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Falsches Selbstbild: Wie die Erziehung die Mädchen schlechter rechnen lässt
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Wer gewinnt die Fields-Medaille? Meistens ein Mann. Mädchen schneiden in Mathe häufig schlechter ab - zu Unrecht, sagen Wissenschaftler. Denn es liegt nicht am Geschlecht, sondern an Vorurteilen und Lehrmethoden.

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igb 02.08.2018, 17:29
1. Die Zahlen sagen doch alles!

Liebe "Frauen", ihr könnt es drehen und wenden wie ihr wollt aber die Zahlen sagen doch alles. 50:1 in über 80 Jahren. Versucht nicht immer irgendwelche scheinheiligen Ausreden zu suchen, akzeptiert es so wie es ist. Nicht umsonst sind Frauen bei MINT Studiengängen kaum zu finden.

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alsterherr 02.08.2018, 18:28
2.

In meinerSchule waren die Mathe-Spitzenreiter stets die Mädchen. Das mathematische Können der Frauen ist also da. Viele Mädchen und Frauen sind gut in Mathe, verstehen es und überragen ihre männlichen Mitschüler oftmals. Danach ist dann aber Sense: Ein Großteil der Frauen hat schlicht und ergreifend kein INTERESSE an einem Studium der Mathematik, Physik oder anderer STEM Fächern, genausowenig wie es Männer in Pflegeberufe oder Erziehung zieht.

Es sind grundlegende Interessen, die die Geschlechter Unterscheiden, und diese Unterschiede kann man auch mit der stärksten Agenda nicht wegdiskutieren.

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sponor 02.08.2018, 18:35
3. War ja klar...

... dass so ein Kommentar kommt.
Man muss jedenfalls nicht ganz so ein Mathe-Genie sein um zu erkennen, dass "Statistiken" über solche winzigen, höchst unrepräsentativen Gruppen wie Fields-Medaillen-GewinnerInnen eher nicht für Aussagen über eine Grundgesamtheit wie "alle Schülerinnen und Schüler in Deutschland" o.ä. zu gebrauchen sind.
Ein bisschen denken muss man allerdings halt schon.

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Tanacetum 02.08.2018, 18:38
4. Rolle der Schule

Dass in der Schule Mädchen vermittelt würde, sie "seien eben nicht so gut in Mathe", stimmt für Deutschland mit Sicherheit nicht (mehr). An den Grundschulen sind heute >90% der Lehrkräfte weiblich - und die fördern nachweislich eher die Mädchen ("fleißig, ruhig, angepasst") als die Jungen ("laut, unkonzentriert, rauflustig").
Es ist nun einmal so, dass es geschlechterspezifische Vorlieben und Begabungen gibt. U.a. deswegen sind heute bereits 2/3 der Studienanfänger im Fach Medizin weiblich, während es im Studiengang Elektrotechnik nur 15% sind (Tendenz allerdings auch hier steigend).
Aus der Intelligenzforschung weiß man, dass es im Durchschnitt keinen Unterschied zwischen den Geschlechtern gibt. Mädchen haben aber häufig ein besseres Arbeitsverhalten, sind oft zielstrebiger und stressresistenter - deshalb sind Einser-Abiturienten auch überwiegend weiblich. Allerdings gibt es bei Männern eine stärkere Streuung in die Extremwerte - es gibt also, salopp gesagt, mehr männliche Genies und mehr männliche Dummbatzen. Deshalb wird sich am Übergewicht der Männer bei der Fields-Medaille langfristig auch nichts ändern.

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dievo 02.08.2018, 18:40
5. Die Türen stehen sperrangelweit offen

Es scheint also doch Unterschiede zwischen Jungen und Mädchen in der Herangehensweise an die Mathematik zu geben, die natürlich bedingt sind und durch einen speziellen Unterricht zumindest gemildert werden können. Aber 80:1 ist schon sehr signifikant.

Ansonsten stehen die Türen der MINT-Fächer für Frauen schon seit Jahrzehnten sperrangelweit offen, sie müssen nur hindurchgehen und sollten nicht verlangen, von den Männern über die Schwelle getragen zu werden.

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Kasob 02.08.2018, 18:41
6. Frauen einfach klüger

Welcher vernünftige Mensch rechnet schon gerne zum Spaß. Mathe ist einfach langweilig und Frauen haben das erkannt und wenden sich daher spaßigeren Dingen zu.

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demiurg666 02.08.2018, 18:42
7.

Vielleicht würde es helfen mathematische Begriffe weiblich zu gestalten, wie Sozialwissenschaftlerinnen es momentan total super finden. Warum es Zähler nennen, wenn es auch Zählerin tut. Warum Variable? Das ist so sexistisch, das müsste Variablin heißen. Operator???? Operatorin und schon würden Mädchen ab der vierten Klasse Fields Medaillen sammeln das den Jungs nur noch so die Ohren schlakern.

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Rafael Albert 02.08.2018, 18:47
8. Mit Verlaub...

Zitat von igb
Liebe "Frauen", ihr könnt es drehen und wenden wie ihr wollt aber die Zahlen sagen doch alles. 50:1 in über 80 Jahren. Versucht nicht immer irgendwelche scheinheiligen Ausreden zu suchen, akzeptiert es so wie es ist. Nicht umsonst sind Frauen bei MINT Studiengängen kaum zu finden.
Mit Verlaub, Sie sind ein Sexist (ich hoffe, dass diese Antwort nicht gesperrt wird - bekanntlich sind wahre Aussagen keine Beleidigungen).

Zuerst einmal möchte ich auch ein bisschen anekdotische Evidenz einwerfen: Ich studiere aktuell Mathematik und die beste Studentin ist eine "Frau", allerdings nicht aus Deutschland sondern aus einem Land mit einem scheinbar weniger repressivem Frauenbild. Nun aber zu den Fakten.

Nun, wie sie als ausgewiesener MINT-Experte vermutlich wissen sind Korrelation und Kausalität zwei voneinander verschiedene Dinge.
Das Ihnen als "scheinheilige Ausrede" bezifferte sind replizierbare Studien in beispielsweise Island in bester naturwissenschaftlicher Tradition, keine fadenscheinigen 3-sätzige Argumente, die auf ein Weltbild aus dem 18. Jahrhundert schließen lassen.

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joe_ann 02.08.2018, 18:54
9. Die Kommentare zeigen das Problem

...es ist die Gesellschaft. Da wird von klein auf suggeriert, dass Mädchen das nicht so gut können. Beim Discounter gibt es das rosa Friseurset für Mädels und für Jungs das blaue Handwerker-Set. Und es wird gekauft. Gibt es eine Bauingenieur-Barbie? Nein, lieber Topmodel oder Kosmetikerin oder Prinzessin. Seltsam, dass Mädchen, da später kaum für MINT interessieren. Und wie oft hört man von Oma ''...Du bist ein Mädchen, da macht man dieses und jenes nicht'' Wenn das von Geburt an 20 Jahre eingeimpft wird, legt man das so schnell nicht ab. Und selbst wenn man selbst versucht, die Kinder nicht in Rollenklischees zu drücken, spätestens in der Kita ist es vorbei. Vielleicht mal drüber nachdenken, was zuerst da war, das Huhn oder das Ei.

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