Forum: Leben und Lernen
Empty-Nest-Syndrom: Mama allein zu Haus
Getty Images/Cultura RF

Unsere Autorin, 50, hatte Angst vor dem Auszug ihrer Tochter. Jetzt stellt sie fest: Das Leben ohne Verantwortung kann ziemlich großartig sein.

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grumpy53 11.09.2017, 11:19
1. hört sich fast zu perfekt an

... aber es soll ja Menschen geben, die einfach was richtig gut geregelt bekommen. Ob das mit dem empty-nest-Syndrom dann mal zu einem späteren Zeitpunkt und aus einer ganz unerwarteten Ecke noch mal schmerzt oder was bewegt, muss man abwarten und dann auch zulassen können. Und neue Ziele für sich selbst entdecken, hat sie sich verdient, scheint mir. Kann sich auch bei allein Erziehenden nicht ein Leben lang nur um das Kind drehen, Abnabelung tut beiden gut. Das Band der Liebe scheint in dem Fall doch viel besser zu sein, als gegenseitige Abhängigkeit.

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eisfuchs 11.09.2017, 11:48
2.

Die Autorin hat in dem Fall auch das Glück ihre Tochter recht früh bekommen zu haben um bei deren Verlassen des Nestes noch viele Optionen zu haben. Eltern, deren Kinder erst geboren werden, wenn sie schon Mitte dreißig sind sind schon näher an der Rente als an neuen Berufsperspektiven, wenn diese das Studium oder die Ausbildung endgültig beendet haben.

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ansv 11.09.2017, 11:55
3.

Eine wunderbare Geschichte. Hoffentlich bekommt die heutige Generation der Helikoptereltern später auch einmal den Sprung zurück ins eigene Leben so gut hin. Mein Lieblingssatz im Artikel ist übrigens "ich unterstütze es auch, aber mögen muss ich es nicht". Diese differenzierte Haltung zu Dingen, die fehlt leider vielen Menschen. Man kann Dinge verstehen und akzeptieren - und trotzdem weiter hadern.

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t_mcmillan 11.09.2017, 12:05
4. Kommt mir bekannt vor

Ich erkenne mich da ziemlich genau wieder. Der Trennungsschmerz war vorher. Dann ein Jahr mit zwei längeren "Abwesenheiten" der Tochter, in dem ich gemerkt habe, dass alles nicht so schlimm ist. Und jetzt genieße ich die Verantwortungslosigkeit. Allerdings genieße ich es mindestens genauso, wenn sie wieder da ist, sei es für zwei Tage oder für ein paar Wochen. Nur glaube ich nicht, dass es meiner Tochter egal wäre, den Stützpunkt in der Heimat zu verlieren.

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Bondurant 11.09.2017, 12:35
5. Früh?

Zitat von eisfuchs
Die Autorin hat in dem Fall auch das Glück ihre Tochter recht früh bekommen zu haben um bei deren Verlassen des Nestes noch viele Optionen zu haben.
Den biographischen Angaben zufolge war die Autorin 31 als sie Mutter wurde. Ist das "früh"? Im Übrigen ist die ganze Geschichte eher ein Einzelfall denn typisch. Mittelbar kann man den Aufzeichnungen entnehmen, dass sich Autorin - erst - vor fünf Jahren von dem Vater der Tochter getrennt hat, mit dem sie vorher - mindestens - 15 Jahre zusammen war. Das dürfte in ihrer ganzen Befindlichkeit durchaus eine Rolle spielen. Macht den Bericht nicht uninteressanter, man sollte aber sehen, dass es sich hier gerade nicht um einen typischen "empty nest" Sachverhalt handelt.

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OhMyGosh 11.09.2017, 12:45
6. Oh ja,

es ist wunderbar, dass unsere Tochter mit 18 Jahren in einer anderen Stadt studierte und seitdem ihr eigenes Leben führt, welches dasjenige der Eltern parallel begleitet, aber nicht "stört". Allerdings haben wir immer noch unseren Hund, der mir von Jahr zu Jahr mehr ans Herz gewachsen ist und ich hoffe, dass er noch lane nicht "auszieht"...

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mol1969 11.09.2017, 12:46
7. Mir wäre das zu wenig

Als nunmehr 48-jähriger kann ich mich in beide "Parteien" hineinversetzen. Klar muss man sich nicht gegenseitig beglucken, aber mir persönlich wäre es viel zu wenig, wenn ich meine Mutter "zur Not innerhalb eines halben Reisetages" besuchen könnte, und ihr ginge es genauso.
Menschen sind unterschiedlich, aber mir ist es wichtig, meine Eltern in der Nähe zu wissen. Der längste Zeitraum, den wir uns mal nicht persönlich gesehen haben, waren etwa 14 Tage, und das sind dann urlaubsbedingte Ausnehmen. Ich nenne das Familienzusammenhalt.

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YouDrinkCoffee 11.09.2017, 13:02
8. Das steht mir leider noch bevor

Ich würde mich niemals als vorbildhafter Vater bezeichnen, aber wenn ich mir vorstelle, dass meine Kids demnächst die Flügel ausstrecken und sich auf den Weg machen, dann leide ich jetzt schon. Auch wenn ich dann wieder mehr Zeit für sich haben sollte, ich schätze das wird eher ein "Blatt-im-Wind" Syndrom sein.

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lipidolith 11.09.2017, 13:13
9. Empty-Nest-Syndrom...

.... spannend, für was es inzwischen alles Begriffe gibt...
Ich war 17 Jahre lang alleinerziehend mit zwei Kindern und berufstätig, zunächst in Teilzeit, seit mehreren Jahren jetzt auch in Vollzeit. Wir haben das zu Dritt mit allen Hürden und Herausforderungen gut hin bekommen. Vor ein paar Jahren ist das erste Kind ausgezogen, das zweite Kind ist seit einem Jahr berufsbedingt nur noch an Wochenenden zuhause - wenn überhaupt. Und ich genieße meine neugewonnenen Freiräume. Allerdings habe ich mir auch bereits zu Zeiten, als beide noch zuhause waren, Stück für Stück - passend zu ihrem jeweiligen Alter - meine eigenen Freiräume geschaffen. Gleichzeitig war immer klar, wenn sie mich brauchten, war ich da und dann hatte das auch Priorität. So haben wir schon früh die Weichen gestellt für eine gute Selbstständigkeit und Unabhängigkeit für jeden von uns. Mein Leitgedanke war immer "Wenn die Kinder klein sind, gib ihnen Halt, wenn sie groß sind, gib ihnen Flügel."
So, wie es meine Verantwortung war, ihnen das Handwerkszeug mit zu geben, damit sie als selbstbewusste und liebevolle Menschen ihren eigenen Weg gehen können, war es auch meine Verantwortung, dafür zu sorgen, dass sie dann auch gehen können - weil sie wissen, dass ich genau wie sie mein eigenes Leben leben kann und lebe. Und wenn wir uns jetzt sehen, begegnen wir uns als Erwachsene, auf Augenhöhe, unabhängig, aber inmer in Liebe verbunden.
Ich freue mich mit der Autorin, dass auch sie ihren Weg gefunden hat, mit diesen Veränderungen umzugehen. Und wünsche allen Eltern und ihren Kindern, ihren jeweils für sie passenden Weg zu finden.

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