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Essen aus Supermarktmüll: Studentinnen wegen Containerns verurteilt
DPA

Zwei Studentinnen brachen im bayerischen Olching den Müllcontainer eines Supermarkts auf und nahmen mit, was sie für essbar hielten. Laut Gericht ist das gemeinsam begangener Diebstahl.

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Newspeak 31.01.2019, 23:24
1. ....

Ich denke auch, dass man Supermärkte verpflichten sollte, die Nahrungsmittel kostenfrei abzugeben. Wo man hinschaut gibt es nur noch Verschwendung. Wenn ein Supermarkt das nicht will, muss er dann halt besser planen, wieviel er einkauft.

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matthias111 31.01.2019, 23:27
2. Der Wert der Waren betrug rund 100 Euro

Ja, wer es sich leisten kann 100 Euro weg zuschmeißen, kann es sich auch leisten Menschen dafür verurteilen zu lassen, dass sie die 100 € nicht verkommen lassen wollen. Wo kämen wir denn hin, wenn ich nicht mehr wegschmeißen kann, was immer ich will, ohne dass das dann auch wirklich im Müll landet. Die sollen das Essen bei mir kaufen und nicht aus dem Müll fischen. Kein Geld? Pech gehabt.

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gunnarqr 31.01.2019, 23:29
3. Nach den Buchstaben des Gesetzes...

ist das tatsächlich Diebstahl und die Studentinnen hatten mit dem Urteil sogar noch Glück.
Das ändert aber Nichts daran, dass solche unsinnigen, dem Allgemeinwohl abträglichen Gesetzte abgeschafft gehören. Anstatt die Studentinnen zur Arbeit bei der Tafel zu verurteilen (was sie unter Umständen sogar freiwillig machen würden), sollte man die Supermarktketten dazu verpflichten diese Waren den Tafeln oder ähnlichen Hilfsdiensten zur Verfügung zu stellen.
Aber was erdreiste ich mich... es ist ja auch unter Strafe verboten, dass Ärzte/Ärztinnen über Abtreibungen informieren. Die Richter müssen sich an bestehende Gesetze halten, den verantwortlichen Gesetzgebern sollte endlich mal jemand erklären, dass wir inzwischen im 21. Jahrhundert leben und nicht mehr im Mittelalter.

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Sueme 31.01.2019, 23:31
4.

Die Überschrift ist fehlerhaft nicht wegen containern sondern wegen aufbrechen des Container. So etwas könnte man auch der Einfachheit halber als Einbruchdiebstahl titulieren. Bevor jetzt irgendwer aus der Ecke kommt, wenn jemand etwas weg-/verschließt ist es wohl offensichtlich das er das Eigentum daran nicht gedenkt aufzugeben. Bei einem nicht verschlossenen Container ist das wieder eine ganz andere Geschichte.

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hileute 31.01.2019, 23:32
5. Die wahren Straftäter sind die Supermärkte

die die Nahrungsmittel unnötig verschwenden. ob es weggeschmissen wird oder an die Tafel geht macht für die Supermärkte eigentlich keinen Unterschied

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wahn-sinn 31.01.2019, 23:33
6. na klar, und essen wegwerfen wird toleriert?

in was für einer kranken welt leben wir eigentlich? klar, wenn sachbeschädigung entsanden sein sollte, kann ich das verstehen. aber so? nein! armes reiches deutschland!

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mobes 31.01.2019, 23:36
7. Bitte berichtigen ...

Die beiden Damen haben den Container nicht aufgebrochen, sondern mit einem Vierkantschlüssel die Verriegelung geöffnet. Am Container ist dadurch keine Schaden entstanden.

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three-horses 31.01.2019, 23:47
8. Auch Nichts ist MwSt.

Ein Markt in der Nähe spricht eine andere Geschichte. Die weggeworfene Ware war vor gewisse Zeit "frei" zugänglich. Und die Klientel waren die Obdachlosen aus der Gegend. So eine Art von Tafel.
Auch die Angestellten konnten sich bedienen. Vorher, klar. Nun ist sowas nicht mehr erlaubt. Das Geldwerte Vorteil greift voll durch.
Und bei den Obdachlosen war es die MwSt. Deswegen sind die Container zu. Das Urteil ist daneben. Die Ware selbst ist ohne Wert. Nur das Aufbrechen des Containers könnte eine Sachbeschädigung sein. Das Mülltonen Gesetz. Pervers.

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fpa 31.01.2019, 23:51
9. Vielen Dank für diese Meldung

es zeigt mir, dass es höchste Zeit ist, die Petition "Containern ist kein Verbrechen! Wir brauchen eine Gesetzesänderung!" dieser beiden Frauen zu unterstützen. (https://weact.campact.de/petitions/containern-ist-kein-verbrechen-1 )

Vor 7 Jahren hat der Dokumentarfilm "Taste the Waste" genau diese Zustände in Frankreich aufgezeigt - da war es einen Angestellte, die kriminalisiert und entlassen wurde, weil sie Essensabfälle mit nach hause genommen hatte.

Vor ca. 2 Jahren wurde in Frankreich dann unter allgemeiner Zustimmung der Bevölkerung ein Gesetz erlassen, das alle Supermärkte mit mindestens 400 Quadratmetern Ladenfläche verpflichtet, alle unverkauften, aber noch essbaren Lebensmittel an Hilfsorganisationen verschenken – wer sich nicht an das Gesetz hält, kann dafür pro Verletzung bis zu 4.500 Euro Strafe erwarten.

Auch wir brauchen dieses Gesetz!

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