Forum: Leben und Lernen
Elite-Schulen: "Mannheim? Unser Kind muss nach Oestrich-Winkel!"
DPA

Internate, Privatschulen und teure Unis sind bei Deutschlands Elite beliebter denn je. Der Soziologe Michael Hartmann erklärt, weshalb Manager Angst um ihre Kinder haben - und Salem, Harvard oder die EBS die hohen Gebühren oft nicht wert sind.

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ellereller 28.01.2015, 18:00
30. @gruen_nein-danke

Zitat von gruen_nein_danke
Der Artikel ist wieder geeignet, die zu beruhigen, die glauben wollen, dass mit unserer Bildung alles super läuft. Zunächst einmal macht es keinen Sinn, allgemeine Schulbildung und Hochschulen in einen Topf zu werfen. EBS und WHU sind Beispiele für fehlgeschlagene private Unternehmen, die keine Konkurrenzfähigkeit gegen staatliche, aber vor allem ausländische Hochschulangebote haben. Kein Beinbruch! Der Skandal ist in Deutschland, was bis zum Abi passiert. Die einzigen "Behinderungen", die im staatlichen Schulsystem keine Berücksichtigung finden sind Begabung und Leistungswillen. Es werden Experimente über Experimente unternommen. Kinder werden in der 3.Klasse über sexuelle Fragen und Mobbing aufgeklärt, sind aber funktionale Analphabeten und beherrschen nicht mal die vier Grundrechenarten. Was "Sozialkompetenz" angeht, empfehle ich Herrn Hartmann mal in private Schulen zu gehen. Da wird man von den Kindern sogar gegrüßt. In staatlichen Schulen lernt man als "Streber" nur das Überleben durch Selbstverleugnung. Ich schicke meine Kinder auf private Schulen, weil ich mir Sorgen mache, wie sie in einer globalisierten Welt mit dem staatlichen Sing-und-Klatsch-Schmarrn ihren Wohlstand sichern sollen. Mir bereiten nicht deren Berliner Mitschüler Kopfzerbrechen, die erst in den Schulen und dann zum Großteil in universitären "Sozialwissenschaften" zu erworbener Erwerbsunfähigkeit erzogen werden, sondern Chinesen, Russen, Amerikaner, Koreaner. Und auf diesem Niveau werden meine Kinder wie auch ich konkrrenzfähig sein müssen.
Ihre Kritik daran, dass Schul- und Hochschulbildung in einen Topf geworfen werden, ist berechtigt. Mit der Schilderung Ihrer Motivation bestätigen Sie allerdings eindrucksvoll die Thesen von Herrn Hartmann. Ich fürchte, dass es eine zu intime Frage ist, aber die Antwort würde mich wirklich interessieren: Sind Sie eher Bildungsaufsteiger oder gehören Sie eher einer Familie an, die seit Generationen der Bildungselite angehört?

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david_2010 28.01.2015, 18:03
31. Karriere-Aussichten ?

Befinde mich im Masterstudium eines angeblich nachgefragten Studiengangs und trotz angeblichen Mangels an "Fachkräften" ist es für mich und auch für viele sehr gute Kommilitonen kaum möglich, mal einen Praktikumsplatz zu ergattern.

War es nicht eher so, dass dieser ganze Schmu früher nicht nötig war ?

Heute muss man ja schon ein Praktikum gemacht haben, um überhaupt ein Praktikum zu bekommen.

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querollo 28.01.2015, 18:06
32. Nicht alles ist Ivy League

Zitat von forumgehts?
an solchen Schulen und Unis ist nicht das was gelehrt und gelernt wird sondern die Netzwerke und Beziehungen die zustande kommen.
Das wäre zutreffend, wenn Sie sich nur auf die wirklichen Elite-Unis beziehen. Die allerdings liegen meist im Ausland. Die meisten privaten Hochschulen in Deutschland sind in den letzten Jahren entstanden und bieten das an, was vielfach abfällig als "Hobbystudiengang" bezeichnet wird. In Event- oder Medien-Management-Studiengängen lernen Sie ganz sicher keine künftigen Wirtschaftseliten kennen, sondern einfach nur die Jungs und Mädchen, die sich mit Ihnen später um die Praktikumsplätze balgen.

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valeskaj 28.01.2015, 18:08
33.

"Internate wie Salem oder Louisenlund bieten zwar ein intensives Rahmenprogramm mit Sprach- oder Sportkursen. Die Betreuung ist sehr eng, der Stoff wird teils in Einzelstunden wiederholt. "
Das ist ja der eigentliche Grund, warum Kinder auf eine Privatschule geschickt werden. Kleinere Klassen, mehr Übungsmöglichkeiten, etc. Ich besuche zurzeit die 11te Klasse einer internationalen Privatschule. Ich muss sagen, dass es einen unglaublichen Unterschied zu den deutschen öffentlichen Schulen gibt. Es fängt schon damit an, dass Lehrer an Privatschulen meist viel motivierter sind als solche, die an öffentlichen Einrichtungen unterrichten. Ganz abgesehen davon, dass die Klassen statt 30 nur 12 Schüler groß sind, und meist aus Schülern besteht, die tatsächlich etwas lernen wollen. Von dem her kann ich es nachvollziehen, warum die, die es sich leisten können, ihre Kinder auf eine Privatschule schicken, wobei ich nicht sagen will, dass man es an einer öffentlichen Schule zu nichts bringen kann. Es ist einfach um einiges angenehmer und motivierender, an einer Privatschule zu lernen.

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Thomas Schnitzer 28.01.2015, 18:16
34.

Liebe Redaktion,

sind sie mal wieder nicht in der Lage, einen Kommentar zu veröffentlichen, der die eigene Redaktionsmeinung kritisiert, indem er auf die Funktion ihres interviewten Soziologen als wissenschaftlicher Legitimation für das Schlechtreden von kostenpflichtigen Schulen als nicht gleichmachendem Ansatz hinweist?

Wie ich ihnen schon mal geschrieben habe, ist es einem demokratischen Medium nicht würdig, eine Debatte durch gezieltes Auslassen von Kommentaren, Gegenreden und Klarstellungen zu beeinflussen, wie auch eben in einem wirtschaftsthematischen Forum geschehen.

Bei allem Verständnis, dass ich dafür haben kann, dass es sich um ihr Forum handelt, sie hier das Hausrecht haben und verantwortlich für die Einhaltung der Pressegesetze sind und sie auch eine eigene Meinung haben.

Sie mißbrauchen ihr Hausrecht jedoch, wenn sie durch das Zensieren von Gegenargumenten den Eindruck erwecken, dass die Gegenargumente ausgegangen wären.

Wie auch schon andere vor mir gefordert haben, ist hier dringend mehr Transparenz nötig. Sonst müsste man glatt noch irgendwann beim Presserat nachfragen, welche ethischen Grundsätze für Journalisten denn hier gelten und dass mal zum Thema einer öffentlichen Debatte über den Spiegel machen. Denn auch für sie gilt, dass das hier kein Browsergame ist, sondern ein Instrument öffentlicher Meinungsbildung.

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carlitom 28.01.2015, 18:18
35. Voll daneben

Dass die Kinder "inhaltlich" auf Internaten nichts anderes machen als in staatlichen Schulen ist natürlich eine sinnlose Bemerkung: 1. ist es selbstverständlich, dass sie den gleichen Stoff durchnehmen und die gleichen Abschlüsse (Abitur und Co.) zu machen, 2. trifft das nicht den Kern.
Ich schicke ja ein Kind nicht aufs Internat, damit es andere Inhalte des Schulstoffes dort lernt.
Anderes lernt es dennoch und anders.
Es lernt in viel kleinerem und intensiverem Rahmen. Selbst der ideologisch vorgeprägteste linke Lehrer weiß, dass intensiver gleich höherer Lernerfolg ist. Außerdem lernt es sehr viel mehr als nur Schulstoff im Internat. Es lernt Manieren (lernt heute kaum noch ein Kind), es lernt soziale Gefüge kennen, in denen es sich Tag und Nacht einfügen muss. Soziale Interaktion (z.B. so gut wie immer Zweibettzimmer) und gegenseitige Rücksichtnahme sind 24 h am Tag ein Thema. Das Kind lernt darüber hinaus andere Kulturen kennen und bekommt unglaublich vielseitige Angebote der kulturellen, sportlichen und gesellschaftlichen Weiterbildung. All das kann eine staatliche Schule niemals bieten.
Und - auch wenn das die meisten, die sich das nicht leisten können, nicht gerne hören - das ist sein Geld wert.
Kleiner Nebeneffekt, den auch niemand so genau wissen will: die Kinder aus wohlhabenderen Familien, die sich in der staatlichen Schule um die Ecke ständig verstecken und verbiegen müssen, um nicht als Angeber zu gelten, die meist understatement hoch zehn üben, um nicht all die Neider auf den Plan zu rufen, die ihnen das Leben dann schwer machen,... die alle können sich in Internaten endlich frei fühlen. Frei vom Neid der anderen. Denn hier hat jeder was. Das ist sehr entspannend und hilft der Bildung einer Persönlichkeit frei von Vorurteilen anderer.

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gianniskasidakis 28.01.2015, 18:30
36.

Zitat von jesse01
Seit der Umstellung auf Bachelor ist BWL in Mannheim nur noch ein Billig-Studium ! Auf Mannheim braucht man sich nichts mehr einbilden ! Vergleicht man die Klausuren mit unseren in den 90 érn ist das Niveau ein Witz. Die Klausuren zum Teil im Gegensatz zu unseren früher lächerlich einfach ! In den 80érn und 90 érn war man stolz auf Mannheim ! Das Grundstudium war schwierig und unsere Grundstudiums-Klausuren wurden an anderen Unis im Hauptstudium geschrieben ! Auf das Vordiplom war man deshalb stolz, bei gleichzeitig sehr hoher Durchfallquote ! Heute ist das in Mannheim nur noch peinlich und braucht sich auf diesen Billig-Bachelor aus Mannheim nichts einbilden. Bloß nicht ! Mannheim ist nichts besonderes mehr !! Natürlich muss sich die Uni dem ganzen Niveau der Billig-Abiturienten anpassen ! Jeder Zweite macht ABI. Das ist doch ein Witz ! geschenktes Abi für alle ! Das sind dann Abiturienten, die das Mittelalter mal eben im 19. Jahrhundert verorten ! Ohne Worte ! Bleibt weg von Mannheim! Das sagt Euch ein Alt-BWLér aus der gute alten Zeit, wo man in Mannheim noch ein Niveau hatte !Ich selbst gebe BWLérn aus Mannheim keinen Bonus !!
Ein nahezu lächerlicher Beitrag. Ich vermute eher eine gezielte Stimmungsmache gegen Mannheim oder andere Öffentliche Universitäten, sind sie vielleicht von der EBS? Ich habe sowohl an der Uni Münster (Bachelor), Köln (Master) als auch in Mannheim (Promotion) studiert und kann Ihnen versichern, dass das Niveau in Mannheim nicht niedrig ist, gerade im Vergleich zu anderen deutschsprachigen Universitäten (da schließe ich insbesondere St. Gallen ein). Im übrigen ist eine Verwässerung des Bildungssystems im Allgemeinen zu betrachten, angefangen wie Sie richtig erkannt haben beim Abitur. So wie jedoch die Verwässerung einsetzt, so steigt in der Regel gleichzeitig auch die Erwartung der Personalverantwortlichen und somit hat sich dementsprechend nicht viel verändert. Während man früher noch genug Möglichkeiten mit einem Abschluss > 2,5 hatte, sind diese allein schon aufgrund der Masterthematik beschränkt (Masterzugang mit Note schlechter als 2,5 fast unmöglich in DE).
Der gestiegene Erwartungsrahmen ist somit mit eine Ursache, dass nahezu ALLE Universitäten in den weichen Fächern tendenziell bessere Noten vergeben, als dies noch vor Jahren der Fall war...ob das jetzt einen negativ ist?
Ich jedenfalls glaube, dass es keinen Unterschied macht, ob man für einen guten Job in den 80/90er Jahren noch mit einer 2,2 qualifiziert war und heute eben eine

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aeckermann 28.01.2015, 18:30
37. Karriere sollte man selbst machen!

Es ist falsch und belastet die Kinder, wenn die Eltern über sie ihr Prestige halten oder verbessern wollen. Viel besser ist es, sich selbst beizeiten anzustrengen. Hat man etwas vorzuweisen, kann man darauf stolz sein. Aber die Kinder haben damit nichts zu tun. Man sollte sich freuen, wenn sie gut vorankommen und sie in Ruhe lassen, wenn es nicht gleich funktioniert. Diese Ansicht - durch langjährige Arbeit im Bildungsbereich und durch Erfahrungen mit eigenen Kindern erworben - ist wahrscheinlich ein "frommer Wunsch". Ich bin Realist.

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gruen_nein_danke 28.01.2015, 18:30
38.

Nein ... ist nicht zu intim. Wir sind die 3.Generation mit Hochschulabschluss, die Kinder wären die 4.. Ich bin mir aber sicher, dass die Quandts kein Bildungsbürgertum sind. (insofern ein unglückliches Beispiel im Interview). Mit drei Generationen haben wir aber kein Vermögen, um uns über den möglichen Abstieg keine Sorgen machen zu müssen. Also stecken wir das Geld in Bildung. Siehe übrigens auch das letzte Economist-Heft.

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lijeb 28.01.2015, 18:32
39.

Zitat von querollo
Es gibt da durchaus einen weiteren Aspekt, den ich als Dozent an einer privaten Hochschule beobachte. An privaten Hochschulen verschiebt sich die Leistungserwartung. Studenten und Eltern betrachten sich selbst als Kunden und die Hochschule und ihre Angestellten als Dienstleister, die gefälligst dafür sorgen sollen, dass die Kleinen sich wohl fühlen und die Noten bekommen, die sie erwarten. Mir ist es selbst passiert, dass eine Studentin in Begleitung ihres Anwalts zur Nachbesprechung einer Klausur kam, mit deren Note sie nicht einverstanden war. Wo die inhaltlichen Probleme lagen, war ihr übrigens Schnuppe. Auch die Hochschule lenkt in so einem Fall ganz schnell ein, denn ist die Tochter verstimmt, sind es auch die Eltern und das wiederum wirkt sich auf die Bilanzen aus. Was die Quants an staatlichen Schulen schätzen, ist exakt das, wovor die zahlenden Eltern ihre Kinder bewahren wollen: Die krude Realität, in der man selbst Leistung erbringen muss und die Hochschule Ansprüche an den Studenten definiert - nicht umgekehrt.
Kann ich nur bestätigen. War sowohl wissenschaftlicher Mitarbeiter an einer öffentlichen Uni als auch Dozent an einer privaten Bankakademie. Vor meinem ersten Einsatz in der Akademie wurde ich dann von einem alten Hasen darauf hingewiesen, dass den entsendenden Instituten pro Mitarbeiter ein fünfstelliger EUR-Betrag in Rechnung gestellt wird und sich daran natürlich gewisse Erwartungshaltungen knüpfen. In Kurzform sind das: Es darf keine nicht bestandenen Klausuren geben, und der Unterricht sollte nicht auf die Vermittlung komplizierter Sachverhalte sondern eher in Richtung "Infotainment" ausgerichtet sein.

Glaubwürdigen Erfolg bietet eine privatwirtschaftlich organisierte Wissensvermittlung m.E. nur dann, wenn die Überprüfung des Wissens unabhängig von der Bewertung erfolgt.

So etwas kenne ich - jedenfalls ansatzweise - nur aus Frankreich: um die Eingangstests an den Prestige-Hochschulen wie der Polytechnique zu bestehen, buchen die Kandidaten sich oftmals an sogenannten Ecoles Préparatoires wie dem Lycée Louis Le Grand ein, die dann auch entsprechende Einschreibegebühren aufrufen. Da die Ecoles Préparatoires selbst nur auf die Eingangstests an den späteren Hochschulen vorbereiten, diese Tests aber weder konzipieren noch abnehmen, kann ein Interessenkonflikt zwischen Wissensvermittlung und Bewertung des Vermittlungserfolgs nicht auftreten.
Entsprechend beinhart ist natürlich auch das Lehrprogramm, was in diesen Vorbereitungskursen durchgezogen wird - aber alle mir bekannten Kollegen, die durch diese Schule gegangen sind, stecken wissensmäßig jeden Absolventen einer deutschen Uni (ob nun privat oder staatlich) in die Tasche.

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