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Doktorarbeiten von Politikern: Das Leben nach dem Plagiat
BARTH/EPA-EFE/REX/Shutterstock

Franziska Giffey steht in Verdacht, in ihrer Dissertation unsauber gearbeitet zu haben. Welche Politiker sind noch ins Visier von Plagiatsjägern geraten? Und was machen sie heute?

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hcmc01 11.02.2019, 14:31
1. Am......

......wenigsten wundert mich, dass es sich fast ausschliesslich um CDU- und FDPler handelt. Aber diese wollen dem Rest der Bürger Eigenverantwortung und Rechtlichkeit aufbürden (z.B. die Bestrafung von Hartz-IV Empfängern, wenn diese bei den Angaben lügen). Wie war das mit dem Wasser und dem Wein?

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Nordstadtbewohner 11.02.2019, 14:33
2. Unsauberes Arbeiten vs. Betrug

"Franziska Giffey steht im Verdacht, in ihrer Dissertation unsauber gearbeitet zu haben."

Ich denke, man sollte hier klar zwischen Betrug und unsauberem Arbeiten unterscheiden. Zu Guttenberg hat ganze Seiten aus anderen Arbeiten übernommen und teilweise nur die Adverbiale in den Sätzen umgeschrieben. Das hätte ihm politisch wohl nicht den Kopf gekostet, wenn er vor laufenden Kameras das ganze nicht strikt geleugnet hätte. Bei Frau Giffey bin ich mir nicht sicher, ob sie aus zeitlichen Gründen unsauber gearbeitet (das kann passieren) oder ob sie einfach nur betrogen hat. Mal schauen, wie das endet.

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schreckgespenst 11.02.2019, 14:46
3. Blubb

Zitat von Nordstadtbewohner
Bei Frau Giffey bin ich mir nicht sicher, ob sie aus zeitlichen Gründen unsauber gearbeitet (das kann passieren) oder ob sie einfach nur betrogen hat. Mal schauen, wie das endet.
Zunächst möchte ich Ihnen zustimmen, die abschließende Bewertung der Causa Giffey ist erst nach der Prüfung möglich.
Darüber hinaus bin ich auf die weitere mediale Begleitung des Falls gespannt, insbesondere im Vergleich zu von Guttenberg oder Schavan. Derzeit habe ich den Eindruck, dass mit Fr. Giffey aufgrund ihrer (medialen) Beliebtheit und der Mitgliedschaft in der SPD viel vorsichtiger Umgegangen wird.
Auch bei Schavan wurde eigentlich keine Täuschung festgestellt, sondern vielmehr unsauberes bzw. nicht zeitgemäßes wissenschaftliches Handeln. Trotzdem hat sich -für mich gerechtfertigt- ihr Ministeramt abgelegt und die politische Karriere beendet.

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Europa! 11.02.2019, 14:47
4. Miese Masche

Die Sache ist doch recht einfach: Wenn einem ein Politiker oder eine Politikerin nicht passt, fängt man an, rumzuschnüffeln. Bei Männern ist die Sache meist einfach, man findet eine Frau, die behauptet, der Bursche hätte sie unzüchtig angesprochen (oder noch Schlimmeres). Bei Frauen wählt man jetzt den kuriosen Umweg über die Dissertation. Hat sie auch richtig zitiert? Mit Anführungszeichen, Anmerkung und Literaturverzeichnis? Auf echtes Fehlverhalten kommt es in beiden Fällen schon gar nicht mehr an. Irgendwas bleibt schon hängen ...

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kunibertus 11.02.2019, 14:53
5. Die Argumentation mit den

Zitat von Nordstadtbewohner
"Franziska Giffey steht im Verdacht, in ihrer Dissertation unsauber gearbeitet zu haben." Bei Frau Giffey bin ich mir nicht sicher, ob sie aus zeitlichen Gründen unsauber gearbeitet (das kann passieren) oder ob sie einfach nur betrogen hat.
"zeitlichen Gründen" geht m. E. nach völlig am Problem vorbei. Wer es unternimmt, eine wissenschaftliche Arbeit zu verfassen - und diesem Anspruch muss eine Dissertation nun mal genügen - muss die erforderliche Zeit einplanen. Ich habe selbst im Rahmen einer außerplanmäßigen Aspirantur, d. h. neben meiner Arbeit, eine Dissertation erarbeitet. Die dafür notwendige Zeit habe ich eingeplant und meine Familie - Frau und zwei Kinder - hat mich dabei auch sehr unterstützt. Natürlich ist es schwer gewesen, das alles "unter einen Hut zu bekommen". Aber wenn man sich etwas vornimmt, muss man auch alles tun, um das Ziel zu erreichen. So bin ich jedenfalls erzogen worden. Mein Doktorvater hat in regelmäßigen Abständen meine Entwürfe überprüft. Ich hätte es gar nicht gewagt, ihm irgendwelche Zitate ohne Quellenangabe unterzujubeln. Dazu hat er viel zu sehr im Stoff gestanden. Allerdings, ich bin kein Politiker, der sich vielleicht nur mit Titeln schmücken will, um sich von Heer der Studienabbrecher abzuheben. Ich wollte einen Beitrag zur Weiterentwicklung meines Fachgebietes leisten und das ist mir in der Verteidigung bestätigt worden.

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neutralfanw 11.02.2019, 14:56
6. Zu spät

Jetzt wird es mal Zeit, auch in der freien Wirtschaft nach Plagiatssündern zu suchen. Es ist ein Unding, wenn man Jahre später die veröffentlichten, beurteilten und zensierten Doktor-Arbeiten auf Betrug hin untersucht. Wer hat denn die Arbeiten in der Vergangenheit beurteilt und anerkannt? Da wurden die Fehler wohl viel früher an anderer Stelle übersehen oder nicht erkannt. Die selben Universitäten sollen heute nachträglich recherchieren und entscheiden? Das ist dann ein Eigentor.

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Havel Pavel 11.02.2019, 14:56
7. Ein probates Mittel um Konkurrenten auszuschalten!

Natürlich, aus "wichtigen" Parteien sind die Politiker am ehesten im Visier. Die SPD ist hier eher unverdächtig, hier gibt es schliesslich auch kaum promovierte Politclowns. Die AfD, die wohl prozentual über die meisten promovierten Politker verfügen dürfte, bleibt vor sochen "Feldzügen" (vorerst) seltsamerweise noch verschont. Wer weiss wie lange dies noch anhalten wird, spätestens wenn alles andere Pulver verschossen ist wird man ganz gewiss auch diese Geschütze auffahren, alles eben zu seiner Zeit!

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hansulrich47 11.02.2019, 15:02
8. Auffällig ist eines:

Keine der getürkten Arbeiten ist eine Naturwissenschaftliche. Offenbar ist es sehr leicht in Politik- Sozialwissenschaft oder auf juristischem Gebiet mit cut and paste passende Texte zusammen zu bauen. Das spricht defintiv nicht für die Qualität jedes "Doktortitels" auf diesen Gebieten. Da ist nicht viel "originell" und vieles offenbar lange bekannt und nur neu wiedergekäut. Dr. Röslers Dissertation in Augenheilkunde war zwar dünn, aber eben doch selbst geschrieben!

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Ostbayer 11.02.2019, 15:04
9. Konsequenzen?

Wie sieht es eigentlich mit Konsequenzen für die Prüfer dieser Arbeiten aus?
Je nach Promotionsordnung der einzelnen Universitäten gehen die Arbeiten durch mehrere Hände. Die Arbeiten werden gelesen und dann bewertet.
Wenn nun ein Prüfer die Arbeit bewerten soll, dann gehe ich davon aus, dass der Prüfer ein Fachmann auf diesem Gebiet ist und alle relevanten Arbeiten kennt. Auffällig finde ich, dass die meisten beanstandeten Arbeiten aus dem Bereich der Geisteswissenschaften kommen. Ich denke, hier muss der wissenschaftliche Betrieb einmal klären, ob überhaupt noch in den Geisteswissenschaften Promotionen sinnvoll sind.

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