehrverpflichtungen der "wissenschaftlichen Mitarbeiter" zu erhöhen, ist bestenfalls ein Zeugnis von Grenzdebilität - die "wissenschaftlichen Mitarbeiter" haben sich zuvörderst um die Patientenversorgung in den Universitätskliniken zu sorgen. Da gibt es nichts, was beliebig erweiterbar ist - im klinischen Studienabschnitt benötigt man für die Ausbildung zum Arzt in erster Linie ... Ärzte!
Und warum jetzt eine Ausbildung zur Krankenschwester oder zum Rettungssanitäter jemanden besser für ein Medizinstudium geeignet machen soll, erschliesst sich mir auch nicht. Es wird doch auch niemand bevorzugt Architekt, weil er eine Maurerlehre absolviert hat?
Die Klägerin hat IMHO einen Abiturschnitt von 2,6 ... vermutlich hätte sie sich in der Schule mehr anstrengen sollen, statt danach über Jahrzehnte zu versuchen, sich in ein Studium zu klagen.
Das Medizinistudium war und ist vermutlich immer noch ein recht herausforderndes, komplexes Ding. Der Arztberuf ist dann noch ein deutliches Stück komplexer und verantwortlicher - da braucht es Zugangsbarrieren und eine gründliche Auslese der Aspiranten. Für den Rest stehen noch Studienplätze im Bereich der Gender-Forschung in ausreichender Zahl zur Verfügung ... davon brauchen wir noch eine ganze Menge!

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