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Digitaler Unterricht: Wer ist der bessere Lehrer - das Whiteboard oder ich?
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Whiteboards im Unterricht sind super. Als Lehrer kann man einen Film zeigen statt zu unterrichten - bis die Lampe durchbrennt, der Ton kaputt ist oder die Batterie leer.

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paulfreitag06 02.01.2018, 11:58
1. die Tücken der neuen Technik

Ich habe auch die letzten Jahre vor der Pensionierung mit elektronischen Medien unterrichtet. Man hat deutlich mehr Möglichkeiten, den Unterricht zu gestalten. Allerdings erfordert das auch erheblich mehr Vorbereitungszeit. Außerdem muss man sich tiefgründig mit der Technik vertraut machen, das Pannenszenario inbegriffen. Smartboards waren anfangs noch viel störanfalliger, besonders wenn sie nicht fest an der Wand verschraubt waren. Auch wenn verschiedene Kollegen mit ihren Notebooks dran waren, war mitunter die Einstellung verändert. Anders als die gute alte Schreibtafel muss man generell vor jedem Unterricht einen Probelauf machen. Schlimm, wenn das zeitlich nicht möglich ist. Ich denke aber, in einigen Jahren werden diese Medien nicht nur zum Alltag gehören, sondern auch viel weniger Probleme bereiten. Bis dahin sollten alle Lehrer aber den Umgang beherrschen und gleichzeitig aber auch noch wissen, wie man bei Ausfall der Technik seinen Unterricht konventionell weiterführt, ohne dass die Schüler den Eindruck haben, hier wurde gerade ein Notprogramm abgespielt. Es ist auch nicht so pädagogisch wertvoll, wenn der Lehrer bei Problemen die Schüler um Hilfe bitten muss...erst Recht, wenn die das Problem dann lösen können. Aber es ist wie überall: am schlimmsten ist die Übergangszeit.

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fatfrank 02.01.2018, 12:05
2. So so...

...eine Lehrkraft beklagt sich, dass sie (vermeintlich) von IWB und Videos ersetzt wird. Kurze Frage: Wer hat entschieden, das IWB einzusetzen? Wer spielt die Videos ab, anstatt selbst die franz. Laute auszusprechen? Genau. Dann aber bitte nicht über "die" Technik oder "die" Digitalisierung schimpfen. Niemand wird gezwungen, das Zeug einzusetzen (es sei denn, die alten Tafeln werden abgenommen - soll auch schon vorgekommen sein). Besser an der eigenen Medienkompetenz arbeiten oder die Dinger eben nicht einsetzen. Die Entscheidung dafür aber liegt bei der Lehrkraft. Von daher: No excuses. Powerpoint (nur so als Beispiel) ist nicht schlecht, wenn es schlecht benutzt wird. Und: Gute Technik kann auch keinen schlechten Unterricht gut machen. Alle schimpfen immer auf [irgendwas]. Ja, dann nutzt es halt nicht - oder macht es selber besser.

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maria3333 02.01.2018, 12:14
3. Smartboard funktioniert zu oft nicht!

Der Beitrag trifft den Nagel auf den Kopf. Ich bin selbst Lehrerin und habe schon immer gern am Computer und mit technischen Geräten gearbeitet. Nach dem Referendariat habe ich mir ein Tablet zur Verwaltung meiner Klassen und Noten in einer App gekauft. Ich bin also keineswegs eine dieser technik-unfähigen Lehrerinnen.
Aber Smartboards sind eine komplette Fehlentwicklung. Die Dinger hängen in Klassenzimmern, in denen Kinder toben und die Türen knallen. Nach ein paar Wochen ist deren sensibles Innenleben völlig hinüber. Ich hatte schon Smartboards, bei denen ich alle 2 Minuten eine Rekalibierung vornehmen musste. Vernünftiger Unterricht ist dann nicht mehr möglich. Manchmal funktioniert auch aus keinem ersichtlichen Grund der Ton nicht. Zu Hause an meinem eigenen PC könnte ich das sicher schnell beheben, aber an der Schule habe ich selbst für so simple Dinge keine Administratorrechte und muss dann Schüler losschicken, um mitten während der Unterrichtszeit den "Smartboard-Lehrer" zu finden, der das Problem lösen kann (in der Hoffnung, dass er selbst gerade eine Hohlstunde hat). Der Unterricht kann dann solange nicht weitergehen, wenn man z.B. geplant hat, einen abiturrelevanten Film zu analysieren.
Ich habe es schon oft gesagt: Digitale Ausstattung an Schulen funktioniert nur, wenn JEDERZEIT ein IT-ler, der nur dafür zuständig ist, die Geräte zu warten und zu reparieren, im Haus ist. Das ist bei jeder Firma, die so viele Mitarbeiter hat, wie es Schüler und Lehrer an einer Schule gibt (ca. 1000 bei uns) auch der Fall.
Ich mache zwar weiterhin Unterricht mit dem Smartboard, aber das Schreiben mit dem Stift auf dem Board lasse ich mittlerweile weitestgehend, da es immer unschön aussieht und in 50% der Fälle Kalibierungsschwierigkeiten gibt. Smartboards sind außerdem einfach zu empfindlich für Klassenzimmer. Eine Umstellung auf Computer + Beamer, mit runterfahrbarer Leinwand vor einer Filzstift-Tafel wäre meiner Meinung nach das Sinnvollste.

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perino 02.01.2018, 12:18
4. Kompetenz der Lehrkraft

Ein Unterrichtsmedium ist immer so gut oder schlecht wie die Kompetenz der Lehrkraft, die es nutzt. Auch schon in früheren Zeiten haben Kollegen die Schüler vor Fernsehern abgestellt und sich um andere Dinge gekümmert. Die waren bei den Schülern so lange beliebt, bis die Zeit der Prüfungen kam. Guter Unterricht erfordert immer eine Menge Vorbereitungszeit. Das ändert sich durch Smartboards nicht. Eher muss mehr Zeit investiert werden. Dadurch wird der Unterricht aber auch abwechslungsreicher, spannender und anschaulicher, als ?Kreidetafelunterricht?. Immer vorausgesetzt, man beherrscht das Medium auch umfassend.

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Kaian 02.01.2018, 12:21
5. Überbewertet

Wir hatten zu meiner Schulzeit Klassenzimmer mit Whiteboard und welche mit der "veralteten" Beamer/Tafel Kombi.
Sowohl Schüler als auch Lehrer bevorzugen das "veraltete" Modell, denn das neue schränkt den Unterricht nur weiter ein. Beamer und Tafel sind nicht zu schlagen.
Das Whiteboard ist nur der Versuch bin Ländern und Medien, symbolhaft mehr Geld in neuen technischen Schnickschnack zu investieren. Die Auswirkungen auf den Unterricht bleiben außen vor.
Also unterstützt nicht auch noch die Alibi Politik. Man sollte nicht die Methode wählen, mir der man sich als zeitgemäß inszenieren kann, Diven mit der, welche dem Unterricht am meisten nützt.

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chit 02.01.2018, 12:32
6. Jaja die heutige Zeit.

Ich selbst bin noch ein junger Lehrer, dennoch finde ich es befremdlich, dass so über Digitalisierung diskutiert wird. Bei der ganzen Sache wird nur eines vergessen: Fachkompetenz hat immer Vorrang. Erst kommt das Was, dann das Wie. Das Wissen muss wieder in den Fokus gerückt werden; moderne Didaktik ist nur der Schlüssel!

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lobivia 02.01.2018, 12:41
7. Probleme mit der Kalibrierung?

Dann ist ihr Account zu voll, oder Sie dürfen sich beim Vorgänger bedanken. Fortbildungen sind sehr hilfreich, dann kann man nämlich solche Kinkerlitzchen binnen Sekunden dauerhaft selbst aus der Welt schaffen. Unabhängig davon dauert eine Kalibrierung noch nicht einmal eine Minute. Immer schön das Stiftchen in die Mitte der angezeigten Kreuzchen setzen. Ich freue mich über die digitale Infrastruktur meiner Schule und hoffe, dass Ihr Hausmeister immer genug Kreide hat. Ein Smartboard ist weit mehr, als eine elektronische Tafel mit Kinofunktion. Das lernt man auch auf Fortbildungen, das ist wichtig, wenn man sich entwickeln möchte.

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Patrik74 02.01.2018, 12:46
8. Nicht ganz

Zitat von fatfrank
.Dann aber bitte nicht über "die" Technik oder "die" Digitalisierung schimpfen. Niemand wird gezwungen, das Zeug einzusetzen (es sei denn, die alten Tafeln werden abgenommen - soll auch schon vorgekommen sein). Besser an der eigenen Medienkompetenz arbeiten oder die Dinger eben nicht einsetzen. Die Entscheidung dafür aber liegt bei der Lehrkraft.
Tatsächlich ist es so, dass alle konventionellen Tafeln nach und nach abgeschafft werden sollen - wegen Feinstaub (kein Scherz). Und wenn das "das Zeug" erst einmal im Klassenzimmer steht, hat man keine Wahl mehr.

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fastlander 02.01.2018, 12:46
9. balance

Hmm, erstens: Es geht hier wohl scheinbar um ein SMARTBOARD und nicht nur um ein WHITEBOARD (moderne Tafel mit Markern); das muss man schon unterscheiden. Weiterhin ist die Behauptung eines entweder-oder, wie im Artikel dargestellt nicht zielführend, sondern Beides - moderne Pädagogik und Offenheit für technische Entwicklung müssen sich die Waage halten wenn man Jugendliche und Kinder unterrichtet (gilt auch für Studenten). Gruß aus Tartu in Estland, wo, wie ich finde, ein Anfang gemacht ist.

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