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Digitalisierung an Schulen: Bundestag beschließt Grundgesetzänderung
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Fast alle Fraktionen haben eine Änderung des Grundgesetzes bewilligt, damit der Bund die geplante Digitalisierung von Schulen fördern kann. Nun müssen noch die Länder zustimmen.

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trex#1 29.11.2018, 12:46
1.

Wer denkt, Digitalisierung bedeutet Tablets an Schüler zu verteilen, verkennt die Probleme.
Einerseits gehört zur Digitalisierung ausgebildetes IT-Personal. Der Aufwand, z.B. 500 Geräte zu vernetzen, Hardware und Software zu warten, ist an Schulen höher als in der Privatwirtschaft. Das können Lehrer nicht so eben nebenbei machen. In NRW ist es mW so, dass Schulen Lehrerstellen mit IT-Fachleuten besetzen können. Die Lehrer fehlen dann im Unterricht.
Schließlich braucht man Unterrichtsmaterial, didaktische und methodische Konzepte. Solange noch nicht einmal Teile aus Lehrbüchern, die die Schüler als traditionelles Buch gekauft haben, digitalisiert im Unterricht eingesetzt werden dürfen, ist das noch ein sehr, sehr weiter Weg.

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malliki 29.11.2018, 13:32
2. Ein Tablet macht noch keine Digitalisierung

Selbstverständlich ist die GG-Änderung ein Schaffen von Fakten gegen den Föderalismus hier in DE über dessen Ende wir erst in 3 bis 5 Jahren hier öffentlich diskutieren dürfen.

Digitalisierung beginnt nicht in der Hardware. Digitalisierung ist auch nicht das Aufrufen des Stundenplanes auf der Homepage der Schule. Und wer glaubt, dass ein 10 Zoll Tablet ein Schulbuch ersetzen kann, ist ganz offensichtlich von den sogenannten Spezialisten falsch beraten. Hier bekommt nur ein paar Unternehmen einen lukrativen Auftrag zugeschanzt - ohne Sinn und Zweck für Schule, Schüler und Lehrer. Ähnlich dem Beraterskandal unter U. v. d. Leyen.

Bald wird es wohl ein "Warenwirtschaftsprogramm" für Schüler geben - ich lach mich schief.

Es gibt lediglich schöne Bilder / Selfies für die Medien und die Biographie der Politiker.

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Fuscipes 29.11.2018, 13:48
3.

Wer da im Mittelpunkt steht sollte klar sein, es sind nicht die Schüler.

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Fuscipes 29.11.2018, 16:02
4.

Leben und Lernen ist nicht so wichtig.
Wie Wissen vermittelt werden kann funktioniert mit und ohne Hirn könnte man meinen, aber ganz so ist dann doch nicht, Schule sollte ein geschützter Raum bleiben, es sind andere Dinge erforderlich als Multimedia und computerunterstützte Leistungskontrolle um Individuen reifen zu lassen.
Wer Totalitarismus bevorzugt, der ist natürlich auf der richtigen Spur.

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yournamehere 29.11.2018, 16:29
5. Was genau?

Schön und gut - da wird eine Grundgesetzänderung beschlossen. Aber was denn nun genau beschlossen wurde (abgesehen von der schwammigen Aussage "der Bund darf jetzt die Digitalisierung fördern"), suche ich in dem Artikel vergeblich. Um welche Paragraphen geht es denn genau? Was hat sich da jetzt konkret im Wortlaut geändert? Irgendwie ziemlich dünn dieser Artikel...

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shotaro_kaneda 29.11.2018, 16:56
6.

Veilleicht will man so auch einem Lehrermangel vorbeugen. Die Prüfungen werden zu Multiple-Choice-Tests umfunktioniert und die Auswertung und Notenvergabe erledigt der Computer. Prüfungen werden durch Zufallsauswahl der Fragen zusammengewürfelt. So entfällt Prüfungserstellung und Korrektur durch die Lehrkräfte. Ich hoffe, dass es so nicht kommt, sondern sich inhaltlich und kreativ mit dem neuen Medium auseinandergesetzt wird. Dies bedeutet natürlich im Umkehrschluss wieder Weiterbildungen der Lehrer und macht die Sache im Endeffekt wieder teurer für die Länder. Und um wirklich mal ein paar Programme im Unterricht zu schreiben oder mit Grafikprogrammen zu arbeiten, sind Tablets leider ungeeignet (siehe Titelbild). Dazu braucht man mindestens noch Tastaturen und Mouse dazu. Ansonsten tuns nämlich auch Bücher.

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Fuscipes 29.11.2018, 17:06
7.

Was hat sich da jetzt konkret im Wortlaut geändert?
Es wurden Mittel bereitgestellt, 4 oder 5 Mrd., fürs Nötigste.
Schimmelbekämpfung und kaputte Fenster, Sanitäranlagen, digital natürlich.

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priemer 29.11.2018, 18:32
8. Beschädigte Verfassungsordnung

Quer durch alle Parteien hat sich die gute Absicht durchgesetzt, die Schulen zukunftsfähig zu machen. Vergessen wurde dabei, dass das Erlernen des Umgangs mit Technologie nicht mit Bildung verwechselt werden darf. Bildung ist das Erlernen von selbstständigen Denken und Urteilen. Dafür will jetzt der Bund tief in Gesetzgebung der Länder eingreifen und setzt damit unsere Gewaltenkontrolle auf‘s Spiel. Wie heißt es doch so schön: Der Weg zur Hölle ist gepflastert mit guten Absichten. Hoffentlich bewahrt zumindest der Bundesrat hier kühlen Verstand!

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querulant_99 29.11.2018, 18:49
9.

Zitat von yournamehere
Schön und gut - da wird eine Grundgesetzänderung beschlossen. Aber was denn nun genau beschlossen wurde (abgesehen von der schwammigen Aussage "der Bund darf jetzt die Digitalisierung fördern"), suche ich in dem Artikel vergeblich. Um welche Paragraphen geht es denn genau? Was hat sich da jetzt konkret im Wortlaut geändert? Irgendwie ziemlich dünn dieser Artikel...
In einem anderen Online-Medium habe ich dazu Folgendes gefunden:
Es soll der Paragraph 104c eingefügt werden mit folgendem Wortlaut:

„Der Bund kann den Ländern zur Sicherung der Qualität und der Leistungsfähigkeit des Bildungswesens Finanzhilfen für gesamtstaatlich bedeutsame Investitionen sowie mit diesen verbundene besondere unmittelbare Kosten der Länder und Gemeinden (Gemeindeverbände) im Bereich der kommunalen Bildungsinfrastruktur gewähren.“

Von Digitalisierung steht da gar nichts.

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