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FAQ zum Urheberrecht: Was Lehrer und Schüler kopieren dürfen - und was besser nicht
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Lehrer und Schüler kopieren täglich Bilder aus dem Netz - für Referate, Aufgabenzettel oder Plakate. Doch das kann teuer werden. Was ist erlaubt, was verboten? Eine Übersicht.

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Marvin__ 08.07.2017, 09:15
1. Wann wird dieser Abmahnwahn endlich gestoppt?

Ein Foto im Referat eines Schulkindes, und der Fotograph behauptet ernsthaft, ihm seien dadurch erhebliche kommerzielle Nachteile entstanden?

Wenn sich die "Kreativität" unserer "Künstler" immer mehr darauf konzentriert, abstruse Szenarien zu entwickeln, wieviel Geld sie denn verdient hätten, wenn nicht ein skrupelloser Copyright-Terrorist ihnen sozusagen die Essenz des kreativen Lebenswerkes niederträchtig gestolen hätte, dann ist es Zeit hier einen Riegel vor zu schieben.

Im Fall der Gesamtschule werden keine Gewinne erzielt, es besteht keine Gefahr einer Weiterverwertung, und ein Budget für die Lizensierung von Fotos für Referate wird es auch nicht geben. Reine Abzocke durch den Fotographen und seinen Anwalt.

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schumbitrus 08.07.2017, 09:54
2. Ok, soweit die Positionen der Rechte-Mafia, ..

Ok, soweit die Positionen der Rechte-Mafia, die ihre Lobbyisten ausgesandt hatte, ihnen diese Gesetze und Abkommen zu schreiben. Kein Wort dabei von den utopischen Dauern, die dieser Urheberrechts-Dinosaurier überlebt: 50 oder 70 Jahre nach dem Tod des Urhebers: In Zeiten der Digitalisierung und Produkt-Lebenszyklen von wenigen Monaten fragt sich der Bürger, warum kein gesunder Menschenverstand diese Schutzfristen auf zeitgemäße 5-10 Jahre nach Erscheinen (oder lebenslang, sofern die Rechte beim Urheber liegen ..) zurecht getutzt wurden.

Und auch kein Wort darüber, dass Software sich unter das Dach des Urheberrechts geschnorrt hat und dort unfassbaren Schaden anrichtet, weil die Software-Hersteller damit über absolut Marktwirtschafts-schädigende Monopole verfügen!

Was dagegen fehlt: Hinweise auf Creative Commons, und freies Wissen. Wikipedia und OpenStreetMap stellen die leuchtendsten Türme dieses digitalen, frei verfügbaren und sich selbst optimierenden Wissens dar. Warum hat der Autor wohl vergessen, darauf hinzuweisen, dass es gerade für Unterrichts-Zwecke sehr wichtig wäre, solche Quellen zu nennen, deren kollaborativen Charakter zu betonen - aber auch den kritischen Umgang mit diesen Quellen zu erwähnen. Nichts ist wichtiger als Medienkompetenz - und da muss man auch die Wertigkeit der Quelle überprüfen, aus der man schöpft - ob es nun SPIEGEL, BILD oder Wikipedia ist ..

Der fehlende Hinweis auf diese freien Quellen macht deutlich, dass der Artikel eben nicht ursprünglich vom Autor stammt, sondern von der Rechte-Industrie lanciert wurde, um FUD zu schüren - das Gegenteil also von Aufklärung: Man soll Angst davor haben, Quellen im Netz frei zu nutzen. Man soll jemanden (einen Anwalt ..) fragen, ob man etwas darf und es nicht einfach ausprobieren.

IMO ist der Artikel lächerlich!

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syracusa 08.07.2017, 10:37
3.

Den Gegnern des Urheberrechts fehlt es an jedem sinnhaften Argument. Wenn Urheber von der Verwertung ihrer Werke leben, dann greift der Verletzer unmittelbar in die grundrechtlich geschützte Existenzgrundlage des Urhebers ein. Die häufig zu hörende Bagatellisierung ("ach, nur ein Bildchen") ist absurd: wenn ein Werk durch illegale Veröffentlichung entwertet wird, dann kann das auch mit allen anderen geschehen. Wer argumentiert, dass ein realer Schaden ja gar nicht eingetreten sei, weil der Verletzter ja ohnehin das Veröffentlichungsrecht nicht gekauft hätte, der ignoriert, dass das Werk dann ebenso entwertet ist, weil alle anderen, die es kaufen würden, das dann ja nicht mehr brauchen, weil es ja schon öffentlich verfügbar ist.

Das deutsche Urheberrecht schützt zurecht den Urheber, und es betont anders als das Copyright z.B. der USA besonders auch die persönliche Beziehung zwischen dem Urheber und seinem Werk. Das rechtfertigt deshalb auch den Schutz von Werken, die gar nicht zum Zweck wirtschaftlichen Handelns geschaffen werden.

Natürlich hat das Urheberrecht hie und da einige Macken (z.B. dass man die zulässigen Privatkopien von Musiknoten nur handschriftlich anfertigen darf), und natürlich muss es immer mal wieder an neue technische Möglichkeiten und den kulturellen Wandel angepasst werden. Aber im Grundsatz ist das Urheberrecht ein für unsere Kultur sehr wichtiges und notwendiges Recht, das eine der wesentlichen Grundlagen unserer Kultur ist. Wer das Urheberrecht angreift, der hat in der Regel keine Ahnung davon!

Übrigens: ich lebe von der Wahrnehmung von Urheberrechten für die von mir geschaffenen Werke. Wer das Urheberrecht angreift, der will mir meine Existenzgrundlage entziehen.

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iffelsine 08.07.2017, 11:56
4. Also ein "Urheber" kann doch froh sein,

von einem Schüler beachtet und präsentiert zu werden. Die Nutzung innerhalb eines Bildungssystems ist sinnvoll und dient der Meinungsvielfalt werdender Bürger ! Für "Urheber" ist ein Widerspruch und eine Geldforderung nur peinlich...

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pecx 08.07.2017, 12:01
5.

Zitat von schumbitrus
[...] Was dagegen fehlt: Hinweise auf Creative Commons, und freies Wissen. Wikipedia und OpenStreetMap stellen die leuchtendsten Türme dieses digitalen, frei verfügbaren und sich selbst optimierenden Wissens dar. [...] Der fehlende Hinweis auf diese freien Quellen macht deutlich, dass der Artikel eben nicht ursprünglich vom Autor stammt, sondern von der Rechte-Industrie lanciert wurde, um FUD zu schüren - das Gegenteil also von Aufklärung [...] IMO ist der Artikel lächerlich!
Ich weiß nicht, welchen Artikel Sie gelesen haben, aber in diesem Artikel werden CC-Lizenzen etc. ganz ausdrücklich erwähnt, womit ihre Konklusion - ich will nicht sagen "lächerlich" - aber doch zumindest unschllüssig ist.

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uk2011 08.07.2017, 12:17
6.

Ich finde es richtig, dass auf die Urheber geachtet wird. Ich erkläre meinen Kindern immer wieder, dass das kopieren von Bildern im Internet nicht erlaubt ist und nur für Vorträge innerhalb der Klasse benutzt werden darf.

Bevor wieder alle losmeckern: den Text nochmals lesen.
Wenn das Referat innerhalb der Klasse gehalten wird, darf ich kopieren, was ich will.
Wenn ich allerdings der ganzen Welt mein "tolles" Referat zeigen will, dann darf ich nicht einfach Bilder benutzen, die jemanden anderen gehören.
Das gilt auch für meine Homepage.
Wäre das "Bildchen" völlig unbedeutend, dann hätte man es nicht auf die Seite gesetzt. Aber anstatt selbst mit der Kamera draußen rumzulaufen und die Bilder zu schießen, wird einfach das Bild eines anderen genommen.

Und an dieser Stelle braucht man überhaupt nicht über den "Wert" eines Bildes zu diskutieren. Will der Fotograph für sein Bild Geld haben - man vergesse nicht, dass der Lebensunterhalt eines Fotographen vom Verkauf der Bilder abhängt! - dann ist das eben so.

Warum man sich darüber künstlich aufregt, ist mir unverständlich.
Gleiches gilt für Zeichnungen.
Nein, es ist keine Ehre, in einem schlechten Referat sein Bild zu sehen.
Noch schlimmer ist dieses Verteilen von Bildern mit Personen. Das Beispiel mit den dicken Leuten zeigt absolut genau, worum es geht.
Ich schätze mal, dass alle, die hier gegen das Urheberrecht meckern, als Erste und als Lauterste darüber sich beklagen würde, wenn ihr Bild in einem Referat in negativen Zusammenhang auftauchen würde - selbst innerhalb der Klasse.
Allerdings hätten alle Meckerer wahrscheinlich direkt einen Anwaltan der Hand, wenn dieses Referat anschließend im Netz auftaucht.

Nein, ich mache keine Bilder und Zeichnungen, aber ich erkenne die geistige Leistung anderer Menschen an, gilt für mich auch für Musik!

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ajoezwiak 08.07.2017, 13:32
7. Mal 'ne ganz praktische Frage am Rande ...

Darf ich diesen Artikel als PDF an das Lehrerkollegium versenden?

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TS_Alien 08.07.2017, 13:51
8.

Zitat von uk2011
Ich finde es richtig, dass auf die Urheber geachtet wird. Ich erkläre meinen Kindern immer wieder, dass das kopieren von Bildern im Internet nicht erlaubt ist und nur für Vorträge innerhalb der Klasse benutzt werden darf. Bevor wieder alle losmeckern: den Text nochmals lesen. Wenn das Referat innerhalb der Klasse gehalten wird, darf ich kopieren, was ich will. Wenn ich allerdings der ganzen Welt mein "tolles" Referat zeigen will, dann darf ich nicht einfach Bilder benutzen, die jemanden anderen gehören. Das gilt auch für meine Homepage. Wäre das "Bildchen" völlig unbedeutend, dann hätte man es nicht auf die Seite gesetzt. Aber anstatt selbst mit der Kamera draußen rumzulaufen und die Bilder zu schießen, wird einfach das Bild eines anderen genommen. Und an dieser Stelle braucht man überhaupt nicht über den "Wert" eines Bildes zu diskutieren. Will der Fotograph für sein Bild Geld haben - man vergesse nicht, dass der Lebensunterhalt eines Fotographen vom Verkauf der Bilder abhängt! - dann ist das eben so. Warum man sich darüber künstlich aufregt, ist mir unverständlich. Gleiches gilt für Zeichnungen. Nein, es ist keine Ehre, in einem schlechten Referat sein Bild zu sehen. Noch schlimmer ist dieses Verteilen von Bildern mit Personen. Das Beispiel mit den dicken Leuten zeigt absolut genau, worum es geht. Ich schätze mal, dass alle, die hier gegen das Urheberrecht meckern, als Erste und als Lauterste darüber sich beklagen würde, wenn ihr Bild in einem Referat in negativen Zusammenhang auftauchen würde - selbst innerhalb der Klasse. Allerdings hätten alle Meckerer wahrscheinlich direkt einen Anwaltan der Hand, wenn dieses Referat anschließend im Netz auftaucht. Nein, ich mache keine Bilder und Zeichnungen, aber ich erkenne die geistige Leistung anderer Menschen an, gilt für mich auch für Musik!
Auch in der Klasse dürfen Sie nicht alles kopieren oder benutzen. Sobald Sie ein Bild verändert austeilen oder präsentieren (Größe, Ränder, Farbe, ...), können Sie bereits eine Rechteverletzung begangen haben.

Sie können sogar eine Rechteverletzung begehen, wenn Sie ein eigenes Bild verwenden, wenn dieses Bild einen geschützten Gegenstand zeigt und dieser Gegenstand kein Beiwerk im Bild ist.

Das Urheberrecht ist wichtig. Es gibt aber Auswüchse, die man nicht hinnehmen sollte. In den meisten Fällen stehen die Geldforderungen in keinem Zusammenhang zum tatsächlich entstandenen bzw. zum potentiellen Schaden. Man stelle sich ein solches Gebahren einmal in einem anderen Zusammenhang vor, z.B. bei einem Autounfall.

Wer ein geschütztes Bild im Internet verbreitet, sollte durchaus mit hohen Geldforderungen rechnen müssen. Meiner Meinung nach muss es aber auf den Einzelfall ankommen. Nicht alle Bilder sollten schützenswert sein, die Reichweite der Veröffentlichung sollte eine Rolle spielen, ... .

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schamot 08.07.2017, 16:56
9. Wieso kostet das Abmahnschreiben (fertiger Vordruck) so viel?

Nun, im Bundestag sitzen zu einem Großteil nichtssagende Anwälte. Daher machen sie sich die Gesetze wie sie selbst zu noch mehr Reichtum kommen. Minutenohn von 1000Euro keine Seltenheit. Pech für Minijobber..

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